
Nach dem Winter öffnet man die Tür und wird von muffiger Luft, Spinnweben und Staub begrüsst – manchmal auch von kleinen dunklen Körnchen im Regal. Wer das Gartenhaus reinigen will, bevor Gartenmöbel, Grill und Rasenmäher wieder gebraucht werden, wählt am besten einen trockenen, milden Tag im März oder April.
Ob Holzhütte im Garten, Geräteschuppen beim Einfamilienhaus oder Häuschen im Familiengarten: Fünf Schritte führen vom Ausräumen über Mäusespuren bis zur sicheren Lagerung von Farben und Pflanzenschutzmitteln.
Warum Sie das Gartenhaus im Frühling reinigen sollten
Über den Winter steht das Gartenhaus meist ungeheizt und kaum gelüftet da. Feuchte Luft kondensiert an Wänden und Geräten, Polster und Säcke ziehen Feuchtigkeit, Werkzeug beginnt zu rosten. Mäuse finden Schutz und Nistmaterial, Spinnen ziehen ein. Das BAFU nennt als typische Anzeichen von Mäusen Kot, Nagespuren, Geräusche und einen ammoniakartigen Geruch und warnt, dass Nager Krankheiten übertragen und Räume mit Kot und Urin verschmutzen können.
| Fund | Bedeutung | Was tun |
|---|---|---|
| Dunkle, reiskorngrosse Körnchen, Nagespuren | Mäuse | Befeuchten, mit Schutz entfernen, Löcher abdichten |
| Muffiger Geruch, Stockflecken auf Polstern | Feuchtigkeit | Lüften, Textilien waschen und trocknen |
| Weisslicher oder grünlicher Belag auf Holz | Möglicher Schimmel | Draussen abbürsten, Ursache der Feuchtigkeit suchen |
| Spinnweben, tote Insekten | Normal nach dem Winter | Abbürsten oder absaugen |
| Aufgequollene, rostige oder unbeschriftete Behälter | Alte Chemikalien | Mit Handschuhen aussortieren und entsorgen |
1. Ausräumen und sortieren
Tragen Sie an einem trockenen Tag alles ins Freie: Geräte, Töpfe, Säcke, Polster, Velos und Kisten. Sortieren Sie gleich in drei Gruppen: behalten, reinigen, entsorgen. Kaputtes Werkzeug gehört ins Altmetall, defekte Elektrogeräte wie Heckenschere oder Rasentrimmer zurück in den Handel oder an eine Sammelstelle, grössere Mengen Gerümpel in die Sperrgutabfuhr Ihrer Gemeinde.
Muffig riechende Gartenpolster waschen Sie nach Pflegeetikett und lassen sie in der Sonne trocknen. Wie Tische und Stühle aus Holz, Kunststoff oder Metall wieder frisch werden, zeigt der Ratgeber Gartenmöbel reinigen.
2. Spinnweben, Staub und Mäusekot entfernen
Arbeiten Sie von oben nach unten: zuerst Spinnweben an Decke und Balken mit einem Besen oder einer langen Bürste entfernen, dann Regale und Fensterbänke abbürsten. Tipps für hartnäckige Netze stehen im Ratgeber Spinnweben entfernen.
Bei Mäusekot gelten andere Regeln: nicht fegen und nicht saugen, denn dabei wird feiner Staub aufgewirbelt.
- Tür und Fenster öffnen und gut durchlüften.
- Handschuhe und eine gut sitzende Atemschutzmaske, zum Beispiel FFP2, anziehen.
- Kot und Umgebung mit Haushaltsreiniger und Wasser gründlich befeuchten und kurz einwirken lassen.
- Mit Küchenpapier aufnehmen, in einen Plastiksack geben, verschliessen und mit dem Kehricht entsorgen.
- Die Fläche nachwischen, Handschuhe entsorgen und die Hände gründlich waschen.
Die ausführliche Anleitung finden Sie unter Mäusekot entfernen. Damit keine neuen Mäuse einziehen, suchen Sie Ritzen und Löcher: Laut BAFU reicht einer Maus eine bleistiftdicke Öffnung. Dichten Sie Spalten ab, verschliessen Sie Lüftungsöffnungen mit feinem Drahtgitter und lagern Sie Saatgut, Vogel- und Tierfutter in dicht schliessenden Behältern aus Metall oder Glas. Bei starkem Befall hilft eine Schädlingsbekämpfungsfirma.
