
«Wie viele Stunden sollte die Putzfrau kommen?» Diese Frage hören wir oft, wenn jemand zum ersten Mal Unterstützung im Haushalt sucht. Verständlich: Plant man zu knapp, bleibt jede Woche etwas liegen. Plant man zu grosszügig, zahlt man für Zeit, die nicht nötig wäre. Die Frage Putzfrau – wie viele Stunden lässt sich allerdings nicht mit einer Pauschalzahl beantworten.
Zwei Wohnungen mit gleicher Zimmerzahl können einen völlig unterschiedlichen Aufwand haben – je nach Böden, Bewohnerinnen, Haustieren und Erwartungen. Statt einer Tabelle aus dem Internet zeigen wir Ihnen die fünf Faktoren, die wirklich zählen, und eine einfache Methode, Ihren eigenen Bedarf einzuschätzen.
Warum es keine Standardzahl gibt
Suchen Sie im Internet, finden Sie viele Faustregeln mit Stunden pro Zimmer. Solche Zahlen sind höchstens ein grober Anhaltspunkt. In der Praxis sehen wir zum Beispiel:
- eine 3.5-Zimmer-Wohnung mit Parkett, einer Person und wenig Dekoration, die zügig gereinigt ist
- eine gleich grosse Wohnung mit zwei Kindern, Katze, Glasduschwand und offenen Regalen, die deutlich mehr Zeit braucht
Hinzu kommt, dass jede Person unterschiedlich arbeitet und «sauber» für jeden Haushalt etwas anderes bedeutet. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die einzelnen Faktoren.
1. Wohnungsgrösse und Ausstattung
Die Fläche ist der Ausgangspunkt, aber nicht der einzige. Mindestens so wichtig ist, was sich auf der Fläche befindet.
| Faktor | Wirkt sich so aus |
|---|---|
| Anzahl Bäder und WC | Sanitärräume gehören zu den zeitintensivsten Bereichen |
| Bodenbeläge | Teppiche saugen, Parkett nebelfeucht wischen, Plättli nass aufnehmen |
| Glasflächen | Duschwände, Glastische und Vitrinen brauchen extra Zeit |
| Mehrere Stockwerke | Treppen reinigen und Material herumtragen |
| Viele offene Regale und Deko | Abstauben dauert länger |
| Grosse Küche mit vielen Fronten | Mehr Flächen zum Abwischen |
2. Anzahl Personen, Kinder und Haustiere
Je mehr Menschen und Tiere in einem Haushalt leben, desto schneller entsteht Schmutz. Kinder bringen Sand und Krümel ins Haus, Hunde Tierhaare und nasse Pfoten. Eine Wohnung, in der tagsüber jemand im Homeoffice arbeitet, wird zudem stärker genutzt als eine, die tagsüber leer steht.
Denken Sie auch an Ihren Alltag: Wird zu Hause viel gekocht? Gibt es Allergien, bei denen häufiger Staub gewischt werden sollte? All das beeinflusst, wie viel Zeit pro Einsatz nötig ist.
3. Der Rhythmus: wöchentlich, alle zwei Wochen oder monatlich
Hier liegt ein oft unterschätzter Zusammenhang. Bei wöchentlicher Reinigung bleibt der Grundzustand gut, und jeder Einsatz ist eher eine Auffrischung. Kommt die Unterstützung nur einmal im Monat, hat sich mehr Kalk, Fett und Staub angesammelt. Der einzelne Einsatz dauert dann in der Regel länger.
4. Die Aufgabenliste: Was genau soll erledigt werden?
Schreiben Sie auf, was Sie sich konkret wünschen. Erst dann lässt sich der Zeitbedarf sinnvoll einschätzen.
Die ersten fünf Punkte gehören in vielen Haushalten zur regelmässigen Grundleistung. Wäsche, Bügeln, Backofen und Fenster sind Zusatzaufgaben, die den Einsatz spürbar verlängern. Sinnvoll ist oft ein Wechsel: jede Woche die Grundreinigung, einmal im Monat zusätzlich Kühlschrank oder Backofen.
