
Eine verschimmelte oder rissige Silikonfuge ist schnell herausgeschnitten. Mühsam wird es erst danach: Auf Plättli, Wanne und Glas bleibt ein zäher, leicht glänzender Film, an dem neues Silikon nicht haftet. Wer Silikonreste entfernen will, braucht deshalb vor allem das richtige Werkzeug und etwas Geduld – und keine Gewalt, denn Glasur, Email und Acryl verkratzen leicht.
Der Aufwand lohnt sich. Nur auf einem sauberen, trockenen und fettfreien Untergrund hält die neue Fuge dicht und bleibt lange schön. Fünf Schritte führen Sie vom alten Silikonstreifen zur perfekt vorbereiteten Fläche.
Warum Silikonreste so hartnäckig sind
Sanitärsilikon ist ein elastischer Dichtstoff, der sich beim Aushärten fest mit dem Untergrund verbindet. Genau diese Haftung macht die Fuge wasserdicht – und die Reste so zäh. Hinzu kommt: Silikon ist wasserabweisend. Normales Putzmittel perlt einfach ab, und ein dünner Film bleibt auch nach dem Schrubben stehen.
Neues Silikon haftet schlecht auf altem. Deshalb genügt es nicht, eine alte Fuge zu überdecken: Feuchtigkeit kriecht darunter, und Schimmel kommt rasch zurück. Wie Sie leichten Befall ohne Austausch behandeln, lesen Sie im Ratgeber Schimmel in der Silikonfuge der Dusche.
| Untergrund | Geeignetes Werkzeug | Tabu |
|---|---|---|
| Glasierte Plättli | Cutter, Kunststoffschaber, Ceranfeldschaber flach | Schraubenzieher, Stahlwolle |
| Emaillierte Wanne | Kunststoffschaber, Radiergummi | Metallklingen, Scheuerpulver |
| Acrylwanne, Duschtasse aus Kunststoff | Kunststoffschaber, Fingerkuppe, milde Seife | Klingen, lösungsmittelhaltige Entferner ohne Freigabe |
| Glas (Duschwand) | Glasschaber auf nassem Glas | Trocken kratzen, Klinge auf beschichtetem Glas ohne Herstellerfreigabe |
| Naturstein | Kunststoffschaber, Fachberatung | Säure, aggressive Entferner |
1. Vorbereiten: Schutz, Werkzeug und Lüftung
Legen Sie alles bereit, bevor Sie beginnen: einen scharfen Cutter oder ein Fugenmesser, einen Kunststoffschaber, einen Ceranfeldschaber für Plättli und Glas, einen weissen Radiergummi, Haushaltshandschuhe, Küchenpapier und Reinigungsalkohol.
Decken Sie den Wannenboden mit einem alten Frottiertuch oder Karton ab, damit keine Klinge und kein Werkzeug hineinfällt. Öffnen Sie das Fenster oder schalten Sie den Ventilator ein, vor allem wenn Sie später einen chemischen Entferner einsetzen.
2. Die alte Fuge herausschneiden
- Den Cutter flach an der Plättlikante ansetzen und die Fuge der Länge nach einschneiden.
- Den zweiten Schnitt an der Wannen- oder Duschkante führen.
- Das Silikon an einem Ende greifen und langsam als Streifen herausziehen. Reisst er ab, neu ansetzen.
Führen Sie die Klinge immer vom Körper weg und mit der zweiten Hand hinter der Schneide. Klingen mit Scharten tauschen Sie sofort aus, denn sie hinterlassen Kratzer.
3. Silikonreste von Plättli und Wanne entfernen
Nach dem Herausziehen bleiben fast immer dünne Silikonreste auf den Kanten. Schieben Sie diese mit dem Kunststoffschaber in einem flachen Winkel ab. Auf glasierten Plättli dürfen Sie auch einen Ceranfeldschaber nehmen – immer flach und mit wenig Druck, damit die Glasur nicht leidet.
Emaillierte und besonders Acrylwannen verzeihen keine Metallklingen. Arbeiten Sie hier ausschliesslich mit Kunststoff und mit den Fingern.
4. Silikonentferner gezielt einsetzen
Bleibt ein glänzender Schleier, hilft ein chemischer Silikonentferner aus dem Baumarkt. Er macht die Silikonreste weich, sodass Sie sie abschaben oder abwischen können. Halten Sie sich genau an die Einwirkzeit und die Hinweise auf dem Etikett. Viele Produkte eignen sich nicht für Acryl, Kunststoff oder Naturstein.
Auf Duschwänden aus Glas schieben Sie Reste mit dem Glasschaber auf nassem Glas ab. Bei Glas mit Schutzbeschichtung prüfen Sie zuerst die Pflegehinweise des Herstellers.
5. Entfetten und trocknen lassen
Der wichtigste Schritt vor der neuen Fuge: Wischen Sie die Kanten mit Reinigungsalkohol oder Brennsprit und einem fusselfreien Tuch ab. So entfernen Sie Seifenreste, Hautfett und die letzten Silikonspuren. Kontrollieren Sie mit der Fingerkuppe: Fühlt sich die Fläche glatt und stumpf an, ist sie bereit.
Lassen Sie die Fuge danach vollständig trocknen, am besten über Nacht und bei offenem Fenster. Feuchtigkeit im Fugenspalt ist der häufigste Grund, warum neue Fugen früh schimmeln. Wie lange frisches Silikon aushärten muss, bevor Sie wieder duschen, steht auf der Kartusche. Die Fugen selbst halten Sie danach mit dem Ratgeber Fugen reinigen sauber.
Häufige Fehler beim Entfernen von Silikon
- Neues Silikon auf alte Reste: Die Fuge haftet nicht und wird schnell undicht.
- Metallklinge auf Acryl oder Email: Kratzer bleiben für immer und sind später Schmutzfänger.
- Zu früh neu verfugen: Restfeuchtigkeit und Seifenfilm verhindern die Haftung.
- Entferner in den Abfluss giessen: Lösungsmittel gehören zum Sonderabfall.
Silikonfugen und Wohnungsabgabe
In einer Mietwohnung fragen Sie vor dem Herausschneiden intakter Fugen bei der Verwaltung nach. Bei der Wohnungsabgabe erwartet der HEV Schweiz eine gründliche Reinigung aller Räume, inklusive Kalk in Bad und WC. Saubere, schimmelfreie Fugen gehören zu einem gepflegten Bad.
Häufige Fragen
Womit bekomme ich Silikonreste am besten weg?
Mit einem Kunststoffschaber im flachen Winkel, einem Radiergummi für dünne Schleier und bei Bedarf einem Silikonentferner nach Etikett. Zum Schluss mit Alkohol entfetten.
Darf ich eine Klinge auf Plättli verwenden?
Auf glasierten Plättli und Glas ja, sofern Sie eine neue Klinge flach und mit wenig Druck führen. Auf Acryl, Email und Naturstein verwenden Sie nur Kunststoffwerkzeug.
Hält neues Silikon auf altem Silikon?
Nein, zumindest nicht zuverlässig. Neues Silikon haftet schlecht auf alten Silikonresten. Entfernen Sie die alte Fuge deshalb vollständig und reinigen Sie die Kanten gründlich.
Wie lange muss ich nach dem Neuverfugen mit dem Duschen warten?
Das hängt vom Produkt ab. Die Aushärtezeit steht auf der Kartusche. Halten Sie sich daran und lüften Sie gut, damit die neue Fuge ungestört aushärten kann.
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