3. Wände, Regale und Boden reinigen
Holz verträgt keine Wasserflut. Bürsten Sie Wände und Regale zuerst trocken ab und wischen Sie sie dann mit einem gut ausgewrungenen Tuch und etwas Schmierseife oder mildem Allzweckreiniger nach. Einen Holzboden wischen Sie nebelfeucht, einen Beton- oder Plattenboden dürfen Sie mit Wasser und Schrubber reinigen. Den Hochdruckreiniger lassen Sie im Innenraum weg: Er raut Holz auf und drückt Wasser in Fugen und Ritzen. Putzen Sie auch Fenster und Türdichtungen – intakte Dichtungen halten Regen und Mäuse draussen.
4. Holz lüften und Schimmel vorbeugen
Lassen Sie das Gartenhaus nach der Reinigung bei offener Tür gut austrocknen, bevor Sie wieder einräumen. Prüfen Sie nach dem nächsten Regen, ob Dach, Dachpappe, Fenster oder Türschwelle undicht sind – nasse Stellen verraten Lecks. Räumen Sie nur trockene Polster, Säcke und Kartons ein.
Kleine Schimmelflecken auf unbehandeltem Holz bürsten Sie mit Maske im Freien ab. Wie Sie danach vorgehen und wann eine Fachperson gefragt ist, erklärt der Ratgeber Schimmel auf Holz entfernen. Wer das Holz anschliessend ölt oder lasiert, sollte wissen: Mit Öl getränkte Lappen können sich selbst entzünden. Tränken Sie sie nach Gebrauch vollständig mit Wasser und lassen Sie sie im Freien trocknen – nie zusammengeknüllt im Gartenhaus liegen lassen.
5. Chemikalien sicher lagern und entsorgen
In vielen Gartenhäusern stehen alte Farbdosen, Verdünner, Holzschutzmittel, Unkrautvertilger, Dünger, Grillanzünder oder Benzin für den Rasenmäher. Sortieren Sie mit Handschuhen aus, was abgelaufen, unbeschriftet, eingetrocknet oder beschädigt ist.
- Entsorgen: Farben, Lacke, Säuren, Laugen, Lösungsmittel, Verdünner und Spraydosen sind laut BAFU Sonderabfall. Sie gehören zurück in den Fachhandel, an eine Sammelstelle oder an einen Sonderabfall-Sammeltag von Gemeinde oder Kanton – nie in den Kehricht, in den Ablauf oder auf den Kompost.
- Richtig lagern: Produkte in der Originalverpackung lassen, nie in Getränkeflaschen umfüllen und gut verschlossen aufbewahren. Das Portal cheminfo.ch empfiehlt, Chemikalien für Kinder unerreichbar aufzubewahren, am besten höher als 160 cm und abgeschlossen, und die Entsorgungshinweise zu beachten.
- Nie mischen: Reste nicht zusammenschütten, auch nicht zum Entsorgen.
Häufige Fehler beim Gartenhaus reinigen
- Mäusekot wegfegen oder saugen: Dabei wird feiner Staub aufgewirbelt.
- Mit dem Hochdruckreiniger drinnen spritzen: Das Holz saugt sich voll und raut auf.
- Feuchte Polster und Säcke wieder einräumen: Das ist eine Einladung für Schimmel.
- Alte Chemikalien in den Kehricht oder den Ablauf: Sonderabfall gehört zur Sammelstelle.
- Ölige Lappen zusammengeknüllt liegen lassen: Sie können sich selbst entzünden.
Häufige Fragen
Wann ist die beste Zeit, das Gartenhaus zu reinigen?
Im Frühling an einem trockenen, milden Tag, bevor Gartenmöbel und Geräte wieder gebraucht werden. Ein zweiter, kürzerer Durchgang im Herbst vor dem Einwintern lohnt sich ebenfalls.
Wie entferne ich Mäusekot im Gartenhaus sicher?
Gut lüften, Handschuhe und Atemschutzmaske tragen, den Kot mit Reinigungslösung befeuchten und mit Küchenpapier aufnehmen. Nie fegen oder saugen. Den Abfall verschlossen in den Kehricht geben und danach die Hände waschen.
Womit reinige ich ein Gartenhaus aus Holz?
Mit Bürste, einem gut ausgewrungenen Tuch und etwas Schmierseife oder mildem Allzweckreiniger. Das Holz nie durchnässen und nach der Reinigung gut trocknen lassen. Auf den Hochdruckreiniger verzichten Sie besser.
Wohin mit alten Farben und Pflanzenschutzmitteln?
Farben, Lacke, Lösungsmittel und Spraydosen sind Sonderabfall: Bringen Sie sie zur Verkaufsstelle, zu einer Sammelstelle oder an einen Sonderabfall-Sammeltag Ihrer Gemeinde oder Ihres Kantons. Bei Pflanzenschutzmitteln beachten Sie die Entsorgungshinweise auf der Packung oder fragen in der Verkaufsstelle nach.
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