
«Was kostet das ungefähr?» – diese Frage hören wir fast täglich. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Das klingt ausweichend, ist aber die Wahrheit, denn die Reinigungsfirma Kosten hängen von mehreren Faktoren ab, die sich von Wohnung zu Wohnung stark unterscheiden. Eine frisch renovierte 3.5-Zimmer-Wohnung ohne Balkon ist ein ganz anderer Auftrag als dieselbe Grösse mit Wintergarten, Haustieren und verkalktem Bad.
In diesem Artikel nennen wir bewusst keine Frankenbeträge. Pauschale Zahlen aus dem Internet führen oft zu falschen Erwartungen. Stattdessen erklären wir, woraus sich ein Preis zusammensetzt – damit Sie Offerten verstehen und fair vergleichen können.
Warum Reinigungsfirma Kosten nicht einheitlich sind
Reinigung ist Handarbeit. Der Preis bildet in erster Linie ab, wie viel Zeit ein Team braucht und welche Mittel und Geräte es einsetzt. Dazu kommen Anfahrt, Versicherungen und Sozialleistungen für angestellte Mitarbeitende. Wer eine Reinigungskraft privat anstellt, trägt diese Pflichten übrigens selbst – etwa die Anmeldung bei der AHV-Ausgleichskasse, wie das Merkblatt zur Hausdienstarbeit erklärt.
Zwei Wohnungen gleicher Grösse können darum deutlich unterschiedlich viel Arbeit bedeuten. Hinzu kommt, dass Anbieter unterschiedlich rechnen: Die einen offerieren pauschal, andere nach Stunden, wieder andere pro Quadratmeter. Ein Preis allein sagt deshalb wenig aus, solange nicht klar ist, welche Leistung dahintersteht. Die folgenden fünf Faktoren erklären, worauf es ankommt.
1. Fläche, Zimmerzahl und Grundriss
Die Grösse ist der naheliegendste Faktor, aber nicht nur die Quadratmeter zählen. Ein offener Grundriss mit grossen Bodenflächen ist schneller gereinigt als eine verwinkelte Altbauwohnung mit vielen Türen, Sockelleisten und Nischen.
Mitentscheidend sind auch:
- Anzahl Bäder und separate WCs
- Grösse und Ausstattung der Küche (Einbaugeräte, Dampfabzug, Hochschränke)
- Treppen innerhalb der Wohnung, etwa bei Maisonetten
- Nebenräume wie Keller, Estrich, Reduit oder Garage
2. Zustand und Verschmutzungsgrad
Hier entstehen die grössten Unterschiede. Eine Wohnung, die regelmässig gepflegt wird, ist mit einer Unterhaltsreinigung schnell wieder frisch. Eingebrannter Backofen, dicke Kalkschichten, Fettfilm an den Küchenschränken oder Nikotinbeläge verlangen dagegen deutlich mehr Zeit und spezielle Mittel.
Deshalb arbeiten wir mit Fotos: Ein paar Bilder von Küche, Bad, Fenstern und Böden zeigen den tatsächlichen Zustand besser als jede Beschreibung am Telefon.
3. Fenster, Storen und Glasflächen
Fenster sind ein eigener Kostenblock. Relevant ist nicht nur die Anzahl, sondern auch die Art: Sprossenfenster, grosse Schiebetüren, Wintergärten oder Oberlichter brauchen mehr Zeit. Ob Rahmen, Fensterbänke und Storen inklusive sind, macht ebenfalls einen Unterschied.
Bei einer Wohnungsabgabe gehören Fenster innen und aussen samt Rahmen sowie Storen und Rollläden in der Regel zur Reinigung, wie der HEV Schweiz zur Wohnungsabgabe beschreibt. Lamellenstoren sind besonders aufwendig, weil jede Lamelle einzeln gereinigt wird.
