
Ein Glas Pinselwasser kippt um, die Hände voller Fingerfarbe landen auf dem Pullover, und am Tisch trocknen blaue und rote Kleckse. Wer Wasserfarbe-Flecken entfernen muss, hat meist gute Karten: Die meisten Kinderfarben lösen sich mit Wasser, wenn Sie in der richtigen Reihenfolge vorgehen.
Ob Malkasten, Fingerfarbe oder Plakatfarbe aus dem Kindergarten: Fünf Schritte zeigen, wie Sie Farbe aus Kleidung, von Tisch und Boden und von der Wand bekommen, ohne das Material zu beschädigen.
Warum Wasserfarben meist gut herausgehen
Wasserfarben aus dem Malkasten, Fingerfarben und die meisten Schulfarben bestehen aus Farbpigmenten und einem Bindemittel, das sich in Wasser löst. Anders als Acryl- oder Dispersionsfarben bilden sie beim Trocknen keinen wasserfesten Film. Deshalb lassen sich die Flecken auch später noch lösen.
Schwierig wird es trotzdem: Die Pigmente sind sehr fein und setzen sich tief in Baumwollfasern, Holzporen und Tapeten. Stark färbende Töne wie Rot, Blau und Violett hinterlassen oft einen Schatten. Und wird ein Fleck heiss gewaschen oder im Tumbler getrocknet, bevor er ganz weg ist, kann er sich festsetzen.
| Farbart | Eigenschaft | So gehen Sie vor |
|---|---|---|
| Wasserfarbe (Malkasten) | Dünn, stark färbend, wasserlöslich | Abtupfen, kalt ausspülen, Gallseife |
| Fingerfarbe | Dick, pastos, meist auswaschbar | Antrocknen lassen, abbürsten, auswaschen |
| Plakat- oder Gouachefarbe | Deckend, wasserlöslich | Wie Wasserfarbe, eventuell mehrmals behandeln |
| Acrylfarbe | Nach dem Trocknen wasserfest | Sofort handeln, siehe Farbspritzer entfernen |
Schauen Sie im Zweifel auf die Verpackung der Farbe: Steht dort «auswaschbar» oder «washable», sind die Chancen besonders gut.
1. Sofort handeln oder antrocknen lassen
Bei dünner Wasserfarbe gilt: je schneller, desto besser. Tupfen Sie frische Farbe mit Küchenpapier oder einem hellen Tuch ab, ohne zu reiben. Reiben verteilt die Pigmente und drückt sie tiefer in die Fasern.
Bei dicker Fingerfarbe ist Warten oft besser. Frisch verschmiert sie beim Abwischen, angetrocknet lässt sie sich zum grössten Teil abbröckeln und mit einer trockenen Bürste ausbürsten. Erst dann kommt Wasser ins Spiel.
2. Kleidung kalt ausspülen und vorbehandeln
- Kleidungsstück auf links drehen und den Fleck unter fliessendem kaltem Wasser ausspülen, bis kaum noch Farbe herausläuft.
- Gallseife oder Kernseife anfeuchten und in den Fleck einreiben. Kernseife gehört zu den einfachen Hausmitteln, die die Stiftung für Konsumentenschutz statt vieler Spezialprodukte empfiehlt.
- Die Seife 15 bis 30 Minuten einwirken lassen, dann den Stoff sanft zwischen den Fingern bewegen und erneut kalt ausspülen.
- Bei Resten den Vorgang wiederholen. Mehr zu diesem Klassiker lesen Sie im Ratgeber Gallseife.
Testen Sie Seife und Fleckenmittel bei farbiger Kleidung zuerst an einer unauffälligen Stelle, etwa an der Innennaht.
3. In der Maschine waschen, aber richtig
Ist der Fleck weitgehend verschwunden, waschen Sie das Kleidungsstück normal. Die zulässige Temperatur verrät das Pflegeetikett: Die Zahl im Waschbottich ist die Höchsttemperatur. Bei Handwäsche empfiehlt der Pflegesymbol-Verband GINETEX, höchstens 40 °C zu wählen und nicht zu reiben oder zu wringen.
