
Plötzlich liegen Dutzende winzige schwarze Striche auf dem Fensterbrett, auf der frisch gewaschenen Bettwäsche und sogar hinter dem Glas des Bildschirms. Gewittertierchen – auch Gewitterfliegen oder Thripse genannt – tauchen an schwülen Sommertagen oft schlagartig auf, besonders in der Nähe von Getreidefeldern. Sie sind lästig, kitzeln auf der Haut, sind aber für Menschen harmlos.
Bekämpfen müssen Sie die Tierchen nicht. Es reicht, sie draussen zu halten und die Eindringlinge sauber zu entfernen, ohne Flecken auf Textilien und Schlieren auf Glas zu hinterlassen. Fünf Schritte zeigen, wie das gelingt.
Was sind Gewittertierchen und warum kommen sie?
Die Tierchen sind nur rund ein bis zwei Millimeter lang, schlank und dunkel. Man sieht sie meist erst, wenn viele auf einmal auf hellen Flächen landen. Die meisten Arten leben auf Gräsern und Getreide. Wird es heiss und schwül, oft vor einem Gewitter oder während der Getreideernte, steigen sie in Scharen auf und lassen sich vom Wind tragen – daher der Name.
Helle Farben ziehen sie an: weisse Wäsche an der Leine, helle Vorhänge, Fensterrahmen und leuchtende Bildschirme. Durch gekippte Fenster, Ritzen und sogar durch viele Fliegengitter gelangen sie ins Innere.
| Wo Sie sie finden | Warum dort |
|---|---|
| Fensterbrett und Fensterrahmen | Einflugstelle, sie sammeln sich am Licht |
| Weisse Wäsche, Bettwäsche | Helle Farbe lockt sie an |
| Hinter Bildschirm, Bilderrahmen | Sie kriechen in schmalste Spalten |
| Haut, Haare | Kitzeln, stechen aber nicht gefährlich |
Thripse, die sich dauerhaft auf Zimmerpflanzen einnisten, sind ein eigenes Thema: Wer silbrige Flecken auf Blättern entdeckt, fragt am besten in der Gärtnerei nach.
1. Fenster zur richtigen Zeit schliessen
Der wirksamste Schutz kostet nichts: An schwülen Tagen bleiben die Fenster über Mittag und am Nachmittag zu, wenn die Tierchen am aktivsten fliegen. Lüften Sie lieber spät abends, nachts oder frühmorgens. Das hält gleichzeitig die Hitze draussen.
Besonders wichtig ist das, wenn Ihre Wohnung an ein Feld grenzt oder die Ernte in der Nähe läuft. Nach einem Gewitter oder einem kräftigen Regen ist der Spuk meist vorbei.
2. Insektengitter prüfen und Ritzen dichten
Ein normales Fliegengitter hält Gewittertierchen nicht immer ab. Für Fliegen empfiehlt das BAFU Insektengitter mit einer Maschenweite von 0,6 Millimetern – die schlanken Thripse schlüpfen teilweise hindurch. Dennoch lohnt sich ein intaktes Gitter: Es hält die meisten Insekten fern und reduziert die Zahl der Gewittertierchen deutlich.
Für Insekten, die über die Fassade ins Haus gelangen, rät das BAFU, Ritzen abzudichten, Insektengitter anzubringen und die Tiere abzusaugen statt chemisch zu bekämpfen. Kontrollieren Sie deshalb Gitterrahmen, Bürstendichtungen und die Anschlüsse am Rollladenkasten. Wie Sie Gitter säubern, ohne sie zu beschädigen, zeigt der Ratgeber Fliegengitter reinigen.
3. Gewittertierchen absaugen und feucht abwischen
Zerdrückte Thripse hinterlassen kleine dunkle Striche – auf weissem Stoff sieht man sie sofort. Deshalb gilt:
- Absaugen: Mit der Fugendüse des Staubsaugers Fensterbrett, Rahmen, Falz und Vorhänge absaugen. Bei starkem Aufkommen den Beutel danach entsorgen oder den Behälter draussen leeren.
