
Die Koffer sind noch nicht ausgepackt, aber der erste Griff zur Milch zeigt: Hier stimmt etwas nicht. Ein vergessenes Joghurt, eine angeschimmelte Gurke oder einfach abgestandene Luft – nach zwei, drei Wochen Ferien braucht der Kühlschrank Aufmerksamkeit. Kühlschrank reinigen klingt nach einer lästigen Pflicht, ist aber in einer knappen Stunde erledigt, wenn Sie strukturiert vorgehen.
Wir zeigen Ihnen fünf Schritte, mit denen Sie nicht nur Gerüche beseitigen, sondern auch die versteckten Keimnester erreichen: Tauwasserablauf, Dichtungen und Gemüsefach.
Warum der Kühlschrank nach den Ferien riecht
Auch bei Kühlschranktemperatur verderben Lebensmittel – nur langsamer. Milchprodukte, angeschnittenes Gemüse, Fleischreste und offene Saucen entwickeln mit der Zeit Gerüche, die sich in Kunststoffoberflächen und Dichtungen festsetzen. Wer vor den Ferien den Kühlschrank ausgeschaltet und die Tür geschlossen hat, erlebt oft eine noch unangenehmere Überraschung: Ohne Luftzirkulation bildet sich schnell Schimmel.
Hygiene ist dabei mehr als ein angenehmer Geruch. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) erklärt, dass sich Keime über Hände, Schneidebretter, Utensilien und Tücher verbreiten. Eine saubere Kühlschrankablage gehört genauso dazu.
1. Ausräumen und aussortieren
- Eine Kühltasche oder einen Karton mit Kühlelementen bereitstellen.
- Alle Lebensmittel herausnehmen und das Ablaufdatum prüfen.
- Verdorbenes, Geöffnetes mit ungewöhnlichem Geruch und Schimmliges entsorgen – schimmlige weiche Lebensmittel wie Joghurt, Brot oder Konfitüre vollständig.
- Lebensmittel, die bleiben, kühl zwischenlagern.
Nutzen Sie die Gelegenheit, um zu überlegen, was wirklich in den Kühlschrank gehört. Viele Gemüse- und Obstsorten, Brot oder ungeöffnete Konserven brauchen gar keinen Platz darin.
2. Ablagen, Schubladen und Türfächer waschen
Alle herausnehmbaren Teile kommen ins Spülbecken.
- Glasablagen: Erst auf Raumtemperatur kommen lassen. Kaltes Glas kann bei heissem Wasser springen.
- Kunststoffschubladen: In warmem Wasser mit Spülmittel einweichen, Ecken mit einer weichen Bürste reinigen.
- Türfächer: Klebrige Ringe von Flaschen und Gläsern lassen sich nach kurzem Einweichen leicht lösen.
- Spülmaschine: Nur wenn der Hersteller es für die jeweiligen Teile erlaubt.
Alle Teile gut abtrocknen, bevor sie zurück in den Kühlschrank kommen.
3. Innenraum, Tauwasserablauf und Dichtungen reinigen
Jetzt geht es an den eigentlichen Innenraum. Arbeiten Sie von oben nach unten, damit Schmutzwasser nicht auf bereits gereinigte Flächen tropft.
- Innenwände und Boden: Mit warmem Wasser und einem Spritzer Spülmittel abwischen. Gegen Gerüche können Sie zum Nachwischen Essigwasser (etwa 1:3) verwenden.
- Tauwasserablauf: An der Rückwand befindet sich eine kleine Rinne mit einem Loch. Hier sammeln sich Kondenswasser und Schmutz. Reinigen Sie das Loch mit einem Wattestäbchen oder einem speziellen Reinigungsstab. Ist der Ablauf verstopft, steht Wasser am Boden des Kühlschranks – und es riecht.
- Gummidichtungen: Die Falten mit einem Tuch und warmem Seifenwasser auswischen, bei Bedarf mit einer weichen Zahnbürste. Danach trocken reiben.
- Nachtrocknen: Den ganzen Innenraum mit einem sauberen Tuch trocken wischen.
Die Dichtungen sind nicht nur eine Hygienefrage. EnergieSchweiz empfiehlt, die Türdichtungen sauber zu halten, damit sie dicht schliessen – eine undichte Tür lässt Kälte entweichen und erhöht den Stromverbrauch.
