
Morgens ein paar Bürstenstriche, abends noch einmal – und nach einigen Wochen hängt ein grauer Filz zwischen den Borsten. Wer seine Haarbürste reinigen will, braucht dafür weder Spezialmittel noch viel Zeit: Ein Stielkamm, etwas Shampoo und lauwarmes Wasser genügen.
Die eigentliche Arbeit dauert kaum zehn Minuten, dazu kommt die Trockenzeit über Nacht. Hier erfahren Sie, wie Sie Schritt für Schritt vorgehen und worauf Sie bei Holzbürsten, Luftkissenbürsten, Rundbürsten und Kämmen achten müssen.
Warum sich in der Haarbürste so viel Schmutz sammelt
Beim Bürsten nimmt die Haarbürste nicht nur ausgefallene Haare auf, sondern auch Talg von der Kopfhaut, Hautschüppchen und Reste von Haarspray, Gel, Öl oder Trockenshampoo. Dazu kommt Staub aus dem Bad. Die Haare verfilzen mit diesen Rückständen zu einem grauen Belag. Eine verschmutzte Bürste gibt Fett und Stylingreste beim nächsten Bürsten wieder ans frisch gewaschene Haar ab – es wirkt schneller strähnig.
Wie Sie vorgehen, hängt vom Bürstentyp ab:
| Bürstentyp | Worauf achten | Einweichen? |
|---|---|---|
| Kunststoffbürste ohne Kissen | robust | ja, kurz |
| Luftkissenbürste | kleines Luftloch im Gummikissen | nein, nur die Borsten waschen |
| Holzbürste, Naturborsten | Holz quillt, Leim löst sich | nein |
| Rundbürste mit Metall- oder Keramikrohr | Haare wickeln sich um den Körper | nur kurz, danach gut trocknen |
| Kamm aus Kunststoff | robust | ja |
| Kamm aus Holz oder Horn | Naturmaterial | nein, nur abwischen |
| Elektrische Warmluft- oder Glättbürste | Strom | nie, nur nach Anleitung abwischen |
Für Make-up-Pinsel gelten ähnliche Regeln, mehr dazu im Ratgeber Make-up-Pinsel reinigen.
1. Haare mit Stielkamm oder Zahnstocher entfernen
- Mit dem Stiel eines Stielkamms, einem Holzzahnstocher oder einem Kugelschreiber am Borstengrund entlangfahren und den Haarfilz anheben.
- Den Filz mit den Fingern herausziehen, von einer Seite zur anderen.
- Bei Rundbürsten die Haare mit einer kleinen Schere entlang des Bürstenkörpers aufschneiden und dann herausziehen – ohne die Borsten zu kappen.
- Die Haare in den Kehricht werfen, nicht ins Lavabo oder ins WC, denn sie verstopfen den Abfluss. Ist es schon passiert, hilft der Ratgeber Duschabfluss reinigen.
2. Fett und Stylingreste im Shampoo-Bad lösen
Ein Spezialprodukt brauchen Sie nicht. Ein mildes Shampoo löst Talg aus den Borsten genauso gut wie aus den Haaren. Auch milde Seife eignet sich: Die Stiftung für Konsumentenschutz zählt Kernseife und Natron zu den einfachen Hausmitteln, die viele Spezialreiniger ersetzen.
- Das Lavabo oder eine Schüssel mit lauwarmem Wasser füllen und einen Spritzer Shampoo einrühren.
- Kunststoffbürsten und -kämme einige Minuten einlegen.
- Das Borstenfeld mit einer alten Zahnbürste von der Basis zu den Spitzen schrubben, vor allem dort, wo sich grauer Belag hält.
- Unter fliessendem Wasser gründlich ausspülen, bis kein Schaum mehr kommt.
- Kurz ausschütteln und mit einem Handtuch abtupfen.
Bei hartnäckigen Stylingresten auf Kunststoffbürsten hilft ein Teelöffel Natron im Einweichwasser.
3. Holz- und Naturborstenbürsten: nicht einweichen
Holz quillt im Wasser auf, der Lack kann reissen, und der Leim, der die Borsten hält, löst sich. Behandeln Sie Holzbürsten und Bürsten mit Naturborsten deshalb schonend:
- Die Bürste mit den Borsten nach unten halten und nur die Borstenspitzen kurz ins Shampoo-Wasser tauchen.
