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Fugen reinigen: 5 Methoden, mit denen graue Fugen in Bad und Küche wieder hell werden

Graue, fleckige Fugen lassen selbst saubere Plättli schmuddelig aussehen. Mit diesen fünf Methoden werden sie wieder hell – ohne das Material zu beschädigen.

Veröffentlicht am · 5 Min. Lesezeit· von Redaktion Priority Clean
Bad mit blau-grünen Plättli, hellen Fugen und freistehender Badewanne – Fugen reinigen
📷 rawpixel (creator not credited) · CC0 1.0

Neue Plättli, weisse Fugen – und ein paar Jahre später wirkt der ganze Boden grau, obwohl er jede Woche gewischt wird. Das Problem liegt selten an den Plättli, sondern in den Zwischenräumen. Zementfugen sind porös und saugen Schmutzwasser, Seifenreste und Fett auf wie ein Schwamm. Fugen reinigen braucht deshalb ein anderes Vorgehen als die Plättli selbst: mehr Mechanik, gezielte Mittel und etwas Geduld.

Hier finden Sie fünf Methoden, sortiert von sanft bis intensiv. Beginnen Sie immer mit der mildesten und testen Sie jedes Mittel an einer unauffälligen Stelle.

Zementfuge oder Silikonfuge? Erst unterscheiden

Bevor Sie loslegen, lohnt sich ein genauer Blick:

FugenartWoEigenschaftenPflege
ZementfugeZwischen den Plättli auf Boden und WandHart, porös, saugfähigBürsten, milde Mittel, keine Säure-Dauerbehandlung
SilikonfugeEcken, Übergang Wanne/Dusche, KüchenabdeckungElastisch, glattWeich reinigen, bei Schimmel oft ersetzen
EpoxidfugeOft in Profiküchen, teils im BadDicht, sehr beständigEinfache Reinigung, Herstellerangaben beachten

Dieser Artikel konzentriert sich auf Zementfugen. Für dunkle Punkte im Silikon lesen Sie unseren Beitrag Schimmel an der Silikonfuge.

Warum Fugen grau werden

Beim Wischen gelangt Schmutzwasser in die leicht vertieften, porösen Rillen und trocknet dort ein. In der Dusche kommen Seifenreste und Kalk dazu, in der Küche Fett und Kochdunst. Mit jedem Reinigungsdurchgang, bei dem nicht gezielt dort gearbeitet wird, lagert sich eine weitere feine Schicht ab.

Die gute Nachricht: Oft steckt der Schmutz nur in den oberen Millimetern. Wer mechanisch arbeitet und dem Mittel Zeit gibt, sieht meist schnell Ergebnisse.

1. Natronpaste und Fugenbürste: der sanfte Start

Natron ist ein mildes Scheuermittel und eignet sich gut für die ersten Versuche. Es gehört zu den klassischen Hausmitteln, die auch die Stiftung für Konsumentenschutz empfiehlt.

  1. 3 Esslöffel Natron mit wenig Wasser zu einer zähen Paste mischen.
  2. Die Paste mit einem Finger (Handschuh) oder Spachtel direkt in die Fugen streichen.
  3. 15–20 Minuten einwirken lassen.
  4. Mit einer schmalen Bürste oder alten Zahnbürste entlang der Linien schrubben.
  5. Mit klarem Wasser und einem Schwamm gründlich abwaschen und trocknen.

2. Fugen reinigen in der Küche: Spülmittel oder Schmierseife gegen Fett

In der Küche ist das Grau am Plättli-Spiegel oft ein Fettfilm. Hier hilft ein fettlösendes Mittel besser als Natron allein.

  • Heisses Wasser mit einem kräftigen Schuss Spülmittel oder Schmierseife mischen.
  • Die Zwischenräume mit einem Schwamm einweichen und einige Minuten wirken lassen.
  • Mit der Bürste bearbeiten und sofort mit klarem Wasser nachwischen.
  • Bei hartnäckigem Fett Natronpaste mit ein paar Tropfen Spülmittel kombinieren.

Achten Sie darauf, dass keine Reinigerreste zurückbleiben – sie ziehen neuen Schmutz an.

3. Dampfreiniger: tiefe Reinigung ohne Chemie

Ein Dampfreiniger mit Punktstrahldüse und kleiner Bürste löst Schmutz aus den Poren, ohne dass Reinigungsmittel nötig sind.

  • Punktdüse mit Rundbürstenaufsatz verwenden und langsam den Linien entlangfahren.
  • Den gelösten Schmutz sofort mit einem Mikrofasertuch aufnehmen.
  • In Etappen arbeiten, damit der Schmutz nicht wieder antrocknet.

