Hausmittel & Putzroutinen

Brille reinigen ohne Kratzer: 5 Schritte und die Fehler, die Gläser ruinieren

Pulloverärmel, Papiertaschentuch oder Anhauchen: So putzen viele ihre Brille und zerkratzen dabei langsam die Gläser. Mit Wasser, Spülmittel und dem richtigen Tuch geht es besser.

Veröffentlicht am · 6 Min. Lesezeit· von Redaktion Priority Clean
Schwarze Brille liegt auf einem Blatt Papier, die Gläser sollen kratzfrei sauber werden
📷 Mari Helin-Tuominen · CC0 1.0

Kurz mit dem Pulloverärmel drüber, anhauchen, fertig: So putzen viele ihre Brille mehrmals am Tag. Genau das zerkratzt die Gläser mit der Zeit. Wer die Brille reinigen will, ohne die Beschichtung zu beschädigen, braucht vor allem zwei Dinge: lauwarmes Wasser mit einem Tropfen Spülmittel und ein sauberes Mikrofasertuch.

Gerade im Januar ist die Brille ständig verschmiert oder beschlagen, ob auf der Skipiste oder beim Einsteigen ins warme Tram. Fünf Schritte zeigen, wie Sie Korrektur-, Lese- und Sonnenbrillen schonend reinigen – und welche Fehler Gläser ruinieren.

Warum Brillengläser so leicht verkratzen

Die meisten Brillengläser sind heute aus Kunststoff: leicht und weniger bruchanfällig, aber weicher als Mineralglas. Damit sie lange klar bleiben, tragen sie hauchdünne Schichten – eine Hartschicht gegen Kratzer, eine Entspiegelung gegen Reflexe und oft eine schmutzabweisende Deckschicht. Diese Schichten halten im Alltag viel aus, reagieren aber empfindlich auf Reibung, Hitze und aggressive Mittel.

Das eigentliche Problem ist Staub. Er enthält feine mineralische Partikel wie Sand, die Kratzer verursachen können. Wer ein staubiges Glas trocken abreibt, zieht diese Körner über die Oberfläche. Einzeln sieht man die feinen Kratzer kaum, doch mit der Zeit wirkt das Glas milchig und blendet, besonders nachts im Strassenverkehr.

MittelFür Brillengläser?Warum
Lauwarmes Wasser und SpülmittelJaSpült Staub weg und löst Hautfett
Reinigungsspray vom OptikerJaAuf beschichtete Gläser abgestimmt
Einweg-BrillenputztücherUnterwegs jaPraktisch, groben Staub aber vorher wegblasen
T-Shirt, Taschentuch, KüchenpapierNeinFasern und Staub zerkratzen die Oberfläche
Brennsprit, Glasreiniger, Essig, AcetonNeinKönnen Beschichtung und Fassung angreifen

1. Zuerst Hände waschen und die Brille abspülen

Waschen Sie zuerst die Hände, sonst bringen Sie Hautfett und Handcreme gleich wieder auf die Gläser. Halten Sie die Brille dann unter einen sanften Strahl lauwarmes Wasser. So spülen Sie Staub und Sandkörner weg, bevor etwas die Gläser berührt.

Lauwarm heisst: angenehm für die Hände. Heisses Wasser kann die Beschichtung auf Dauer schädigen.

2. Die Brille mit Spülmittel reinigen

  1. Einen kleinen Tropfen mildes Spülmittel ohne rückfettende Zusätze auf die Fingerspitzen geben.
  2. Beide Seiten der Gläser mit den Fingern sanft einreiben, ohne mit den Fingernägeln zu kratzen.
  3. Fassung, Bügel und Nasenpads mit einschäumen – dort sammeln sich Hautfett und Schweiss.
  4. Gründlich unter lauwarmem Wasser abspülen, bis kein Schaum mehr bleibt.

Mehr braucht es nicht. Die Stiftung für Konsumentenschutz zeigt in ihrem Ratgeber Hausmittel statt Putzmittel, dass wenige einfache Mittel und das passende Putzwerkzeug für die meisten Arbeiten genügen. Essig, Zitronensaft oder Alkohol, die im Haushalt gute Dienste leisten, gehören allerdings nicht auf beschichtete Brillengläser.

3. Mit einem sauberen Mikrofasertuch trocknen

Lassen Sie das Wasser kurz abtropfen und nehmen Sie die restlichen Tropfen mit einem sauberen Mikrofasertuch auf. Danach mit leichten, kreisenden Bewegungen nachpolieren. An der Luft trocknen lassen ist keine gute Idee: Bei hartem Wasser, wie es in vielen Schweizer Gemeinden aus der Leitung kommt, bleiben Kalkränder zurück.

Ein Tuch ist nur so gut wie sein Zustand. Steckt es wochenlang lose in der Jackentasche, sammelt es Staub und Hautfett – und verteilt beides wieder auf den Gläsern.