- Das Borstenfeld mit einer Zahnbürste reinigen, die Sie immer wieder ins Seifenwasser tauchen.
- Unter einem schwachen Wasserstrahl nur die Borsten ausspülen, den Holzkörper trocken halten.
- Griff und Rücken mit einem feuchten Tuch abwischen und sofort abtrocknen.
Naturborsten bestehen wie Haare aus Keratin. Sie vertragen mildes Shampoo gut, aggressive Reiniger dagegen nicht.
4. Luftkissen- und Rundbürsten: das Luftloch trocken halten
Viele Bürsten haben ein Gummikissen mit einem kleinen Luftloch. Dringt dort Wasser ein, bleibt es im Kissen, und die Bürste beginnt muffig zu riechen.
- Nie untertauchen: Die Bürste mit den Borsten nach unten halten und nur das Borstenfeld waschen oder mit Zahnbürste und Seifenwasser arbeiten.
- Beim Ausspülen den Daumen auf das Luftloch legen.
- Ist doch Wasser eingedrungen, die Bürste mit dem Loch nach unten ausschütteln und offen trocknen lassen.
- Rundbürsten mit Metall- oder Keramikrohr nach dem Aufschneiden der Haare nur kurz waschen und gut trocknen lassen.
- Elektrische Warmluft- und Glättbürsten: Stecker ziehen, abkühlen lassen und nur so reinigen, wie es die Bedienungsanleitung erlaubt – nie unter Wasser halten.
5. Kamm reinigen und alles richtig trocknen
Kämme aus Kunststoff reinigen Sie im gleichen Shampoo-Bad; zwischen den Zinken hilft eine alte Zahnbürste. Kämme aus Holz oder Horn wischen Sie nur mit einem feuchten Tuch ab und trocknen sie sofort.
Trocknen: Legen Sie alle Bürsten mit den Borsten nach unten auf ein trockenes Handtuch. So läuft das Wasser aus dem Borstengrund ab, statt in Kissen oder Holz zu ziehen. Lassen Sie sie über Nacht bei Raumtemperatur trocknen, nicht auf der Heizung und nicht mit dem Föhn.
Ersetzen: Sind Borsten verbogen oder abgebrochen oder fehlen die Kugelspitzen, ist eine neue Haarbürste fällig, denn beschädigte Borsten strapazieren Haar und Kopfhaut.
Häufige Fehler beim Reinigen der Haarbürste
- Holzbürste einweichen: Das Holz quillt, der Lack reisst, Borsten fallen aus.
- Luftkissenbürste untertauchen: Das Wasser bleibt im Kissen, es riecht muffig.
- Spülmaschine: Hitze und scharfer Maschinenreiniger können Kunststoff verformen; Holz und Gummikissen nehmen Schaden.
- Föhn oder Heizung: Kunststoff verzieht sich, Holz reisst.
- Desinfektionsmittel oder Javel: Sie greifen Borsten und Kleber an und sind im Alltag unnötig.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man die Haarbürste reinigen?
Haare ziehen Sie am besten nach jedem Bürsten, mindestens aber einmal pro Woche heraus. Die ganze Bürste waschen Sie als Richtwert etwa einmal im Monat, bei viel Haarspray, Öl oder Trockenshampoo öfter.
Kann man eine Haarbürste in die Spülmaschine geben?
Besser nicht. Hitze und scharfer Maschinenreiniger können Kunststoff verformen, Holz und Gummikissen nehmen Schaden. Ein Shampoo-Bad von Hand ist schonender und genauso gründlich.
Wie reinige ich eine Holzbürste?
Haare herausziehen, nur die Borstenspitzen in lauwarmes Wasser mit etwas Shampoo tauchen und mit einer Zahnbürste reinigen. Den Holzkörper trocken halten, den Griff feucht abwischen und die Bürste mit den Borsten nach unten trocknen lassen.
Muss man eine Haarbürste desinfizieren?
Im Alltag nicht. Das BAG hält fest, dass desinfizierende Reiniger in einem durchschnittlichen Haushalt mit gesunden Personen nicht nötig sind. Shampoo und Wasser genügen. Bei Kopfläusen kommen Kunststoffbürsten und Kämme 10 Minuten in heisses Seifenwasser von 60 °C.
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