
Hallenbad am Morgen, Aare am Nachmittag, Ferien am Meer im Juli: Badekleider haben im Sommer viel zu tun. Wer sein Badekleid waschen will, ohne dass es ausleiert oder verblasst, braucht dafür keine Spezialprodukte – aber das richtige Timing. Entscheidend ist, was in den ersten Minuten nach dem Baden passiert.
Chlor, Salz, Sonnencreme und Hitze greifen die elastischen Fasern an. Mit fünf einfachen Schritten bleiben Bikini, Badeanzug und Badehose länger in Form und in Farbe.
Warum Badekleider besondere Pflege brauchen
Die meisten Badekleider bestehen aus Polyamid oder Polyester mit einem Anteil Elasthan. Elasthan sorgt dafür, dass der Stoff eng anliegt und nach dem Dehnen wieder zurückspringt. Genau diese Faser ist empfindlich: Chlor aus dem Schwimmbad, Salz, Sonnenschutzmittel, Hitze und ständiges Dehnen lassen sie mit der Zeit ermüden. Das Badekleid wird dann schlabbrig, der Stoff wirkt dünn und die Farben blass.
| Belastung | Was passiert | Gegenmittel |
|---|---|---|
| Chlor im Hallen- oder Freibad | Elasthan ermüdet, Farben bleichen aus | Sofort klar ausspülen |
| Salzwasser | Kristalle scheuern, Stoff wird steif | Gründlich mit Süsswasser spülen |
| Sonnencreme | Fettige Ränder, gelbliche oder orange Flecken | Früh vorbehandeln und waschen |
| Hitze und Sonne | Fasern verlieren Spannkraft | Im Schatten und flach trocknen |
| Raue Beckenränder | Knötchen und Fadenzieher | Auf ein Tuch sitzen |
1. Badekleid sofort nach dem Baden ausspülen
Der wichtigste Schritt dauert nur eine Minute: Spülen Sie Bikini, Badeanzug oder Badehose gleich nach dem Schwimmen unter der Dusche in der Badi oder zu Hause mit klarem, kaltem bis lauwarmem Wasser aus. So gelangen Chlor und Salz gar nicht erst dazu, stundenlang im Stoff zu wirken.
Auch nach einem Bad im See oder in der Aare lohnt sich das Ausspülen, denn Schwebstoffe, Algen und Sonnencreme bleiben sonst im Stoff. Anschliessend das Wasser sanft ausdrücken, nicht auswringen.
2. Das Badekleid von Hand waschen
Nach dem Ausspülen reicht meist eine kurze Handwäsche, gerade nach dem Hallenbad oder nach einem Tag mit viel Sonnencreme.
- Ein Lavabo oder Becken mit kaltem bis lauwarmem Wasser füllen.
- Wenig Fein- oder Wollwaschmittel darin auflösen.
- Das Teil einige Minuten einweichen und sanft durchdrücken – nicht reiben.
- Mit klarem Wasser gründlich ausspülen, bis kein Schaum mehr kommt.
- Wasser vorsichtig ausdrücken und alles in ein Frottiertuch einrollen, um Feuchtigkeit aufzusaugen.
Das deckt sich mit den Hinweisen zu den Pflegesymbolen: Handwäsche bedeutet laut dem Index der Pflegesymbole von GINETEX tiefe Temperaturen sowie nicht reiben und nicht auswringen. Verwenden Sie keinen Weichspüler – er legt sich auf die Fasern und kann die Elastizität mindern.
3. Badekleid waschen in der Maschine – wenn das Etikett es erlaubt
Viele Badekleider vertragen auch die Waschmaschine, sofern das Pflegeetikett ein Waschsymbol mit Temperatur zeigt. Dann gilt:
- Programm: Fein- oder Handwaschprogramm mit tiefer Temperatur, meist 30 °C.
- Wäschenetz: Bikini und Badeanzug in ein Wäschenetz geben, damit Träger und Häkchen sich nicht verheddern.
- Schleudern: tiefe Drehzahl wählen oder ganz darauf verzichten.
