
Frisch gewaschene Tücher, die trotzdem muffig riechen, graue Schlieren in der Einspülkammer oder schwarze Punkte in der Gummidichtung: Das sind klare Zeichen, dass nicht die Wäsche, sondern die Maschine selbst eine Reinigung braucht. Waschmaschine reinigen gehört in vielen Haushalten nicht zur Routine – dabei sammeln sich gerade dort, wo es feucht und dunkel ist, Waschmittelreste, Fusseln und Biofilm.
In diesem Ratgeber gehen wir die fünf Stellen durch, die wir bei Reinigungen am häufigsten verschmutzt vorfinden, und zeigen, wie Sie sie mit einfachen Mitteln sauber bekommen.
Warum die Waschmaschine zu riechen beginnt
Moderne Waschgewohnheiten sind sinnvoll: EnergieSchweiz empfiehlt, bevorzugt bei niedrigen Temperaturen und im Eco-Programm zu waschen. Das spart Energie und schont Textilien. Die Kehrseite: Bei 20 bis 40 °C lösen sich Fett, Waschmittel- und Weichspülerreste nicht immer vollständig. Sie lagern sich in Schläuchen, Dichtungen und im Laugenbehälter ab und bilden zusammen mit der Restfeuchte einen idealen Nährboden für Bakterien und Schimmel.
Die Lösung ist nicht, alles heiss zu waschen, sondern die Maschine gezielt zu pflegen.
1. Das Flusensieb: klein, versteckt, oft voll
Das Flusensieb – je nach Hersteller auch Fremdkörperfalle oder Laugenpumpensieb genannt – sitzt meist unten rechts hinter einer kleinen Klappe. Hier landen Münzen, Haarspangen, Taschentuchreste und Fusseln.
- Maschine ausschalten und Stecker ziehen. Nach einer heissen Wäsche abkühlen lassen.
- Ein Handtuch und eine flache Schale vor die Klappe legen – es läuft Wasser heraus.
- Falls vorhanden, zuerst über den kleinen Notentleerungsschlauch das Restwasser ablassen.
- Das Sieb langsam aufschrauben, Fremdkörper entfernen und unter fliessendem Wasser ausspülen.
- Die Öffnung mit einem Tuch auswischen und das Sieb fest wieder einschrauben.
2. Die Türdichtung: Hier wohnt der Geruch
Die Gummimanschette rund um die Trommelöffnung hat tiefe Falten. Dort bleiben Wasser, Haare, Flusen und manchmal eine verlorene Socke zurück.
- Die Dichtung vorsichtig nach aussen ziehen und die Falten rundherum kontrollieren.
- Mit einem Tuch und warmem Wasser mit etwas Spülmittel auswischen.
- Hartnäckige Beläge mit einer alten Zahnbürste lösen.
- Zum Schluss trocken reiben.
Schwarze Punkte, die sich nicht mehr entfernen lassen, sind oft tief ins Material eingewachsen. Aggressive Mittel helfen dann meist nicht mehr und können das Gummi angreifen. Sprechen Sie in diesem Fall mit dem Kundendienst über einen Austausch der Manschette.
3. Die Einspülkammer: schmierig und schnell vergessen
Waschmittel- und Weichspülerreste verkleben die Kammer, und in feuchten Ecken bildet sich ein dunkler Belag.
- Die Schublade ganz herausziehen – meist gibt es eine kleine Entriegelung.
- In warmem Wasser mit etwas Spülmittel einweichen.
- Mit einer Flaschen- oder Zahnbürste alle Ecken reinigen.
- Den Schacht in der Maschine, in dem die Schublade sitzt, ebenfalls auswischen. Hier sitzt oft der schlimmste Schmutz an der Decke.
- Gut trocknen und wieder einsetzen.
4. Trommel und Laugenbehälter: der heisse Leerwaschgang
Ins Innere der Maschine kommen Sie mit Tuch und Bürste nicht. Hier hilft ein gezielter Pflegewaschgang.
- Ab und zu einen Leerwaschgang mit hoher Temperatur – 60 °C oder die höchste Stufe, die Ihre Maschine anbietet – laufen lassen.