Vorsicht bei Silikonfugen, Naturstein, alten oder bröckelnden Stellen und in der Nähe von Steckdosen. Heisser Dampf kann empfindliche Materialien schädigen. Prüfen Sie die Herstellerangaben Ihres Geräts und Ihrer Plättli.

4. Sauerstoffbleiche oder Chlor: nur punktuell und mit Vorsicht

Bleibt es nach der mechanischen Reinigung fleckig, können bleichende Mittel helfen. Sauerstoffbleiche (zum Beispiel als Pulver aus der Drogerie) gilt als die mildere Option. Chlorhaltige Reiniger wirken stärker, bringen aber Risiken mit sich.

  1. Fenster öffnen oder Ventilator einschalten, Handschuhe tragen.
  2. Das Mittel gemäss Etikette anmischen und nur gezielt auftragen.
  3. Einwirkzeit einhalten, dann gründlich mit Wasser abspülen.
  4. Farbige Flächen, Textilien und Armaturen schützen – Bleichmittel können entfärben.

Und noch ein Hinweis zu Säuren: Essig und Zitronensäure lösen zwar Kalk, greifen aber auch das Bindemittel im Zement an. Gelegentlich und verdünnt ist das meist unproblematisch, bei Dauerbehandlung wird der Zement dadurch rau und saugen noch mehr Schmutz auf. Kalk in der Dusche behandeln Sie deshalb besser gezielt auf Glas und Armaturen, wie im Artikel Kalk in der Dusche entfernen beschrieben.

5. Fugenstift, Imprägnierung oder Erneuerung

Manchmal ist das Material nicht verschmutzt, sondern dauerhaft verfärbt oder beschädigt. Dann gibt es drei Möglichkeiten:

  • Fugenstift oder Fugenfarbe: Überdeckt Verfärbungen optisch. Das wirkt gut, nutzt sich aber ab und sollte in einer Mietwohnung nur nach Absprache verwendet werden.
  • Fugenimprägnierung: Nach einer gründlichen Reinigung und vollständigem Trocknen aufgetragen, nimmt das Material weniger Schmutz auf.
  • Fugen erneuern: Bröckelndes oder rissiges Material lässt man am besten von einer Fachperson auskratzen und neu verfugen.

Bei Natursteinböden gelten besondere Regeln – mehr dazu im Beitrag Kalkflecken auf Naturstein.

Häufige Fehler beim Fugenputzen

  • Mit dem Wischmopp über Fugen fahren: Das Schmutzwasser landet genau dort, wo es nicht hingehört. Wischwasser häufig wechseln.
  • Säure als Standardreiniger: Macht Zementfugen auf Dauer porös.
  • Drahtbürsten: Zerkratzen Plättli und reissen Fugenmaterial heraus.
  • Nicht nachspülen: Reinigerreste ziehen Schmutz an.
  • Chlor ohne Lüftung: Belastet die Atemwege und kann gefährlich werden, wenn Reste anderer Mittel vorhanden sind.

Häufige Fragen

Wie bekomme ich graue Fugen wieder weiss?

Beginnen Sie mit Natronpaste und einer Fugenbürste. Reicht das nicht, helfen Dampfreiniger oder punktuell Sauerstoffbleiche. Dauerhaft verfärbte Fugen lassen sich mit Fugenfarbe überdecken oder von einer Fachperson erneuern.

Kann ich Fugen mit Essig reinigen?

Gelegentlich und verdünnt ist das bei Kalk meist möglich. Als regelmässiger Reiniger ist Essig für Zementfugen ungeeignet, weil die Säure das Fugenmaterial angreift. Auf Naturstein gar keine Säure verwenden.

Womit reinigen Profis Fugen?

Profis setzen vor allem auf Mechanik: Fugenbürsten, Maschinen mit Bürstenaufsätzen oder Dampf, kombiniert mit passenden, materialverträglichen Reinigern. Entscheidend sind die richtige Einwirkzeit und gründliches Nachspülen.

Wie oft sollte man Fugen reinigen?

Beim wöchentlichen Putzen reicht es, in der Dusche kurz mitzubürsten. Eine gründliche Reinigung ist je nach Nutzung ein paar Mal im Jahr sinnvoll.

Übersicht: Fugen reinigen: 5 Methoden, mit denen graue Fugen in Bad und Küche wieder hell werden
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Redaktion Priority CleanUnser Reinigungsteam aus Alberswil LU teilt hier Erfahrungen aus Umzugs-, Haushalts-, Büro- und Fensterreinigungen in der ganzen Zentral- und Nordwestschweiz.