
Die ersten Bodys, Strampler und Nuschis liegen bereit, oft Geschenke von Familie und Freunden. Bevor sie auf die zarte Haut des Neugeborenen kommen, gehören sie in die Maschine. Beim Babykleidung waschen geht es weniger um hohe Temperaturen als um das richtige Waschmittel, gründliches Spülen und den Verzicht auf alles, was die Haut unnötig belastet.
Babyhaut ist dünner und empfindlicher als die Haut von Erwachsenen. Mit fünf einfachen Regeln bleibt die Wäsche sauber, weich und hautfreundlich – vom ersten Vorwaschen bis zu Breiflecken und Stoffwindeln.
Warum Babykleidung besondere Pflege braucht
Neue Textilien können Rückstände aus der Herstellung, dem Transport und der Lagerung enthalten, zum Beispiel Ausrüstungen, die den Stoff glatt und knitterarm halten, oder überschüssige Farbe. Bei Erwachsenen fällt das kaum auf, bei Babys kann empfindliche Haut darauf mit Rötungen reagieren. Ausserdem wurden Kleider im Laden anprobiert oder lagen lange im Regal.
Hinzu kommt der Alltag mit einem Baby: Milch, Spucke, Brei und volle Windeln sorgen dafür, dass kleine Teile oft schon nach Stunden in den Wäschekorb wandern. Die Wäschemenge steigt deutlich, und Waschmittelrückstände in Stoffen, die den ganzen Tag auf der Haut liegen, sollten Sie vermeiden.
| Teil | Temperatur (sofern Etikett erlaubt) | Hinweis |
|---|---|---|
| Bodys, Strampler, Pyjamas aus Baumwolle | 40 °C, bei Bedarf 60 °C | Parfümfreies Waschmittel, extra spülen |
| Nuschis, Spucktücher, Lätzchen | 60 °C | Oft stark verschmutzt, Flecken vorbehandeln |
| Bettwäsche, Schlafsack-Bezüge | 40–60 °C | Schlafsack nach Herstellerangabe |
| Strick, Wolle, Wolle-Seide | 30 °C oder Handwäsche | Wollwaschmittel, flach trocknen |
| Stoffwindeln | 60 °C | Nach Herstellerangabe, ohne Weichspüler |
1. Neue Kleidung vor dem ersten Tragen waschen
Waschen Sie alles, was neu ins Babyzimmer kommt, einmal vor dem ersten Tragen: Bodys, Mützchen, Nuschis, Bettwäsche und auch Plüschtiere, sofern sie waschbar sind. Das gilt für Geschenke ebenso wie für Kleider aus der Kinderbörse oder von älteren Geschwistern, die lange im Estrich oder Keller lagen.
Entfernen Sie vorher Etiketten, Klammern und Kartons, schliessen Sie Druckknöpfe und Reissverschlüsse und drehen Sie bedruckte Teile auf links. Neue, kräftig gefärbte Stücke waschen Sie die ersten Male getrennt, weil sie ausfärben können. Warum sich das Vorwaschen auch bei Erwachsenenkleidung lohnt, zeigt der Ratgeber Neue Kleidung waschen.
2. Das richtige Waschmittel wählen
Für Babykleidung eignet sich ein parfümfreies Waschmittel ohne Farbstoffe, idealerweise ein Produkt für empfindliche Haut. Für weisse Baumwolle ist ein Vollwaschmittel gut, für Farbiges ein Colorwaschmittel, für Wolle ein Wollwaschmittel.
Wichtiger als die Marke ist die Menge: Dosieren Sie nach Wasserhärte und Verschmutzung und eher am unteren Ende. Viele Maschinen bieten eine Option für zusätzliches Spülen, die Waschmittelreste aus dem Gewebe holt – bei Babywäsche lohnt sie sich.
Weichspüler lassen Sie ganz weg. Er hinterlässt einen Film auf den Fasern, enthält Duftstoffe und macht Frottee und Stoffwindeln weniger saugfähig. Mehr dazu im Ratgeber Weichspüler: ja oder nein?.
