
Die Scheiben werden grünlich, auf dem Kies liegt brauner Schlamm, und das Wasser wirkt nicht mehr ganz klar. Wer das Aquarium reinigen will, greift am besten nicht zum grossen Putz, sondern zu einer ruhigen, regelmässigen Routine. Denn in einem Becken lebt mehr als nur Fische: Unzählige nützliche Bakterien in Filter und Kies halten das Wasser sauber.
Fünf Schritte zeigen, wie Sie Scheiben, Bodengrund und Filter pflegen, ohne dieses Gleichgewicht zu stören – und warum Putzmittel im und am Becken nichts verloren haben.
Warum Sie das Becken regelmässig, aber schonend pflegen sollten
Futterreste, Pflanzenteile und Ausscheidungen der Fische belasten das Wasser jeden Tag. Abgebaut werden sie von Bakterien, die sich vor allem im Filter und im Bodengrund ansiedeln. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) empfiehlt deshalb, ein neues Becken vier Wochen ohne Fische laufen zu lassen, damit sich diese Bakterien ansiedeln können. Gute Wasserqualität braucht laut BLV einen funktionierenden Filter und regelmässige Wasserwechsel.
Wer zu gründlich putzt – alles ausspült, den Kies wäscht und den Filter heiss ausspritzt –, zerstört genau diese Helfer. Die Folge kann trübes Wasser sein, das die Fische belastet. Die richtige Pflege ist deshalb regelmässig und massvoll.
| Aufgabe | Wie oft | Worauf achten |
|---|---|---|
| Teilwasserwechsel | Wöchentlich, in kleineren Becken etwa ein Drittel | Temperiertes Wasser langsam einfüllen |
| Mulm absaugen | Beim Wasserwechsel | Nur Teilbereiche, nicht den ganzen Boden |
| Scheiben innen | Bei Bedarf | Algenmagnet oder Klinge, kein Putzmittel |
| Filter spülen | Regelmässig, nicht am Tag des Wasserwechsels | Nur in Beckenwasser, nie heiss |
| Aussenscheibe, Abdeckung | Bei Bedarf | Tuch mit Wasser, kein Spray am offenen Becken |
1. Vorbereiten: Werkzeug nur fürs Becken
Legen Sie sich eine kleine Grundausstattung zu, die ausschliesslich für das Aquarium verwendet wird: ein Eimer, ein Schlauch mit Mulmglocke, ein Algenmagnet oder eine Scheibenklinge und ein paar Schwämme. Kennzeichnen Sie den Eimer gut. Schon Reste von Putz- oder Waschmittel aus einem Haushaltseimer können für Fische gefährlich sein.
Vor dem Arbeiten waschen Sie die Hände und spülen sie gründlich mit klarem Wasser ab, damit keine Seife, Handcreme oder Parfüm ins Wasser gelangt. Schalten Sie Filter und Heizstab nach Anleitung des Herstellers aus, bevor Sie den Wasserstand absenken. Wasser und Strom sind eine gefährliche Kombination: Arbeiten Sie mit trockenen Händen an Steckern und Kabeln.
2. Scheiben innen von Algen befreien
Ein grünlicher Belag auf der Innenseite ist normal und lässt sich leicht entfernen:
- Algenmagnet: Ein Teil innen, eines aussen – so reinigen Sie die Scheibe, ohne ins Wasser zu greifen. Achten Sie darauf, dass kein Kieselsteinchen zwischen Magnet und Glas gerät, sonst gibt es Kratzer.
- Scheibenklinge: Hartnäckige Beläge auf Glas lösen Sie mit einer Klinge. Führen Sie sie flach und halten Sie Abstand zu den Silikonnähten in den Ecken. Bei Becken aus Acrylglas ist eine Klinge tabu – hier nur weiche Schwämme verwenden.
- Reihenfolge: Scheiben zuerst reinigen, dann Mulm absaugen. So saugen Sie gelöste Algen gleich mit ab.
3. Aquarium reinigen: Mulm absaugen und Wasser wechseln
Der Teilwasserwechsel ist die wichtigste Pflegemassnahme. Laut BLV ersetzen Sie in kleineren Becken wöchentlich etwa ein Drittel des Wassers.
- Mulm absaugen: Mit der Mulmglocke über den Bodengrund fahren und das Wasser in den Eimer laufen lassen. Die Glocke wirbelt den Kies kurz auf, der leichte Schmutz wird abgesaugt, die Steinchen fallen zurück. Bearbeiten Sie jedes Mal nur einen Teil des Bodens.
