
Der Lampion ist abgehängt, das Feuerwerk verraucht – und auf dem Balkon wartet ein Grillrost voller eingebrannter Marinade. Am Tag nach der Bundesfeier stellen sich viele dieselbe Frage: Wie lässt sich der Grill reinigen, ohne einen ganzen Nachmittag zu opfern? Die kurze Antwort: mit Wärme, Einweichzeit und der passenden Methode für Ihren Grilltyp.
In diesem Ratgeber zeigen wir fünf Wege, die sich in der Praxis bewähren – vom schnellen Ausbrennen bis zum Einweichen über Nacht. Dazu erfahren Sie, worauf Sie bei Gasflasche, Holzkohleasche und Elektrogrill achten sollten.
Warum sich der Grill so schwer reinigen lässt
Beim Grillen verbinden sich tropfendes Fett, Zucker aus Marinaden und Eiweiss aus Fleisch zu einer klebrigen Schicht. Kühlt diese ab, wird sie hart wie Lack. Je länger der Rost ungeputzt draussen steht, desto fester sitzen die Rückstände – und desto eher ziehen sie Wespen an oder beginnen zu riechen.
Dazu kommt: Grillroste bestehen aus unterschiedlichen Materialien. Verchromter Stahl, Edelstahl, emaillierter Guss und Gusseisen vertragen nicht dieselbe Behandlung. Werfen Sie deshalb vor dem Putzen einen kurzen Blick in die Anleitung Ihres Geräts.
1. Ausbrennen: die schnellste Methode für Gasgrills
Beim Gasgrill ist das Ausbrennen der Klassiker, weil es kaum Aufwand braucht.
- Deckel schliessen und alle Brenner auf höchster Stufe 10–15 Minuten laufen lassen.
- Die Rückstände verkohlen zu trockener Asche.
- Brenner ausschalten, Gasflasche zudrehen.
- Den noch warmen Rost mit einer Grillbürste oder einem Holzschaber abbürsten.
Beim Holzkohlegrill funktioniert das Prinzip ähnlich: Nach dem Grillen den Rost über der Restglut liegen lassen und anschliessend abbürsten.
2. Zeitungspapier: der Einweich-Trick über Nacht
Für stark verkrustete Roste von Holzkohlegrills hat sich eine alte Methode bewährt, die fast nichts kostet.
- Mehrere Lagen Zeitungspapier in Wasser tränken.
- Den abgekühlten Rost vollständig darin einwickeln.
- Über Nacht liegen lassen, am besten in einem grossen Kehrichtsack, damit das Papier feucht bleibt.
- Am nächsten Morgen auswickeln und die aufgeweichten Rückstände mit einem Schwamm abreiben.
Die Feuchtigkeit löst die angetrocknete Kruste. Statt Zeitung funktioniert auch ein altes, nasses Frottiertuch.
3. Natron und Spülmittel: sanft für Roste und Fettwanne
Ist der Rost abnehmbar und passt er in eine Wanne oder Badewanne, ist ein Bad in heissem Spülmittelwasser eine schonende Lösung. Legen Sie ein altes Tuch auf den Wannenboden, damit keine Kratzer entstehen.
- Spülmittelbad: Heisses Wasser mit einem kräftigen Schuss Spülmittel, Rost einige Stunden einweichen, danach mit einem Schwamm reinigen.
- Natronpaste: Für hartnäckige Stellen einige Esslöffel Natron mit wenig Wasser zu einer Paste verrühren, auftragen, eine Stunde wirken lassen und abreiben.
- Fettwanne und Auffangschale: Überschüssiges Fett mit Küchenpapier aufnehmen und im Kehricht entsorgen – nie in den Abfluss giessen. Danach mit Spülmittelwasser auswaschen.
Die in vielen Tipps empfohlene halbe Zwiebel auf der Grillgabel funktioniert übrigens für den heissen Rost zwischendurch: Der Saft löst leichte Rückstände. Für eingebrannte Krusten reicht sie aber nicht.
4. Grillreiniger: wenn Hausmittel nicht mehr reichen
Spezielle Grill- oder Backofenreiniger lösen auch alte, dicke Schichten. Sie enthalten allerdings oft stark alkalische Stoffe wie Natrium- oder Kaliumhydroxid. Tox Info Suisse weist ausdrücklich auf die Verätzungsgefahr durch Grill- und Backofenreiniger hin.
- Handschuhe und bei Sprays eine Schutzbrille tragen.
- Nur draussen oder bei offenem Fenster verwenden.
