Flecken & Textilien

Neue Kleidung waschen vor dem ersten Tragen? Warum es sich lohnt – auch bei Handtüchern

Die neue Bluse riecht noch nach Laden, das Frottiertuch saugt kaum. Ein erster Waschgang entfernt Rückstände, überschüssige Farbe und macht Textilien alltagstauglich.

Veröffentlicht am · 6 Min. Lesezeit· von Redaktion Priority Clean
Hände wählen gestreifte Oberteile an einer Kleiderstange im Geschäft aus
📷 rawpixel (creator not credited) · CC0 1.0

Die neue Bluse ist gekauft, das T-Shirt kam gerade im Paket – und am liebsten würde man es sofort anziehen. Trotzdem lohnt es sich, neue Kleidung zu waschen, bevor sie zum ersten Mal auf die Haut kommt. Denn zwischen Fabrik und Kleiderschrank liegen Transport, Lager, Laden und oft mehrere Anproben.

Das gilt nicht nur für Kleider: Auch neue Handtücher und Bettwäsche profitieren von einem ersten Waschgang. Hier erfahren Sie, was dabei passiert, welche Stücke Sie vorwaschen sollten und wann Sie darauf verzichten können.

Warum Sie neue Kleidung vor dem Tragen waschen sollten

Appreturen und Rückstände: Viele Textilien werden bei der Herstellung ausgerüstet, damit sie glatt, knitterarm oder formstabil bleiben und den langen Transport gut überstehen. Diese Ausrüstungen sind oft der Grund für den typischen «Neugeruch» und die leicht steife Oberfläche. Ein Waschgang löst einen grossen Teil davon.

Farbstoffe: Neue Textilien geben bei den ersten Wäschen oft überschüssige Farbe ab. Das sieht man am Wasser, aber auch auf der Haut oder am hellen Sofa. Manche Farbstoffe können bei empfindlichen Menschen Hautreizungen oder Kontaktallergien auslösen.

Hygiene nach der Anprobe: Im Laden wurden Kleider womöglich von mehreren Personen anprobiert, bei Onlinebestellungen kommen auch Retouren wieder in den Verkauf. Das ist meist unbedenklich, aber ein Waschgang schafft Klarheit.

Neues TextilVor dem ersten Gebrauch waschen?So geht es
T-Shirts, Hemden, Blusen, UnterwäscheJaNach Etikett, dunkle Farben separat
Jeans und kräftige FarbenJa, getrenntAuf links, kalt bis 30 °C, allein oder mit Ähnlichem
HandtücherJa, wenn möglich zweimalNach Farben getrennt, ohne Weichspüler
BettwäscheJaBei 40–60 °C, je nach Etikett
BabykleidungUnbedingtParfümfreies Waschmittel, extra spülen
Wollpullover, Mäntel, AnzügeMeist nicht nötigAuslüften, später nach Etikett pflegen

1. Etikett lesen und vorbereiten

Bevor ein neues Stück in die Maschine kommt, prüfen Sie das Pflegeetikett. Die Zahl im Waschbottich ist die höchste erlaubte Temperatur, Balken darunter stehen für schonendere Programme. Was die Symbole im Einzelnen bedeuten, erklärt der Pflegesymbol-Index von GINETEX. Mehr dazu auch im Ratgeber Waschsymbole verstehen.

Entfernen Sie Preisschilder, Plastikfäden und Kartonstreifen, schliessen Sie Reissverschlüsse und Knöpfe und drehen Sie bedruckte oder dunkle Teile auf links. Kontrollieren Sie die Taschen: Manchmal steckt noch ein Trockenmittelbeutel oder eine Ersatzknopf-Tüte darin.

2. Kleidung richtig vorwaschen

Für den ersten Waschgang genügt ein normales Programm bei der Temperatur, die Sie auch später wählen würden – für die meisten Alltagskleider 30 oder 40 °C. EnergieSchweiz empfiehlt, tiefe Temperaturen, Eco-Programme und volle Ladungen zu bevorzugen. Sammeln Sie neue Stücke deshalb am besten, bis eine Ladung mit ähnlichen Farben zusammenkommt.

Kräftig gefärbte Teile wie dunkle Jeans, rote oder schwarze Shirts waschen Sie die ersten zwei, drei Male getrennt oder nur mit ähnlichen Farben. So bleibt Ihre helle Wäsche hell. Hausmittel wie Salz oder Essig im Waschgang sind kein verlässlicher Schutz vor dem Abfärben. Ist doch etwas verfärbt, hilft der Ratgeber Verfärbte Wäsche retten.