- Feucht abwischen: Fensterbrett und Rahmen mit einem leicht feuchten Mikrofasertuch und etwas Wasser mit wenig Spülmittel reinigen.
- Trocken nachpolieren: Glas mit einem trockenen Tuch nachwischen, damit keine Schlieren bleiben.
4. Wäsche schützen und richtig trocknen
Weisse Wäsche an der Leine ist für die Tierchen ein Magnet. An schwülen Tagen trocknen Sie deshalb besser drinnen, im Tumbler oder im Trockenraum der Waschküche. Hängt die Wäsche schon draussen:
- Vor dem Abnehmen jedes Stück kräftig ausschütteln – im Freien, nicht in der Wohnung.
- Hartnäckige Tierchen mit dem Fusselroller abnehmen.
- Dunkle Striche auf Stoff nicht reiben – sie lassen sich meist mit einem erneuten normalen Waschgang entfernen.
Bettwäsche und Kissen erst beziehen, wenn Sie sie kontrolliert haben. Wer nachts ein Kitzeln spürt, hat oft einige Gewittertierchen im Bett – ausschütteln und Laken wechseln hilft.
5. Bildschirm, Bilderrahmen und Lampen
Gewittertierchen kriechen in schmalste Spalten und landen manchmal zwischen Displayschicht und Glas eines Bildschirms oder hinter dem Glas eines Bilderrahmens. Dort sind sie ärgerlich, aber harmlos.
- Bildschirm: Nicht auf das Display drücken, das kann das Panel beschädigen. Oft kriechen die Tierchen von selbst wieder heraus oder sterben ab und bleiben als Punkt sichtbar. Ein Gerät öffnen sollte nur eine Fachperson, bei neuen Geräten gilt die Herstellergarantie.
- Bilderrahmen: Rahmen öffnen, Glas und Passepartout vorsichtig abpinseln, Glas feucht reinigen und gut trocknen lassen.
- Lampen: Tierchen in Lampenschirmen bei ausgeschalteter und abgekühlter Lampe absaugen.
Die häufigsten Fehler
- Mit dem Finger zerdrücken: Das gibt dunkle Flecken auf Wäsche, Vorhängen und Tapeten.
- Insektenspray einsetzen: Chemie bringt gegen die ständig neu einfliegenden Tierchen nichts und belastet die Raumluft.
- Auf den Bildschirm drücken: Das Tierchen bleibt, das Display kann Schaden nehmen.
- Wäsche drinnen ausschütteln: So verteilen Sie die Gewittertierchen in der ganzen Wohnung.
Häufige Fragen
Sind Gewittertierchen gefährlich?
Nein. Sie können auf der Haut kitzeln und kurz zwicken, übertragen aber keine Krankheiten und beschädigen weder Möbel noch Vorräte. Wer auf Insekten allergisch reagiert oder starke Hautreizungen hat, fragt ärztlich nach.
Warum kommen Gewittertierchen gerade vor einem Gewitter?
An heissen, schwülen Tagen, oft vor einem Gewitter und zur Getreideernte, schwärmen die Tiere in grosser Zahl aus und werden vom Wind weit getragen. Regen beendet den Flug meist rasch.
Helfen Fliegengitter gegen Gewittertierchen?
Teilweise. Gitter halten viele Tierchen ab, doch die sehr schlanken Thripse schlüpfen durch manche Maschen. Am wirksamsten ist, die Fenster an schwülen Nachmittagen geschlossen zu halten.
Wie bekomme ich ein Gewittertierchen aus dem Bildschirm?
Meist gar nicht ohne Öffnen des Geräts. Drücken Sie nicht auf das Display. Oft kriecht das Tierchen von selbst heraus. Stört der Punkt dauerhaft, wenden Sie sich an den Hersteller oder eine Fachwerkstatt.
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