- Etikett lesen: Viele Produkte sind nicht für Aluminium, Emaille oder beschichtete Flächen geeignet.
- Nie mit anderen Reinigern mischen und das Gebinde nach Gebrauch sofort verschliessen.
- Ausser Reichweite von Kindern lagern.
Bei einem Unfall mit Reinigungsmitteln erreichen Sie Tox Info Suisse rund um die Uhr unter der Nummer 145.
5. Richtig reinigen je nach Grilltyp
Nicht jeder Grill braucht dieselbe Pflege. Diese Übersicht hilft bei der Einordnung:
| Grilltyp | Was Sie reinigen | Worauf Sie achten |
|---|---|---|
| Holzkohlegrill | Rost, Kessel, Aschebehälter | Asche vollständig auskühlen lassen |
| Gasgrill | Rost, Flammenabdeckungen, Brenner, Fettwanne | Gasflasche zudrehen, Schlauch kontrollieren |
| Elektrogrill | Rost oder Platte, Auffangschale | Stecker ziehen, Heizelement nie ins Wasser |
Holzkohlegrill: Die Asche wirkt oft längst kalt, kann aber noch Glutnester enthalten. Die Brandverhütung empfiehlt, Asche mindestens 48 Stunden auskühlen zu lassen und erst dann in einem Metallbehälter oder im Kehricht zu entsorgen.
Gasgrill: Drehen Sie vor der Reinigung die Gasflasche zu. Verstopfte Brennerdüsen reinigen Sie vorsichtig mit einer weichen Bürste. Den Schlauch prüfen viele Hersteller mit Seifenwasser: Bilden sich Blasen, ist die Verbindung undicht und muss ersetzt werden, bevor Sie wieder grillen.
Elektrogrill: Stecker ziehen, abkühlen lassen und nur abnehmbare Teile waschen. Das Heizelement wird höchstens trocken abgewischt.
Wichtig für alle Grills: Zum Anzünden nie Brennsprit oder andere flüssige Brandbeschleuniger verwenden – die BFU rät davon im Ratgeber Schutz vor Feuer und Hitze klar ab.
Häufige Fehler beim Grill putzen
- Rost kalt und trocken schrubben: Kostet viel Kraft und zerkratzt Beschichtungen.
- Scheuermittel auf emaillierten Rosten: Die Glasur wird matt und rau, Rückstände haften danach stärker.
- Fett in den Abfluss giessen: Es härtet in den Rohren aus und fördert Verstopfungen.
- Heisse Asche in den Plastikkübel: Gefährlich – auch Stunden später kann noch Glut darin sein.
- Grill nass abdecken: Unter der Abdeckhaube bildet sich Rost oder Schimmel. Erst trocknen lassen.
Nach der Grillsaison lohnt sich ausserdem ein Blick auf die Umgebung: Fettspritzer auf den Balkonplatten und Russ an der Wand verschwinden am besten sofort. Wie Sie den ganzen Aussenbereich wieder auf Vordermann bringen, lesen Sie in unserem Ratgeber zum Balkon reinigen. Und falls der Backofen nach dem Fest ebenfalls eine Kur braucht: Hier finden Sie Tipps zum Backofen reinigen mit Hausmitteln.
Häufige Fragen
Wie bekomme ich einen stark verkrusteten Grillrost wieder sauber?
Wickeln Sie den kalten Rost über Nacht in nasses Zeitungspapier oder legen Sie ihn in heisses Spülmittelwasser. Am nächsten Tag lassen sich die aufgeweichten Rückstände mit einem Schwamm abreiben. Bei sehr alten Krusten hilft ein Grillreiniger – mit Handschuhen und nach Anleitung.
Kann ich den Grillrost in die Spülmaschine geben?
Nur wenn der Hersteller das ausdrücklich erlaubt. Gusseiserne Roste rosten in der Spülmaschine, und grobe Fettreste können das Sieb verstopfen. Weichen Sie den Rost besser vor und reinigen Sie ihn von Hand.
Wie oft sollte man einen Gasgrill gründlich reinigen?
Den Rost nach jedem Grillen kurz ausbrennen und abbürsten. Fettwanne, Flammenabdeckungen und Brenner sollten Sie je nach Nutzung mehrmals pro Saison sowie vor dem Einwintern gründlich reinigen.
Wohin mit der Holzkohleasche?
Lassen Sie die Asche mindestens 48 Stunden in einem nicht brennbaren Behälter auskühlen. Danach kann sie in einem verschlossenen Sack mit dem Kehricht entsorgt werden. Beachten Sie zusätzlich die Vorgaben Ihrer Gemeinde.
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