3. Die passende Temperatur finden
Für die meisten Bodys, Strampler und Hosen genügt ein 40-Grad-Programm mit gutem Waschmittel. EnergieSchweiz empfiehlt ohnehin, tiefe Temperaturen, Eco-Programme und volle Ladungen zu wählen – ohne dabei mehr Waschmittel zu nehmen. Bei Babywäsche passt das gut, solange Sie gründlich spülen.
60 °C sind sinnvoll für stark verschmutzte Teile wie Nuschis, Spucktücher und Stoffwindeln, bei Magen-Darm-Infekten im Haushalt und bei Allergien. Das aha! Allergiezentrum Schweiz empfiehlt bei einer Hausstaubmilbenallergie, Kissen- und Bettbezüge sowie Pyjamas bei 60 °C zu waschen. Achten Sie aber immer auf das Pflegeetikett: Strick, Wolle und Aufdrucke vertragen meist nur 30 °C.
4. Flecken frisch behandeln
Milch, Brei, Karotten und Windelinhalt hinterlassen hartnäckige Flecken, wenn sie eintrocknen. Spülen Sie verschmutzte Teile möglichst bald kalt aus – heisses Wasser kann eiweisshaltige Flecken wie Milch fixieren. Danach reiben Sie etwas Gallseife oder Flüssigwaschmittel ein und waschen wie gewohnt. Karotten- und Kürbisflecken verblassen oft, wenn das gewaschene Teil in der Sonne trocknet.
Welche Methode bei welchem Fleck hilft, zeigt der Ratgeber Flecken auf Kinderkleidung entfernen.
5. Stoffwindeln und Trocknen
Wer Stoffwindeln verwendet, spült sie nach dem Wechseln aus oder entfernt grobe Verschmutzungen und sammelt sie bis zum Waschen in einem luftdurchlässigen Behälter. Gewaschen wird nach Herstellerangabe, meist mit Vollwaschmittel bei 60 °C und ohne Weichspüler. Einlagen aus Mikrofaser oder Wolle haben eigene Regeln.
Babykleidung trocknet am besten an der Luft, drinnen auf dem Wäscheständer oder draussen im Schatten. Baumwolle darf je nach Etikett in den Tumbler, schrumpft dabei aber gern etwas. In der Waschküche eines Mehrfamilienhauses reinigen Sie vor der Babywäsche kurz das Waschmittelfach und die Türdichtung, wenn Nachbarn Weichspüler oder stark parfümierte Mittel verwenden.
Häufige Fehler beim Babykleidung waschen
- Neue Kleider ungewaschen anziehen: Rückstände aus Herstellung und Lagerung kommen direkt auf die Haut.
- Mehr Waschmittel für mehr Sauberkeit: Überdosierung hinterlässt Reste im Stoff, die empfindliche Haut reizen können.
- Duftende Weichspüler: machen Frottee weniger saugfähig und bringen unnötige Duftstoffe an die Haut.
- Alles bei 90 Grad: Kostet Energie, lässt Baumwolle einlaufen und verblasst Farben, ohne im Alltag einen Vorteil zu bringen.
Häufige Fragen
Muss man Babykleidung vor dem ersten Tragen waschen?
Ja, das ist empfehlenswert. Neue Textilien können Rückstände aus Herstellung und Lagerung enthalten, und Kleider aus dem Laden wurden oft angefasst oder anprobiert. Ein Waschgang mit parfümfreiem Waschmittel genügt.
Welches Waschmittel eignet sich für Babykleidung?
Ein parfümfreies Waschmittel ohne Farbstoffe, sparsam dosiert. Für Weisses eignet sich ein Vollwaschmittel, für Farbiges ein Colorwaschmittel und für Wolle ein Wollwaschmittel. Spezielle Babywaschmittel sind möglich, aber nicht zwingend.
Bei wie viel Grad wäscht man Babykleidung?
Im Alltag bei 40 °C. Nuschis, Spucktücher, Stoffwindeln und Wäsche bei Krankheit oder Allergien wäscht man bei 60 °C, sofern das Etikett es erlaubt. Strick und Wolle bei 30 °C oder von Hand.
Darf Babykleidung mit der übrigen Wäsche gewaschen werden?
Grundsätzlich ja, wenn Sie für die ganze Ladung ein parfümfreies Waschmittel ohne Weichspüler verwenden. Stark verschmutzte Arbeitskleidung oder Putzlappen waschen Sie besser separat.
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