4. Gerüche dauerhaft neutralisieren
Ist der Kühlschrank sauber, bleibt manchmal trotzdem ein leichter Geruch. Diese Hausmittel helfen:
| Hausmittel | Anwendung | Hinweis |
|---|---|---|
| Natron | Offenes Schälchen mit einigen Esslöffeln | Alle paar Wochen erneuern |
| Kaffeesatz | Getrocknet in einem Schälchen | Nur kurzfristig, eigener Geruch |
| Essigwasser | Zum Nachwischen | Danach gut trocknen lassen |
| Zitronenscheiben | In einem Schälchen | Nach wenigen Tagen ersetzen |
Die Stiftung für Konsumentenschutz zeigt in ihrem Ratgeber Hausmittel statt Putzmittel, wie vielseitig Natron und Essig im Haushalt einsetzbar sind. Duftsprays oder parfümierte Reiniger hingegen überdecken nur und können den Geschmack von Butter oder Käse verändern.
5. Richtig einräumen und Temperatur prüfen
Nach der Reinigung lohnt sich ein System, damit der Kühlschrank länger sauber bleibt.
- Oben: Angebrochene Lebensmittel, Käse, Reste in geschlossenen Dosen.
- Mitte: Milchprodukte.
- Unten auf der Glasplatte: Rohes Fleisch und Fisch, gut verpackt – dort ist es meist am kältesten, und nichts tropft auf andere Lebensmittel.
- Gemüsefach: Gemüse und Obst, auf einem saugfähigen Küchenpapier.
- Tür: Getränke, Saucen, Butter, Eier.
Bei der Temperatur gibt es zwei Empfehlungen, die sich ergänzen: EnergieSchweiz nennt 7 °C als stromsparende Einstellung für den Kühlschrank. Das BLV empfiehlt, Fleisch, Geflügel und Fisch unter 5 °C zu lagern. In der Praxis heisst das: Kühlschrank auf etwa 7 °C einstellen und empfindliche Lebensmittel in der kältesten Zone – meist unten über dem Gemüsefach – aufbewahren. Ein kleines Kühlschrankthermometer hilft bei der Kontrolle.
Häufige Fehler beim Kühlschrank reinigen
- Kühlschrank vor den Ferien ausschalten und Tür zu: Ohne Luftzirkulation entsteht Schimmel. Wer ausschaltet, lässt die Tür einen Spalt offen.
- Tauwasserablauf vergessen: Die häufigste Ursache für hartnäckigen Geruch trotz Reinigung.
- Warme Speisen hineinstellen: Erhöht die Temperatur und bildet Kondenswasser.
- Zu voll packen: Die kalte Luft kann nicht zirkulieren.
- Mit Lappen aus der Spüle wischen: Verteilt Keime. Nehmen Sie ein frisches Tuch.
Wenn der Geruch nicht aus dem Kühlschrank, sondern aus der ganzen Küche kommt, hilft unser Ratgeber zu Gerüchen in der Wohnung. Auch die Fronten aus Chromstahl verdienen Pflege – dazu mehr unter Edelstahl reinigen.
Häufige Fragen
Womit reinige ich den Kühlschrank am besten?
Mit warmem Wasser und etwas Spülmittel. Zum Nachwischen gegen Gerüche eignet sich verdünnter Essig. Scheuermittel und chlorhaltige Produkte sind ungeeignet.
Wie oft sollte man den Kühlschrank reinigen?
Verschüttetes sofort, eine kurze Kontrolle wöchentlich und eine gründliche Reinigung etwa einmal im Monat sind ein guter Rhythmus. Nach längerer Abwesenheit oder wenn etwas ausgelaufen ist, zusätzlich.
Was hilft gegen Geruch im Kühlschrank?
Zuerst die Ursache entfernen und den Tauwasserablauf reinigen. Danach bindet ein offenes Schälchen Natron verbleibende Gerüche. Duftsprays überdecken nur.
Muss ich den Kühlschrank zum Reinigen ausschalten?
Nicht unbedingt. Für eine normale Reinigung reicht zügiges Arbeiten. Ausschalten und abtauen lohnt sich, wenn das Gefrierfach vereist ist oder Sie ohnehin gründlich reinigen möchten.
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