4. Rhythmus und Art der Reinigung
Die Reinigungsart bestimmt den Umfang. Grob lassen sich drei Varianten unterscheiden:
| Art | Typischer Umfang | Einfluss auf den Aufwand |
|---|---|---|
| Unterhaltsreinigung (wöchentlich/14-täglich) | Bad, Küche, Böden, Staub | Pro Einsatz überschaubar, da nie viel liegen bleibt |
| Grundreinigung | Zusätzlich Schränke innen, Türen, Leisten, Kalk, Fenster | Deutlich höher, weil jedes Detail bearbeitet wird |
| Umzugsreinigung | Ganze Wohnung inkl. Geräte, Fenster, Storen, Nebenräume | Am umfangreichsten, oft mit Abgabetermin |
Wer regelmässig reinigen lässt, profitiert davon, dass sich Kalk und Fett gar nicht erst festsetzen. Wie viel Zeit Ihr Haushalt tatsächlich braucht, besprechen wir auch im Artikel Wie viele Stunden Reinigung braucht Ihr Haushalt?.
5. Zusatzleistungen, Termin und Organisation
Was ausserhalb der Standardreinigung liegt, kommt meist separat dazu: Balkon oder Terrasse, Kühlschrank und Backofen innen bei der Unterhaltsreinigung, Keller und Estrich, Garage. Bei Umzügen zählt ausserdem die Anwesenheit bei der Abnahme.
Auch der Termin spielt eine Rolle. Rund um die ortsüblichen Umzugstermine Ende März und Ende September sind Reinigungsteams stark ausgelastet. Wer früh anfragt, hat mehr Auswahl. Welche Räume bei einem Auszug überhaupt gereinigt werden müssen, fasst das Merkblatt des Mieterverbands zusammen.
Offerten fair vergleichen: darauf sollten Sie achten
Ein tiefer Preis ist nur dann ein gutes Angebot, wenn die Leistung vergleichbar ist. Prüfen Sie bei jeder Offerte:
- Leistungsumfang: Sind Fenster, Storen, Backofen, Kühlschrank, Keller und Balkon genannt?
- Material: Sind Reinigungsmittel und Geräte inbegriffen?
- Personal: Sind die Mitarbeitenden angestellt und versichert?
- Zusatzkosten: Gibt es Zuschläge für Anfahrt, Wochenende oder starke Verschmutzung?
- Garantie: Was passiert, wenn bei der Abnahme etwas beanstandet wird?
Weitere Kriterien für die Auswahl finden Sie in unserem Beitrag Gute Reinigungsfirma finden.
Häufige Missverständnisse bei den Kosten
- «Pro Zimmer gibt es einen festen Preis.» Die Zimmerzahl ist nur ein Richtwert, der Zustand zählt mindestens so viel.
- «Das günstigste Angebot spart am meisten.» Wenn Fenster oder Storen fehlen oder nachgereinigt werden muss, wird es am Ende oft teurer.
- «Privat ist immer billiger.» Bei einer privat angestellten Reinigungskraft kommen Sozialversicherungen, Unfallversicherung und Ersatz bei Ferien oder Krankheit hinzu.
- «Eine Offerte ist nur mit Besichtigung möglich.» Gute Fotos reichen in vielen Fällen für eine verbindliche Einschätzung.
Häufige Fragen
Was kostet eine Reinigungsfirma pro Stunde in der Schweiz?
Stundenansätze unterscheiden sich je nach Region, Anbieter und Art der Reinigung. Viele Firmen arbeiten ausserdem mit Pauschal- oder Fixpreisen. Vergleichen Sie deshalb immer den beschriebenen Leistungsumfang und nicht nur den Stundenansatz.
Warum verlangt die Reinigungsfirma Fotos der Wohnung?
Fotos zeigen den tatsächlichen Zustand von Küche, Bad, Fenstern und Böden. Damit lässt sich der Aufwand realistisch einschätzen und ein verbindlicher Fixpreis offerieren, ohne dass jemand vorbeikommen muss.
Ist eine regelmässige Reinigung günstiger als eine Grundreinigung?
Pro Einsatz ist eine Unterhaltsreinigung meist weniger aufwendig, weil sich Schmutz und Kalk nicht festsetzen. Eine Grundreinigung umfasst dagegen viele zusätzliche Arbeiten wie Schränke innen, Türen und Fenster.
Was sollte in einer Reinigungsofferte stehen?
Die genauen Arbeiten und Räume, ob Material inbegriffen ist, allfällige Zuschläge, der Termin und was bei Beanstandungen passiert. Je klarer die Offerte, desto einfacher der Vergleich.
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