
Ein Schatten huscht in der Dämmerung über den Sitzplatz, am Kompost tauchen frische Löcher auf, und im Veloraum liegen dunkle Kotkrümel. Ratten im Garten sind unangenehm, aber kein Grund zur Panik. Sie kommen fast immer aus demselben Grund: Sie finden Futter, Wasser und einen geschützten Unterschlupf.
Die gute Nachricht: Genau hier setzen Sie an. Mit fünf Schritten erkennen Sie die Ursachen, machen Ihr Grundstück unattraktiv und wissen, wann Verwaltung, Gemeinde oder eine Fachperson gefragt sind.
Warum Ratten in den Garten kommen
In Schweizer Siedlungen ist meist die Wanderratte anzutreffen. Sie lebt oft in der Kanalisation, unter Böschungen oder in Erdbauten und ist vor allem in der Nacht unterwegs. Ratten sind anpassungsfähig und vorsichtig, sie merken sich zuverlässige Futterquellen und nutzen immer wieder dieselben Wege.
Das Bundesamt für Umwelt BAFU weist darauf hin, dass Ratten und Mäuse Krankheiten übertragen und Räume sowie Lebensmittel mit Kot und Urin verunreinigen können. Deshalb lohnt es sich, früh zu handeln – bevor sich eine Population festsetzt.
1. Die Anzeichen erkennen
Ratten selbst sieht man selten. Viel häufiger verraten sie sich durch Spuren:
| Anzeichen | Woran Sie es erkennen |
|---|---|
| Kot | Dunkle, längliche Kotstücke, deutlich grösser als Mäusekot, oft entlang von Wänden |
| Laufwege | Ausgetretene Pfade im Rasen, dunkle Schmierspuren an Kanten und Mauern |
| Löcher | Erdlöcher unter Platten, Sträuchern, Treppen oder am Kompost |
| Nagespuren | Angenagte Kunststoffbehälter, Säcke, Holz oder Kabel |
| Geräusche und Geruch | Kratzen und Rascheln in der Nacht, stechender, ammoniakartiger Geruch |
Wer Ratten auch tagsüber sieht, hat es oft mit einem grösseren Bestand zu tun. Was bei Mäusen im Haus hilft, lesen Sie im Ratgeber Mäuse im Keller.
2. Futterquellen im Garten beseitigen
Der wirksamste Schritt ist, den gedeckten Tisch abzuräumen:
- Kompost: Verwenden Sie einen geschlossenen Komposter mit feinmaschigem Gitter am Boden. Gekochte Speisereste, Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Brot gehören nicht auf den offenen Kompost.
- Vogelfutter: Futterstellen so wählen, dass kein Futter zu Boden fällt, und Reste täglich aufnehmen. Bei Rattenbefall das Füttern einstellen.
- Tierfutter: Katzen- und Hundenäpfe nicht über Nacht draussen stehen lassen, Hühner- und Kaninchenfutter in dichten Behältern lagern.
- Fallobst und Beeren: regelmässig auflesen.
- Wasser: offene Regentonnen und Wasserbehälter abdecken.
Auch Wildtiere sollen nicht gefüttert werden. Der Kanton Basel-Stadt hält fest, dass das Füttern von Tauben nicht nur mehr Tauben, sondern auch Ratten anzieht.
3. Abfall rattensicher lagern
Abfall ist für Ratten eine der wichtigsten Futterquellen. Das BAFU empfiehlt, Speisereste in geschlossenen Behältern zu sammeln und regelmässig zu leeren, Kehrichtsäcke erst am Morgen des Abfuhrtags hinauszustellen und die Behälter regelmässig zu reinigen.
- Kehrichtsäcke nicht tagelang auf dem Balkon, im Garten oder vor dem Haus lagern.
- Container und Grüngutbehälter mit dicht schliessendem Deckel verwenden und den Deckel immer schliessen.
- Verschüttete Reste rund um den Containerplatz sofort aufnehmen.
Wie Sie Container sauber und geruchsarm halten, zeigt der Ratgeber Container-Reinigung, für den Eimer in der Küche der Ratgeber Mülleimer stinkt.