4. Nasenpads, Scharniere und Bügel nicht vergessen

Auf Nasenpads und Bügelenden sammeln sich Schweiss, Hautfett und Make-up. Das sieht nicht nur unschön aus, es kann auch riechen. Einmal pro Woche reinigen Sie diese Stellen gründlicher:

  • Nasenpads: mit einer weichen, sauberen Zahnbürste und Spülwasser vorsichtig abbürsten.
  • Scharniere und Schrauben: mit der Zahnbürste ausbürsten und gut abspülen.
  • Bügelenden: mit Spülwasser abwischen, danach trocknen.

Vergilbte oder harte Nasenpads tauscht Ihr Optikergeschäft aus. Viele Optiker reinigen Brillen auch im Ultraschallbad und richten verbogene Fassungen nach – fragen Sie einfach nach.

5. Richtig aufbewahren und das Tuch waschen

Legen Sie die Brille nie mit den Gläsern nach unten auf den Tisch, sondern auf die Bügel oder ins Etui. In der Jacken- oder Handtasche ohne Etui reiben Schlüssel und Kleingeld an den Gläsern. Im Sommer gehört die Brille nicht hinter die Windschutzscheibe: Hitze kann Beschichtung und Fassung schaden.

Das Brillentuch waschen Sie regelmässig, von Hand oder in der Maschine, ohne Weichspüler. Hat es ein Pflegeetikett, halten Sie sich daran; was die Symbole bedeuten, erklärt der Pflegesymbol-Index von GINETEX. Weitere Tipps finden Sie im Ratgeber Mikrofasertuch waschen.

Sonnenbrille, Skibrille und beschlagene Gläser

  • Sonnenbrille: gleich reinigen wie eine Korrekturbrille. Nach Sand, Sonnencreme oder Salzwasser immer zuerst abspülen; verspiegelte Gläser sind besonders kratzempfindlich.
  • Skibrille: Die Innenseite hat oft eine Antibeschlag-Schicht. Nicht reiben, vor allem nicht im nassen Zustand, sondern an der Luft trocknen lassen und die Hinweise des Herstellers beachten.
  • Beschlagene Brille: Kommen Sie aus der Kälte, warten Sie einen Moment, bis sich die Gläser angepasst haben, statt sofort zu wischen.

Ähnlich schonend reinigen Sie übrigens Displays: Der Ratgeber Handy reinigen zeigt, wie.

Die 5 Fehler, die Brillengläser ruinieren

  • Trocken abreiben mit T-Shirt, Pullover oder Taschentuch: Staub und Fasern wirken wie Schleifpapier.
  • Anhauchen und wischen: Der Hauch löst keinen Staub, die Körner bleiben und kratzen.
  • Haushaltsreiniger, Brennsprit, Essig oder Aceton: Sie können Beschichtung und Kunststofffassung angreifen.
  • Heisses Wasser, Geschirrspüler oder Armaturenbrett: Hitze kann die Beschichtung rissig machen.
  • Brille mit den Gläsern nach unten ablegen: Die Oberfläche scheuert auf Tisch und Ablage.

Häufige Fragen

Kann man die Brille mit Spülmittel reinigen?

Ja. Ein Tropfen mildes Spülmittel ohne rückfettende Zusätze in lauwarmem Wasser ist für den Alltag die schonendste Methode. Danach gründlich abspülen und mit einem sauberen Mikrofasertuch trocknen.

Darf man Brillengläser mit Alkohol reinigen?

Brennsprit oder reinen Alkohol verwenden Sie besser nicht, denn beides kann Beschichtung und Fassung angreifen. Reinigungssprays vom Optiker sind auf beschichtete Gläser abgestimmt; wenden Sie sie nach Anleitung an.

Wie oft sollte man die Brille reinigen?

Am besten täglich mit Wasser und Spülmittel, bei Bedarf zwischendurch mit dem Mikrofasertuch, aber erst nach dem Abspülen oder Wegblasen von Staub. Bei Nasenpads und Scharnieren genügt es, sie einmal pro Woche gründlicher zu reinigen.

Lassen sich Kratzer aus Brillengläsern entfernen?

Nein. Hausmittel wie Zahnpasta oder Polituren tragen die Beschichtung weiter ab und machen es schlimmer. Stören Kratzer beim Sehen, lassen Sie sich im Optikergeschäft beraten.

Übersicht: Brille reinigen ohne Kratzer: 5 Schritte und die Fehler, die Gläser ruinieren
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Redaktion Priority CleanUnser Reinigungsteam aus Alberswil LU teilt hier Erfahrungen aus Umzugs-, Haushalts-, Büro- und Fensterreinigungen in der ganzen Zentral- und Nordwestschweiz.