
Der Messbecher wird nach Gefühl gefüllt, und sicherheitshalber kommt noch ein Schuss dazu – so waschen viele seit Jahren. Wer Waschmittel dosieren will, das wirklich passt, orientiert sich aber an drei Dingen: an der Wasserhärte, an der Menge Wäsche in der Trommel und daran, wie schmutzig sie ist. Zu viel schadet dabei genauso wie zu wenig.
Gerade im Januar, wenn nach den Festtagen Tischtücher und Wintersachen in die Maschine wandern, lohnt sich ein Blick auf die Packung. Fünf Regeln zeigen, wie Sie die richtige Menge finden – zu Hause wie in der Waschküche.
Warum Sie Waschmittel richtig dosieren sollten
Waschmittel enthält nicht nur waschaktive Substanzen, sondern auch Enthärter, die den Kalk im Wasser binden. Erst wenn der Kalk gebunden ist, lösen die übrigen Inhaltsstoffe den Schmutz zuverlässig. Deshalb braucht hartes Wasser mehr Waschmittel als weiches – und deshalb geht es schief, wenn Sie immer dieselbe Menge nehmen.
Zu viel Waschmittel wird im Spülgang nicht vollständig ausgewaschen. Die Wäsche fühlt sich steif an, riecht aufdringlich und kann empfindliche Haut reizen. Reste setzen sich in Einspülkammer und Türdichtung fest – ein Nährboden für muffigen Geruch. Manche Maschinen erkennen zu viel Schaum und spülen zusätzlich, was Wasser, Strom und Zeit kostet.
Zu wenig Waschmittel reicht nicht, um den Kalk zu binden und den gelösten Schmutz in der Lauge zu halten. Weisses wird mit der Zeit grau, Frottiertücher werden hart, und in Textilien und Maschine lagert sich Kalk ab.
| Anzeichen | Wahrscheinliche Ursache |
|---|---|
| Wäsche steif, Duft sehr stark | Zu viel Waschmittel oder Weichspüler |
| Weisse Pulverreste auf dunkler Wäsche | Zu viel Pulver, zu kalt gewaschen oder Trommel zu voll |
| Weisswäsche wird grau und fahl | Zu wenig Waschmittel, oft bei hartem Wasser |
| Muffiger Geruch aus Maschine und Wäsche | Rückstände und Beläge, oft durch Überdosierung |
Weitere Ursachen für unangenehmen Geruch nennt der Ratgeber Wäsche riecht muffig.
1. Die Wasserhärte Ihres Wohnorts kennen
Die Wasserhärte ist in der Schweiz von Gemeinde zu Gemeinde verschieden. Schätzen müssen Sie sie nicht: Auf der Plattform des Branchenverbands SVGW können Sie die Wasserhärte über Ihre Postleitzahl abfragen. Auskunft geben auch die Gemeinde und der Wasserversorger. Wohnen Sie in einer Überbauung mit eigener Enthärtungsanlage, fragen Sie die Verwaltung oder den Hauswart – dann ist das Wasser im Haus womöglich weicher als das Gemeindewasser.
Auf Schweizer Waschmittelpackungen wird die Härte in französischen Härtegraden (°fH) angegeben und meist in drei Bereiche eingeteilt:
| Härtebereich | Französische Härtegrade | Das bedeutet für die Dosierung |
|---|---|---|
| Weich | unter 15 °fH | Kleinste Angabe wählen – weiches Wasser schäumt schnell |
| Mittel | 15–25 °fH | Mittlere Angabe, je nach Verschmutzung |
| Hart | über 25 °fH | Angabe für hartes Wasser – nicht unterdosieren |
Nennt eine ausländische Packung deutsche Härtegrade (°dH): 1 °dH entspricht rund 1,8 °fH. Mehr dazu im Ratgeber Wasserhärte in der Schweiz.
2. Den Verschmutzungsgrad ehrlich einschätzen
Die Dosiertabellen unterscheiden meist drei Stufen. Die meiste Alltagswäsche ist weniger schmutzig, als man denkt:
- Leicht verschmutzt: keine sichtbaren Flecken, zum Beispiel Kleidung, die einen Tag getragen wurde.
- Normal verschmutzt: sichtbarer Schmutz oder einige leichte Flecken, etwa Handtücher oder Alltagskleidung nach mehreren Tagen.
- Stark verschmutzt: deutliche Flecken und viel Schmutz, zum Beispiel Arbeits- und Sportkleidung, Küchentücher oder Kinderkleider nach dem Spielplatz.
Richten Sie sich nach dem Grossteil der Ladung, nicht nach dem schmutzigsten Einzelteil. Einzelne Flecken behandeln Sie besser gezielt vor, statt die ganze Trommel höher zu dosieren.
3. Beladung und Programm berücksichtigen
Die Mengenangaben auf der Packung beziehen sich auf eine bestimmte Wäschemenge, die meist direkt bei der Dosiertabelle steht. Weicht Ihre Ladung deutlich davon ab, passen Sie die Menge an:
- Volle Trommel: Bei Baumwolle passt noch eine Hand quer über die Wäsche. Hier gilt die Packungsangabe.