- Etwas Vollwaschmittel in Pulverform dazugeben. Es enthält in der Regel Bleichmittel, die Beläge lösen.
- Maschinenreiniger aus dem Handel sind eine Alternative. Verwenden Sie sie genau nach Anleitung und nie zusammen mit anderen Mitteln.
Auch Kalk kann sich in der Maschine ablagern, vor allem am Heizstab. Wie stark, hängt von der Wasserhärte ab: Der Kanton Zürich erklärt, dass das Wissen um die Wasserhärte hilft, Waschmittel richtig zu dosieren und Entkalkungsintervalle festzulegen. Viele Hersteller raten davon ab, regelmässig mit Essig oder hochdosierter Zitronensäure zu entkalken, weil das Dichtungen und Schläuche angreifen kann. Folgen Sie daher der Bedienungsanleitung.
5. Tür, Gehäuse und Umgebung
Eine saubere Maschine beginnt beim Umgang nach dem Waschen:
- Tür nach dem Waschen offen lassen, bis die Trommel trocken ist.
- Einspülkammer einen Spalt offen lassen.
- Nasse Wäsche sofort herausnehmen – sonst riecht sie und die Maschine bleibt feucht.
- Gehäuse und Bedienfeld mit einem feuchten Tuch abwischen.
- Glas der Tür innen von Waschmittelresten befreien.
Waschmaschine reinigen in der Waschküche im Mehrfamilienhaus
In vielen Schweizer Mehrfamilienhäusern teilen sich mehrere Parteien Waschmaschine und Tumbler. Hier gehört die Pflege zur Fairness: Wer seine Wäsche abholt, hinterlässt Maschine und Raum so, wie er sie selbst gerne vorfinden möchte.
Welche Regeln in Ihrer Waschküche gelten, steht meist in der Hausordnung. Der Mieterinnen- und Mieterverband erklärt in seinen Tipps zu Nachbarschaft und Hausordnung, wann solche Regeln verbindlich sind. Mehr zum Thema lesen Sie bald in unserem Ratgeber zu den Waschküche-Regeln.
Häufige Fehler bei der Waschmaschinenpflege
- Tür sofort schliessen: Feuchtigkeit bleibt eingeschlossen – idealer Nährboden für Geruch.
- Zu viel Waschmittel oder Weichspüler: Rückstände lagern sich ab, statt die Wäsche sauberer zu machen.
- Flusensieb nie öffnen: Führt zu schlechtem Abpumpen und Geruch.
- Scharfe Chlorreiniger an der Dichtung: Greifen das Gummi an.
- Maschine immer bei niedriger Temperatur ohne Pflegewaschgang: Beläge wachsen unbemerkt.
Riecht die Wäsche trotz sauberer Maschine muffig, finden Sie weitere Ursachen im Ratgeber Wäsche riecht muffig.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man die Waschmaschine reinigen?
Türdichtung und Einspülkammer bei regelmässigem Gebrauch etwa monatlich, das Flusensieb je nach Nutzung alle paar Monate oder sobald die Maschine schlecht abpumpt. Einen heissen Pflegewaschgang können Sie gelegentlich einplanen.
Warum stinkt meine Waschmaschine trotz Reinigung?
Oft sind die Falten der Türdichtung, der Schacht der Einspülkammer oder das Flusensieb noch verschmutzt. Auch eine dauerhaft geschlossene Tür nach dem Waschen fördert Geruch.
Kann ich die Waschmaschine mit Essig reinigen?
Viele Hersteller raten von regelmässigem Essig ab, da er Dichtungen und Schläuche belasten kann. Für Dichtung und Kammer reichen warmes Wasser und Spülmittel; zum Entkalken verwenden Sie das in der Anleitung empfohlene Mittel.
Wie reinige ich das Flusensieb der Waschmaschine?
Stecker ziehen, Handtuch und flache Schale bereitlegen, Restwasser ablassen, Sieb aufschrauben, ausspülen und wieder fest einschrauben. Danach mit einem kurzen Spülgang auf Dichtheit prüfen.
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