Büro & Praxis

Bürostuhl reinigen: 5 Schritte für Stoff, Netzrücken, Leder und Rollen

Staub in der Sitzfuge, Kaffeeflecken, Haare in den Rollen: Mit dem richtigen Vorgehen für jedes Material wird der Stuhl wieder sauber, ohne dass das Polster leidet.

Veröffentlicht am · 6 Min. Lesezeit· von Redaktion Priority Clean
Blauer Bürostuhl mit Rollen an einem Holztisch im Büro mit Dielenboden
📷 rawpixel (creator not credited) · CC0 1.0

Ein ganzer Arbeitstag Sitzen, der Kaffee zwischendurch, das Sandwich über der Tastatur: Kaum ein Möbelstück im Büro wird so intensiv genutzt und so selten gepflegt wie der Stuhl. Um einen Bürostuhl reinigen zu können, brauchen Sie weder Spezialgeräte noch viel Wasser. Entscheidend ist, das Material zu kennen und das Polster nicht zu durchnässen.

Der Jahresanfang ist ein guter Moment dafür: Ablagen werden ausgemistet, Arbeitsplätze neu eingerichtet. Fünf Schritte zeigen, wie Stoff, Netzrücken, Leder und Rollen wieder sauber werden – und was an geteilten Arbeitsplätzen gilt.

Warum Sie Ihren Bürostuhl regelmässig reinigen sollten

Ein Bürostuhl hat den ganzen Tag Kontakt mit Kleidung und Haut. Schweiss, Hautfett und Staub ziehen in den Bezug ein, Krümel landen in der Fuge zwischen Sitz und Lehne, und an den Armlehnen bildet sich ein grauer Film. Stoffbezüge werden an der Sitzvorderkante zuerst dunkel.

An geteilten Arbeitsplätzen sitzen oft täglich andere Personen. Armlehnen und Hebel werden dann zu Kontaktflächen wie Türgriffe. Arbeitgebende sind ohnehin für saubere Arbeitsplätze verantwortlich: Die Wegleitung des SECO zu Art. 37 ArGV 3 hält fest, dass Gebäude, Räume, Arbeitsplätze und sanitäre Einrichtungen sauber und in gutem Zustand zu halten sind und das nötige Reinigungsmaterial bereitstehen muss.

VerschmutzungTypische StelleWas hilft
Staub, Krümel, HaareSitzfuge, Nähte, NetzRegelmässig absaugen
Dunkle, fettige StellenSitzkante, ArmlehnenFeucht tupfen oder abwischen
Kaffee- und GetränkefleckenSitzflächeSofort auftupfen, dann mild reinigen
Haare und FasernRollen und AchsenHerausziehen, aufschneiden

1. Pflegecode und Material prüfen

Bevor Wasser ins Spiel kommt, lohnt ein Blick unter den Sitz. Viele Hersteller geben auf einem Etikett oder in der Anleitung einen Reinigungscode für den Bezug an:

CodeBedeutungFür Sie heisst das
WWasserbasierte Reinigung erlaubtMit wenig Wasser und mildem Reiniger tupfen
SNur wasserfreie ReinigungsmittelKein Wasser – Flecken Fachleuten überlassen
W/SBeides möglichZuerst die milde Variante mit Wasser
XKeine FlüssigkeitenNur absaugen und bürsten

Fehlt eine Angabe, finden Sie die Pflegehinweise oft auf der Website des Herstellers. Im Zweifel gilt: wenig Wasser, milde Mittel und zuerst an einer verdeckten Stelle testen, etwa an der Unterseite des Sitzes.

2. Polster absaugen und Flecken mit wenig Wasser behandeln

Die wichtigste Pflege ist trocken. Saugen Sie Sitz und Lehne mit der Polsterdüse ab, Fugen und Nähte mit der Fugendüse. Fusseln und Tierhaare lösen Sie mit einer Fusselrolle oder einem leicht feuchten Gummihandschuh.

Bei Flecken auf Stoff mit Code W gehen Sie so vor:

  1. Frische Flecken sofort mit einem saugfähigen Tuch auftupfen, nicht reiben.
  2. Lauwarmes Wasser mit wenigen Tropfen Spülmittel oder etwas Kernseife mischen.
  3. Ein Mikrofasertuch darin tränken und kräftig auswringen – es soll nur feucht sein.
  4. Den Fleck von aussen nach innen tupfen, mit klarem Wasser nachtupfen und trocken tupfen.
  5. Den Stuhl gut trocknen lassen, am besten über Nacht, bevor sich wieder jemand daraufsetzt.

Hausmittel wie Kernseife oder Natron stellt die Stiftung für Konsumentenschutz als einfache Alternative zu vielen Spezialprodukten vor. Gegen leichte Gerüche streuen Sie Natron trocken auf, lassen es einige Stunden wirken und saugen es gründlich ab.