- Halb volle Trommel: entsprechend weniger dosieren. Die Mengenautomatik der Maschine spart Wasser, aber nicht Waschmittel – das müssen Sie selbst reduzieren.
- Wolle, Seide und Feines: kleine Ladungen mit Fein- oder Wollwaschmittel nach dessen eigener Tabelle.
EnergieSchweiz empfiehlt, möglichst volle Ladungen, tiefe Temperaturen von 20 bis 30 °C und Eco-Programme zu wählen – und dabei die Waschmittelmenge bei tiefen Temperaturen nicht zu erhöhen.
In der Waschküche steht oft ein anderes Modell als zu Hause: Achten Sie auf die Trommelgrösse und nehmen Sie Ihren Messbecher mit, statt aus der Packung zu schütten.
4. Pulver, Flüssigwaschmittel oder Caps wählen
Auch das Produkt selbst bestimmt die richtige Menge:
- Vollwaschmittel (Pulver): enthält meist Bleichmittel auf Sauerstoffbasis – ideal für Weisswäsche, Handtücher und Bettwäsche, weniger für Buntes und Dunkles, weil es Farben mit der Zeit ausbleichen kann.
- Colorwaschmittel: ohne Bleichmittel, schont Farben.
- Flüssigwaschmittel: löst sich schon bei tiefen Temperaturen gut, ideal für Buntes und Dunkles, enthält aber meist kein Bleichmittel. Wer nur flüssig und kühl wäscht, plant ab und zu einen heisseren Waschgang mit Pulver ein, damit sich keine Beläge bilden.
- Kompaktmittel und Konzentrate: deutlich ergiebiger, die Menge pro Waschgang ist kleiner. Verwenden Sie den mitgelieferten Messbecher – nie den Becher eines anderen Produkts.
- Caps und Tabs: feste Portionen, die sich nicht an Wasserhärte oder kleine Ladungen anpassen lassen. Bei weichem Wasser und halber Trommel ist eine Portion oft zu viel.
5. Richtig abmessen und einfüllen
- Messbecher oder Dosierkappe auf eine ebene Fläche stellen und auf Augenhöhe ablesen.
- Pulver ins Fach für die Hauptwäsche geben – welches das ist, zeigt die Bedienungsanleitung.
- Flüssigwaschmittel je nach Maschine ins Fach oder mit einer Dosierkugel direkt in die Trommel geben.
- Caps zuerst in die leere Trommel legen und die Wäsche darauf – nie in die Einspülkammer.
- Weichspüler sparsam und nur bis zur Markierung einfüllen. Bei Handtüchern, Funktionskleidung und Mikrofasertüchern verzichten Sie besser ganz darauf.
Einmal im Monat lohnt ein Blick in die Einspülkammer: Klebrige Reste zeigen, dass Sie eher zu viel dosieren. Wie Sie Fach, Dichtung und Flusensieb säubern, zeigt der Ratgeber Waschmaschine reinigen.
Die häufigsten Fehler
- «Viel hilft viel»: Mehr Waschmittel wäscht nicht sauberer, es hinterlässt Rückstände in Wäsche und Maschine.
- Immer dieselbe Menge: Halbe Trommel, weiches Wasser und leicht verschmutzte Wäsche brauchen deutlich weniger.
- Bei 20 °C mehr dosieren: Laut EnergieSchweiz nicht nötig – die Menge bleibt gleich.
- Weichspüler gegen harte Handtücher: Oft steckt Unterdosierung bei hartem Wasser dahinter, nicht zu wenig Weichspüler.
Häufige Fragen
Wie viel Waschmittel braucht man pro Waschgang?
Das hängt von Wasserhärte, Verschmutzung und Beladung ab. In der Dosiertabelle auf der Packung wählen Sie die Spalte für Ihre Wasserhärte und die Zeile für den Verschmutzungsgrad; bei halb voller Trommel nehmen Sie weniger.
Woran erkenne ich, dass ich zu viel Waschmittel nehme?
Typisch sind viel Schaum im Sichtfenster, steife oder stark parfümierte Wäsche, weisse Rückstände auf dunklen Textilien und klebrige Reste in der Einspülkammer. Reduzieren Sie die Menge schrittweise, bis die Wäsche sauber und weich ist.
Braucht es bei hartem Wasser mehr Waschmittel?
Ja. Ein Teil des Waschmittels wird gebraucht, um den Kalk zu binden. Bei hartem Wasser, auf Schweizer Packungen meist über 25 °fH, gilt deshalb die Angabe für hartes Wasser. Ein separater Wasserenthärter ist bei richtiger Dosierung in der Regel nicht nötig.
Ist Flüssigwaschmittel oder Pulver besser?
Beides hat seine Berechtigung. Pulver mit Bleichmittel eignet sich für Weisswäsche und Handtücher, Flüssigwaschmittel für Buntes, Dunkles und tiefe Temperaturen. Wichtig ist bei beiden, nach Wasserhärte, Verschmutzung und Beladung zu dosieren.
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