Kontrollieren Sie den Fleck nach der Wäsche bei Tageslicht, bevor Sie das Kleidungsstück in den Tumbler geben. Ist noch ein Schatten zu sehen, behandeln Sie ihn erneut vor und lassen die Kleidung an der Luft trocknen. Häufige Flecken auf Kinderkleidern behandelt der Ratgeber Kinderkleidung: Flecken entfernen ausführlich.
4. Tisch, Stühle und Boden reinigen
Auf glatten, versiegelten Flächen wie beschichteten Tischen, Plättli oder Laminat lösen sich Wasserfarben meist leicht:
- Frische Flecken: mit einem feuchten Mikrofasertuch aufnehmen, das Tuch oft ausspülen.
- Angetrocknete Flecken: warmes Wasser mit einem Spritzer Spülmittel auftragen, kurz einweichen lassen, dann abwischen.
- Fugen und Rillen: mit einer alten Zahnbürste und Seifenwasser ausbürsten.
- Hartnäckige Farbschatten auf glatten Flächen: ein Tuch mit etwas Alkohol (Brennsprit) befeuchten und damit tupfen. Vorher an verdeckter Stelle testen, auf lackiertem oder geöltem Holz verzichten.
Unbehandeltes Holz saugt Farbe auf. Hier hilft nur vorsichtiges Wischen mit wenig Wasser, bei tiefen Flecken leichtes Anschleifen durch eine Fachperson oder nach Herstellerangaben. Eine abwaschbare Unterlage beim Malen erspart Ihnen den Aufwand.
5. Farbe von der Wand entfernen
Innenwände sind häufig mit matter Dispersionsfarbe gestrichen. Diese verträgt nur wenig Wasser und keinen Druck, sonst entstehen glänzende oder helle Stellen.
- Frische Farbe mit einem trockenen Tuch abtupfen.
- Ein Mikrofasertuch mit lauwarmem Wasser nur leicht befeuchten und den Fleck von aussen nach innen abtupfen.
- Bei Resten etwas Seifenwasser verwenden, anschliessend mit klarem Wasser nachtupfen und trocknen lassen.
- Einen Schmutzradierer nur sehr vorsichtig und nach einem Test an verdeckter Stelle einsetzen: Er schleift die Oberfläche leicht an.
Die häufigsten Fehler beim Wasserfarbe-Flecken entfernen
- Heiss auswaschen: Heisses Wasser kann Farbreste fixieren. Beginnen Sie immer kalt.
- Reiben statt tupfen: Der Fleck wird grösser und sitzt tiefer.
- Zu früh in den Tumbler: Hitze macht aus einem Farbschatten einen dauerhaften Fleck.
- Wand scheuern: Auf matter Farbe bleiben glänzende Stellen zurück, die oft auffälliger sind als der Fleck.
- Acryl wie Wasserfarbe behandeln: Getrocknete Acrylfarbe löst sich nicht mehr in Wasser. Auch Wachsmalstifte brauchen eine andere Methode, siehe Wachsmalstift entfernen.
Häufige Fragen
Geht Wasserfarbe beim Waschen von selbst raus?
Oft ja, vor allem bei als auswaschbar bezeichneten Kinderfarben. Stark färbende Töne hinterlassen aber häufig einen Schatten. Spülen Sie den Fleck deshalb vorher kalt aus und behandeln Sie ihn mit Gallseife vor.
Was hilft bei angetrockneter Fingerfarbe?
Bürsten Sie die getrocknete Farbe zuerst trocken aus. Danach spülen Sie den Stoff von der Rückseite kalt aus, reiben Gallseife ein und lassen sie einwirken, bevor Sie waschen.
Wie bekomme ich Wasserfarbe von der Wand?
Tupfen Sie den Fleck mit einem nur leicht feuchten Mikrofasertuch ab, bei Bedarf mit etwas Seifenwasser. Nicht scheuern, denn matte Wandfarbe bekommt sonst glänzende Stellen.
Ist Wasserfarbe gefährlich, wenn ein Kind sie in den Mund nimmt?
Kinderfarben sind für den Gebrauch durch Kinder gedacht, trotzdem gehört Farbe nicht in den Mund. Sind Sie unsicher, ob etwas Schädliches verschluckt wurde, rufen Sie Tox Info Suisse unter 145 an. Dieser Ratgeber ersetzt keine medizinische Beratung.
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