Wird das Polster zu nass, zieht das Wasser in den Schaumstoff: Er trocknet langsam, und es bleiben Ränder. Wie Sie diese wieder loswerden, erklärt der Ratgeber Wasserflecken auf Polstern. Bei Kugelschreiber, Filzstift oder Fett auf empfindlichem Stoff fragen Sie besser eine Fachperson, statt mit Lösungsmitteln zu experimentieren.

3. Netzrücken mit der Bürste reinigen

Netzrücken sind luftig, fangen aber Staub in den Maschen. Saugen Sie das Netz mit der Bürstendüse bei geringer Saugkraft ab. Danach bürsten Sie es mit einer weichen Spülbürste und leichtem Seifenwasser in Richtung der Fäden. Mit einem feuchten Tuch nachwischen und an der Luft trocknen lassen.

Verzichten Sie auf harte Bürsten und Scheuermittel, sie können Fäden herausziehen. Der Rahmen aus Kunststoff oder Aluminium verträgt ein feuchtes Tuch mit etwas Spülmittel.

4. Leder und Kunstleder sanft abwischen

Glattleder wischen Sie mit einem weichen, leicht feuchten Tuch ab. Bei stärkerer Verschmutzung hilft eine milde Lederseife, danach trocken nachwischen und nach Herstellerangabe pflegen, damit das Leder nicht austrocknet.

Kunstleder verträgt lauwarmes Wasser mit etwas Spülmittel. Alkohol, Lösungsmittel und scharfe Reiniger können die Oberfläche spröde machen, bis sie reisst. Mehr dazu im Ratgeber Kunstleder reinigen.

Armlehnen und Hebel sind meist aus Kunststoff und werden am häufigsten berührt: Feucht abwischen genügt. Mechanik und Gasfeder unter dem Sitz wischen Sie nur aussen ab.

5. Rollen und Fusskreuz von Haaren befreien

Haare, Teppichfasern und Staub wickeln sich um die Achsen. Der Stuhl rollt dann schwer oder rutscht und kann Spuren auf dem Boden hinterlassen.

  1. Den Stuhl auf eine Decke legen, sodass die Rollen nach oben zeigen.
  2. Haare mit den Fingern oder einer Pinzette herausziehen, fest gewickelte mit einer kleinen Schere aufschneiden.
  3. Bei vielen Modellen lassen sich die Rollen mit einem kräftigen Zug abziehen – die Anleitung sagt, ob das vorgesehen ist.
  4. Rollen und Fusskreuz feucht abwischen, trocknen lassen und die Rollen wieder fest einstecken.

Für Hartböden wie Parkett oder Plättli sind weiche Rollen gedacht, für Teppich harte. Eine Bodenschutzmatte schont empfindliche Böden zusätzlich.

Bürostuhl reinigen am geteilten Arbeitsplatz

Wo mehrere Personen denselben Platz nutzen, braucht es einfache Regeln. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Open-Space-Büro sauber halten.

Hygiene rund um den Bürostuhl

Häufige Fehler

  • Zu viel Wasser: Das Polster trocknet langsam und bildet Ränder.
  • Reiben statt tupfen: Der Fleck breitet sich aus, der Stoff raut auf.
  • Pflegecode ignorieren: Bei Code S oder X kann Wasser bleibende Flecken hinterlassen.
  • Scharfe Mittel: Lösungsmittel, Scheuermittel und Bleiche greifen Bezug, Netz und Kunststoff an.

Häufige Fragen

Kann man einen Bürostuhl mit Wasser reinigen?

Das hängt vom Bezug ab. Steht auf dem Etikett Code W oder W/S, dürfen Sie mit wenig Wasser und mildem Reiniger tupfen. Bei Code S oder X saugen Sie nur ab; hartnäckige Flecken gehören dann in die Hände von Fachleuten.

Wie bekomme ich Flecken aus dem Bürostuhl?

Frische Flecken sofort auftupfen und dann mit einem gut ausgewrungenen Tuch und etwas Spülmittel von aussen nach innen behandeln. Mit klarem Wasser nachtupfen und gut trocknen lassen.

Wie oft sollte ein Bürostuhl gereinigt werden?

Absaugen und Armlehnen abwischen gehören zur regelmässigen Reinigung, an geteilten Arbeitsplätzen häufiger. Eine gründliche Reinigung von Polster, Netz und Rollen reicht bei normaler Nutzung meist ein- bis zweimal im Jahr.

Wie entferne ich Haare aus den Rollen?

Stuhl umdrehen, Haare mit Pinzette oder Fingern herausziehen und fest gewickelte Fäden mit einer kleinen Schere aufschneiden. Abziehbare Rollen reinigen Sie einzeln und stecken sie danach wieder fest ein.

Übersicht: Bürostuhl reinigen: 5 Schritte für Stoff, Netzrücken, Leder und Rollen
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Redaktion Priority CleanUnser Reinigungsteam aus Alberswil LU teilt hier Erfahrungen aus Umzugs-, Haushalts-, Büro- und Fensterreinigungen in der ganzen Zentral- und Nordwestschweiz.