3. Neue Handtücher: zuerst waschen, dann benutzen

Neue Frottiertücher saugen oft kaum, weil sie im Werk weich und fluffig ausgerüstet wurden. Erst nach einigen Wäschen nehmen sie Wasser richtig auf. Waschen Sie sie deshalb vor dem ersten Gebrauch, wenn möglich zweimal, bei der Temperatur auf dem Etikett – für weisse und helle Baumwolle meist 60 °C.

Neue, farbige Handtücher geben besonders viel Farbe ab und fusseln anfangs stark. Waschen Sie sie getrennt von anderer Wäsche und reinigen Sie danach das Flusensieb des Tumblers. Verzichten Sie auf Weichspüler: Er legt sich auf die Schlingen und macht das Tuch weniger saugfähig. Wie Handtücher auch ohne Weichspüler weich bleiben, zeigt der Ratgeber Handtücher weich waschen.

4. Neue Bettwäsche vor der ersten Nacht

Auch neue Bettwäsche kommt vor der ersten Nacht in die Maschine. Sie wird weicher, verliert den Verpackungsgeruch und läuft beim ersten Waschen allenfalls ein wenig ein – besser vor dem ersten Beziehen als danach. Waschen Sie Baumwoll-Bettwäsche je nach Etikett bei 40 bis 60 °C.

Für Menschen mit Hausstaubmilbenallergie empfiehlt das aha! Allergiezentrum Schweiz, Kissen- und Bettbezüge sowie Pyjamas bei 60 °C zu waschen. Wählen Sie deshalb schon beim Kauf Bettwäsche, die diese Temperatur verträgt. Wie oft Sie danach wechseln sollten, lesen Sie im Ratgeber Bettwäsche waschen.

5. Wann Sie auf das Vorwaschen verzichten können

Nicht jedes neue Stück muss sofort gewaschen werden. Mäntel, Blazer, Anzüge und Teile mit dem Symbol für professionelle Reinigung tragen Sie kaum direkt auf der Haut. Hier genügt es, sie über Nacht auf dem Balkon oder am offenen Fenster auszulüften.

Auch feine Wollpullover und Kaschmir müssen nicht vor dem ersten Tragen in die Maschine: Jede Wäsche beansprucht die Fasern. Wer empfindliche Haut hat, trägt ein Baumwoll-Shirt darunter. Für Rohdenim-Jeans empfehlen manche Hersteller, die erste Wäsche bewusst hinauszuzögern – folgen Sie hier den Angaben des Herstellers.

Neue Kleidung waschen: vor dem ersten Tragen

Häufige Fehler beim Waschen neuer Kleidung

  • Neues Rot mit Weiss: Überschüssige Farbe färbt helle Wäsche schon beim ersten Waschgang.
  • Zu heiss vorwaschen: Ein Stück, das bei 30 °C gewaschen werden soll, kann bei 60 °C einlaufen oder verblassen.
  • Weichspüler für neue Handtücher: Macht sie nicht weicher, sondern weniger saugfähig.
  • Etiketten an der Kleidung lassen: Kartonstreifen und Plastikfäden können sich lösen und die Maschine verstopfen.

Häufige Fragen

Muss man neue Kleidung vor dem ersten Tragen waschen?

Empfehlenswert ist es vor allem bei Teilen, die direkt auf der Haut liegen, wie T-Shirts, Unterwäsche und Bettwäsche. Ein Waschgang entfernt Rückstände aus Herstellung und Transport und überschüssige Farbe. Bei Mänteln und Wolle genügt meist Auslüften.

Warum riecht neue Kleidung chemisch?

Der Geruch stammt meist von Ausrüstungen, Farbstoffen und Verpackung. Er verschwindet in der Regel nach dem ersten Waschen oder gründlichem Auslüften. Bleibt er hartnäckig, waschen Sie das Stück ein zweites Mal.

Wie oft soll man neue Handtücher vor dem Gebrauch waschen?

Ideal sind ein bis zwei Waschgänge ohne Weichspüler. Danach sind sie deutlich saugfähiger. Farbige Handtücher waschen Sie die ersten Male getrennt, weil sie abfärben und fusseln.

Kann ich neue Kleidung mit der übrigen Wäsche waschen?

Helle Teile ja, sofern Temperatur und Programm passen. Kräftig gefärbte neue Stücke waschen Sie die ersten Male besser allein oder nur mit ähnlichen Farben.

Übersicht: Neue Kleidung waschen vor dem ersten Tragen? Warum es sich lohnt – auch bei Handtüchern
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Redaktion Priority CleanUnser Reinigungsteam aus Alberswil LU teilt hier Erfahrungen aus Umzugs-, Haushalts-, Büro- und Fensterreinigungen in der ganzen Zentral- und Nordwestschweiz.