4. Zugänge und Verstecke verschliessen
Ratten sind geschickte Kletterer und gute Schwimmer, und sie zwängen sich durch erstaunlich kleine Öffnungen. Kontrollieren Sie das Haus von aussen:
- Lücken an Fassade, Rohrdurchführungen und Türen schliessen lassen.
- Kellerfenster und Lüftungsöffnungen mit einem stabilen Gitter sichern – das BAFU nennt eine Maschenweite von 0,5 cm.
- Türen zu Keller, Veloraum und Garage geschlossen halten.
- Holzstapel, Gerümpel und dichtes Gestrüpp direkt an der Hauswand vermeiden, denn sie bieten Deckung.
In einer Mietliegenschaft melden Sie Lücken und Schäden der Verwaltung oder dem Hauswart, statt selbst bauliche Änderungen vorzunehmen.
5. Verwaltung, Gemeinde oder Fachleute beiziehen
Einzelne Tiere lassen sich laut BAFU mit Schlagfallen fangen. Tote Tiere fassen Sie nur mit Handschuhen an und entsorgen sie im Kehricht. Bei grösserem Befall oder wenn Ratten ins Haus gelangen, ist ein professioneller Schädlingsbekämpfer die richtige Adresse.
Mieterinnen und Mieter informieren sofort die Verwaltung. Viele Städte und Gemeinden haben zudem eine Anlaufstelle für Schädlinge; bei Ratten im öffentlichen Raum oder aus der Kanalisation wenden Sie sich an die Gemeinde.
Rattenkot und Spuren sicher reinigen
Wo Ratten unterwegs waren, bleiben Kot und Urin zurück. Wirbeln Sie dabei keinen Staub auf:
- Einweg-Handschuhe tragen, in geschlossenen Räumen wie Keller oder Gartenhaus zusätzlich eine FFP2-Maske.
- Den Raum vorher gut lüften.
- Kot und Verschmutzungen mit Wasser und Haushaltsreiniger besprühen und kurz einwirken lassen – nie trocken wischen oder staubsaugen.
- Mit Küchenpapier oder Einwegtüchern aufnehmen, in einen Plastiksack geben, verschliessen und im Kehricht entsorgen.
- Flächen feucht nachwischen, danach Handschuhe entsorgen und die Hände gründlich waschen.
Ausführlicher beschreibt es der Ratgeber Mäusekot entfernen. Angefressene Lebensmittel werfen Sie weg.
Die häufigsten Fehler
- Abwarten: Ratten vermehren sich schnell, ein kleiner Bestand wird rasch grösser.
- Gift selbst auslegen: Das gefährdet Kinder, Haustiere und Wildtiere.
- Kot trocken aufwischen oder saugen: Dabei wird verunreinigter Staub aufgewirbelt.
- Nur die Tiere bekämpfen: Solange Futter und Verstecke bleiben, kommen neue Ratten nach.
Häufige Fragen
Was zieht Ratten im Garten an?
Vor allem Futter: offener Kompost mit Speiseresten, Vogelfutter am Boden, Tiernäpfe, Fallobst und schlecht verschlossener Abfall. Dazu kommen Verstecke wie Holzstapel, Gerümpel und dichtes Gestrüpp.
Sind Ratten gefährlich?
Ratten können Krankheitserreger übertragen und Räume und Lebensmittel mit Kot und Urin verunreinigen. Fassen Sie die Tiere und ihre Hinterlassenschaften deshalb nie mit blossen Händen an. Bei gesundheitlichen Fragen wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis.
Wen rufe ich bei Ratten ums Haus?
Mieter informieren zuerst die Verwaltung oder den Hauswart. Bei grösserem Befall hilft ein professioneller Schädlingsbekämpfer. Bei Ratten im öffentlichen Raum oder aus der Kanalisation ist die Gemeinde die richtige Anlaufstelle.
Darf ich selbst Rattengift auslegen?
Davon ist abzuraten. Giftköder gefährden Kinder, Haustiere und Wildtiere. Überlassen Sie Köder Fachleuten, die sie in gesicherten Stationen ausbringen, und konzentrieren Sie sich selbst auf Vorbeugung.
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