Tipp: Wenn Sie selbst putzen, messen Sie eine Woche lang, wie lange Sie für die einzelnen Aufgaben brauchen. Das ergibt einen realistischen Anhaltspunkt – auch wenn geübte Reinigungskräfte oft effizienter arbeiten. Eine strukturierte Übersicht erstellen Sie mit unserem Ratgeber Putzplan erstellen.
5. Putzfrau wie viele Stunden: Stundenlohn oder Fixpreis?
Wenn Sie wissen, was erledigt werden soll, stellt sich die Frage nach dem Modell.
Private Anstellung nach Stunden: Sie legen die Stunden fest und sind Arbeitgeberin oder Arbeitgeber. Das bringt Pflichten mit sich. Das AHV-Merkblatt 2.06 zur Hausdienstarbeit hält fest, dass Sozialversicherungsbeiträge grundsätzlich auch bei kleinen Löhnen geschuldet sind und eine obligatorische Unfallversicherung bei einem zugelassenen Versicherer abgeschlossen werden muss. Das SECO erklärt Schritt für Schritt, wie private Haushalte das Arbeitsverhältnis korrekt anmelden. Mehr dazu in unserem Ratgeber Putzfrau privat anstellen.
Reinigungsfirma mit Stundenansatz: Sie bezahlen die tatsächlich geleistete Zeit. Dauert es länger als geplant, steigen die Kosten.
Reinigungsfirma mit Fixpreis: Der Umfang wird vorab definiert, und Sie kennen den Preis im Voraus. Die Frage, wie viele Stunden am Ende nötig sind, liegt bei der Firma. Welche Faktoren den Preis beeinflussen, erklärt unser Artikel Reinigungsfirma Kosten.
Häufige Fehler bei der Planung
- Nur nach Zimmern rechnen: Bäder, Böden und Glasflächen werden unterschätzt.
- Zu viele Aufgaben in zu wenig Zeit: Die Qualität leidet, und am Ende sind alle unzufrieden.
- Keine klare Aufgabenliste: Erwartungen und Ergebnis passen nicht zusammen.
- Zusatzaufgaben spontan dazugeben: Dann fehlt die Zeit bei den Grundaufgaben.
- Arbeitgeberpflichten übersehen: Bei privater Anstellung sind AHV und Unfallversicherung Pflicht.
- Sicherheit vergessen: Die BFU rät in Putzen – weniger Hektik, grosse Putzaktionen zu planen und Pausen einzuplanen – das gilt für Profis wie Laien.
Häufige Fragen
Wie viele Stunden pro Woche braucht eine Putzfrau?
Das hängt von Wohnungsgrösse, Ausstattung, Anzahl Personen und Haustieren, Rhythmus und Aufgabenliste ab. Eine Pauschalzahl gibt es nicht – am zuverlässigsten ist eine Einschätzung anhand Ihrer konkreten Wohnung.
Wie oft sollte eine Reinigungskraft kommen?
Viele Haushalte wählen wöchentliche oder zweiwöchentliche Einsätze. Bei häufiger Reinigung ist der einzelne Einsatz meist kürzer, weil sich weniger Schmutz ansammelt.
Was sollte eine Putzfrau in der vereinbarten Zeit erledigen?
Das legen Sie gemeinsam fest. Üblich sind Böden, Küche, Bad und WC sowie Staubwischen. Wäsche, Bügeln, Fenster oder Backofen sind Zusatzaufgaben, die mehr Zeit brauchen.
Ist ein Fixpreis besser als ein Stundenlohn?
Beim Fixpreis kennen Sie die Kosten im Voraus und tragen nicht das Risiko, dass die Reinigung länger dauert. Beim Stundenlohn bezahlen Sie die tatsächliche Zeit, was bei schwankendem Aufwand zu unterschiedlichen Beträgen führt.
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