- Mitwäsche: nur mit ähnlichen Farben und ohne Jeans, Reissverschlüsse oder Klettverschlüsse.
Tiefe Temperaturen schonen nicht nur den Stoff. EnergieSchweiz empfiehlt ohnehin, bei 20 bis 30 °C und mit Eco-Programmen zu waschen und die Waschmittelmenge dabei nicht zu erhöhen. Mehr Waschmittel bringt hier nichts, es bleibt nur als Rückstand im Stoff.
Badekleider mit Bügeln, Formschalen oder Pailletten waschen Sie besser immer von Hand. Wie empfindliche Wäsche mit Bügeln sonst gepflegt wird, erklärt auch der Ratgeber BH waschen.
4. Badekleider richtig trocknen
Beim Trocknen wird am meisten falsch gemacht. Legen Sie Bikini oder Badeanzug flach auf ein Handtuch oder einen Wäscheständer, an einem luftigen Ort im Schatten. Direkte Sonne bleicht die Farben und schwächt das Elasthan, ebenso Heizkörper und Tumbler.
Hängen Sie nasse Badeanzüge nicht an den Trägern auf: Das Gewicht des Wassers zieht sie in die Länge. Trockene Badesachen versorgen Sie locker gefaltet in der Schublade, nicht zusammengeknüllt in der Badetasche.
5. Sonnencreme-Flecken und Gerüche entfernen
Sonnencreme hinterlässt auf Badekleidern oft fettige Ränder, die sich mit der Zeit gelblich oder orange verfärben können. Behandeln Sie solche Stellen möglichst früh: etwas Handspülmittel oder Gallseife auf den Fleck geben, sanft einarbeiten, kurz einwirken lassen und dann wie oben beschrieben von Hand waschen. Testen Sie Fleckenmittel bei kräftigen Farben zuerst an einer unauffälligen Stelle. Ausführliche Methoden finden Sie im Ratgeber Sonnencreme-Flecken entfernen.
Riecht die Badehose muffig, lag es meist zu lange nass in der Tasche. Eine Handwäsche und gründliches Trocknen an der Luft helfen in der Regel. Bei hartnäckigem Geruch in Sporttextilien lohnt sich ein Blick in den Ratgeber Sportkleidung stinkt trotz Waschen.
Die häufigsten Fehler
- Nasses Badekleid stundenlang in der Tasche: Chlor und Salz wirken weiter, dazu kommen Geruch und Stockflecken.
- Auswringen: Die elastischen Fasern werden überdehnt und können brechen.
- Tumbler oder Heizung: Hitze lässt Elasthan schnell ermüden – das Badekleid leiert aus.
- In der prallen Sonne trocknen: Die Farben bleichen aus, besonders bei Rot und Schwarz.
- Weichspüler: Er verklebt die Fasern und bringt hier keinen Vorteil.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man ein Badekleid waschen?
Ausspülen sollten Sie es nach jedem Baden. Eine Handwäsche mit etwas Feinwaschmittel ist nach dem Hallenbad, nach viel Sonnencreme oder spätestens nach einigen Badetagen sinnvoll.
Darf ein Badekleid in die Waschmaschine?
Nur wenn das Pflegeetikett es erlaubt. Dann wählen Sie ein Schonprogramm mit tiefer Temperatur, nutzen ein Wäschenetz und schleudern wenig oder gar nicht. Modelle mit Bügeln, Formschalen oder Verzierungen waschen Sie besser von Hand.
Warum leiert mein Badekleid aus?
Meist wirken Chlor, Salz, Sonnencreme und Hitze zusammen auf das Elasthan. Sofortiges Ausspülen, Trocknen im Schatten und der Verzicht auf Tumbler und Auswringen verlängern die Lebensdauer deutlich.
Kann man ein Badekleid in die Sonne legen?
Zum Trocknen besser nicht. Direkte Sonne bleicht die Farben und schwächt die elastischen Fasern. Ein luftiger Platz im Schatten reicht, damit alles innert weniger Stunden trocken ist.
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