- Wasser abfüllen: Auf diese Weise gleich die Menge für den Teilwasserwechsel entnehmen.
- Neues Wasser vorbereiten: Frisches Wasser auf die Temperatur des Beckens bringen. Ob Ihr Leitungswasser aufbereitet werden muss, klären Sie am besten im Fachhandel.
- Langsam einfüllen: Das BLV empfiehlt, temperiertes Wasser über einen Brausekopf einzufüllen. So wird der Bodengrund nicht aufgewirbelt und die Fische werden geschont.
Das abgesaugte Wasser eignet sich gut zum Giessen von Zimmerpflanzen. Einen Teil davon brauchen Sie ausserdem für die Filterreinigung.
4. Filter schonend reinigen
Der Filter ist das Herz des Aquariums. Darin leben besonders viele nützliche Bakterien. Das BLV empfiehlt, das Filtermaterial regelmässig zu reinigen, aber nicht zur gleichen Zeit wie den Wasserwechsel. So bleibt immer ein Teil der Bakterien ungestört.
- Filterschwämme in einem Eimer mit abgesaugtem Beckenwasser vorsichtig ausdrücken, bis grober Schmutz entfernt ist.
- Nicht unter heissem Leitungswasser ausspülen und nie mit Spülmittel reinigen.
- Nicht alle Filtermaterialien gleichzeitig ersetzen, sondern gestaffelt nach Anleitung des Herstellers.
- Vor dem Wiedereinschalten prüfen, ob Schläuche und Dichtungen richtig sitzen.
5. Aussenscheibe, Abdeckung und Umgebung
Auch von aussen soll das Becken klar aussehen. Fingerabdrücke und Staub entfernen Sie mit einem leicht feuchten Mikrofasertuch und klarem Wasser, danach trocken nachwischen. Glasreiniger-Sprays haben am offenen Becken nichts verloren: Der Sprühnebel kann ins Wasser gelangen. Weitere Tipps für hartnäckige Flecken auf Glas finden Sie im Ratgeber Glas reinigen.
Kalkränder auf der Abdeckscheibe reinigen Sie am besten, indem Sie die Abdeckung abnehmen und fern vom Becken säubern. Spülen Sie sie danach sehr gründlich mit klarem Wasser ab. Auf Möbel, Regale und Boden rund um das Becken gelangt oft Spritzwasser. Wischen Sie diese regelmässig trocken, damit keine Wasserränder entstehen. Wie Sie Staub in der Wohnung effizient entfernen, lesen Sie unter Staub wischen.
Häufige Fehler bei der Beckenpflege
- Alles auf einmal putzen: Wasserwechsel, Kieswäsche und Filterreinigung am selben Tag stören das biologische Gleichgewicht.
- Filter unter heissem Wasser ausspülen: Das tötet die nützlichen Bakterien.
- Putzmittel oder Haushaltseimer verwenden: Schon Rückstände können Fische schädigen.
- Kaltes Wasser direkt einfüllen: Temperaturunterschiede stressen die Fische.
- Zu viel füttern: Futterreste belasten das Wasser und fördern Algen.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man ein Aquarium reinigen?
Den Teilwasserwechsel machen Sie am besten wöchentlich; in kleineren Becken ersetzen Sie laut BLV etwa ein Drittel des Wassers. Scheiben reinigen Sie nach Bedarf, den Filter regelmässig, aber nicht am selben Tag wie den Wasserwechsel.
Darf ich Putzmittel für das Aquarium verwenden?
Nein. Im Becken, an Deko und Zubehör kommt nur klares Wasser zum Einsatz. Auch für die Aussenscheibe reicht ein feuchtes Mikrofasertuch; Sprays gehören nicht in die Nähe des offenen Beckens.
Muss ich die Fische zum Reinigen herausnehmen?
Nein. Beim Teilwasserwechsel bleiben die Fische im Becken. Arbeiten Sie ruhig, saugen Sie nur Teilbereiche ab und füllen Sie das neue Wasser langsam ein.
Wie reinige ich den Filter, ohne die Bakterien zu zerstören?
Drücken Sie die Filterschwämme in abgesaugtem Beckenwasser vorsichtig aus, statt sie unter heissem Leitungswasser zu spülen. Ersetzen Sie Filtermaterial nur gestaffelt nach Anleitung des Herstellers.
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