Bad & WC

Siphon reinigen: Schritt für Schritt unter Lavabo und Spüle

Das Wasser läuft träge ab oder es riecht aus dem Becken? Meist sitzt der Schmutz direkt unter dem Ablauf. Mit Eimer, Handschuhen und etwas Geduld ist er schnell draussen.

Veröffentlicht am · 6 Min. Lesezeit· von Redaktion Priority Clean
Weisses Lavabo mit Armatur und Abfluss, unter dem der Siphon sitzt
📷 rawpixel (creator not credited) · CC0 1.0

Nach dem Zähneputzen steht das Wasser im Lavabo noch minutenlang, in der Küche gluckert es, oder aus dem Becken steigt ein muffiger Geruch. Meistens steckt der Schmutz nicht tief in der Leitung, sondern direkt unter dem Becken. Wer den Siphon reinigen will, braucht dafür weder Chemie noch Sanitär – nur einen Eimer, Handschuhe und etwa eine Viertelstunde Zeit.

Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie den Siphon unter Lavabo und Küchenspüle öffnen, säubern und wieder dicht montieren. Und sie sagt ehrlich, wann eine Fachperson die bessere Wahl ist.

Wozu der Siphon da ist – und warum er verschmutzt

Der Siphon ist das gebogene oder becherförmige Rohrstück direkt unter dem Ablauf. Das Sperrwasser, das immer darin steht, verhindert, dass Gase aus der Kanalisation in Bad oder Küche aufsteigen. Der Preis dafür: Was schwerer ist als Wasser oder an den Wänden haftet, bleibt genau hier liegen.

Im Bad sind es vor allem Haare, Seifen- und Zahnpastareste, in der Küche Fett, Kaffeesatz und kleine Speisereste. Mit der Zeit bildet sich ein schmieriger Belag, der das Rohr verengt und zu riechen beginnt.

AnzeichenWahrscheinliche Ursache
Wasser läuft langsam abHaare oder Fett verengen den Siphon
Gluckern beim AblaufenTeilweise Verstopfung im Siphon oder dahinter
Muffiger oder fauliger GeruchBelag im Siphon, im Ablaufventil oder im Überlauf
Wasser steht ganzPfropfen im Siphon oder tiefer in der Leitung

Unter dem Lavabo sitzt häufig ein Flaschensiphon mit abschraubbarem Becher und Tauchrohr, unter dem Spültrog in der Küche oft ein Röhrensiphon in U-Form, manchmal mit Anschluss für den Geschirrspüler. Beide lassen sich meist ohne Werkzeug öffnen.

1. Vorbereiten: Eimer, Handschuhe und Platz schaffen

Räumen Sie den Unterschrank aus und legen Sie alte Tücher auf den Boden. Dann stellen Sie bereit:

  • einen Eimer oder eine flache Schüssel, die unter den Siphon passt
  • Gummihandschuhe
  • eine Flaschenbürste und eine alte Zahnbürste
  • warmes Wasser mit etwas Spülmittel
  • eine Taschenlampe und etwas Küchenpapier

Bis alles wieder montiert ist, bleiben Becken und Geschirrspüler tabu – sonst landet das Wasser im Unterschrank.

2. Überwurfmuttern von Hand lösen

  1. Den Eimer direkt unter den Siphon stellen.
  2. Beim Flaschensiphon zuerst den Becher unten gegen den Uhrzeigersinn abdrehen. Sperrwasser und grober Schmutz fallen in den Eimer.
  3. Danach die Überwurfmutter oben am Ablaufventil und die Mutter am Wandanschluss lösen.
  4. Beim Röhrensiphon beide Muttern lösen und das U-Rohr nach unten abnehmen.
  5. Dichtungen, die herausfallen, sofort beiseitelegen – im Eimer gehen sie leicht verloren.

Arbeiten Sie nur mit der Hand: Eine Rohrzange kann Kunststoffmuttern zerdrücken oder Gewinde beschädigen. Sitzt eine Mutter fest, hilft ein trockenes Tuch für besseren Griff. Verchromte Designsiphons brauchen manchmal Werkzeug – dann die Oberfläche mit einem Tuch schützen.

3. Siphon und Tauchrohr gründlich reinigen

Haarknäuel und Fettklumpen kommen mit Küchenpapier in den Kehricht, sonst wandern sie in den nächsten Abfluss. Danach reinigen Sie die Teile mit warmem Spülwasser:

  • Becher oder U-Rohr: innen mit der Flaschenbürste ausbürsten, bis kein schmieriger Film mehr zu spüren ist.
  • Tauchrohr: Das kurze Rohr im Flaschensiphon ragt ins Sperrwasser und ist oft dicht mit Haaren und Seife belegt. Innen und aussen bürsten.
  • Ablaufventil: Stopfen von oben herausnehmen, Haare entfernen und das Ventil mit der Zahnbürste reinigen.
  • Wandanschluss: so weit wie möglich mit der Flaschenbürste hineinreichen, ohne mit Gewalt zu stossen.

Das Schmutzwasser aus dem Eimer giessen Sie ins WC – nie in den Strassenablauf, einen Schacht im Hof oder den Garten. Im Trennsystem fliesst Regenwasser von Strassen und Dächern ungeklärt in die Gewässer, wo alle Reinigungsmittel schaden, auch gut abbaubare. Das erklären die kantonalen Umweltfachstellen: Was im Strassenablauf landet, kann in den Fluss gelangen.

4. Dichtungen prüfen und den Siphon wieder dicht montieren

Flach- und Kegeldichtungen sollten elastisch sein, ohne Risse und nicht plattgedrückt.

  1. Dichtungen abwischen und auf Risse, Verformungen und Verhärtungen prüfen.
  2. Beschädigte Dichtungen ersetzen – nehmen Sie die alte in den Baumarkt oder ins Sanitärgeschäft mit, damit die Grösse stimmt.
  3. Jede Dichtung in derselben Lage einsetzen, in der sie vorher sass. Hier hilft das Foto.
  4. Rohre gerade ansetzen und die Muttern von Hand eindrehen, ohne sie zu verkanten.
  5. Handfest anziehen und nicht mit Werkzeug nachdrehen, sonst quetschen Sie die Dichtung.

5. Dichtheitstest und Nachspülen

  1. Wasser zuerst schwach, dann kräftig laufen lassen.
  2. Das Becken zu einem Drittel füllen und den Stopfen ziehen – der Schwall zeigt, ob alles dicht ist.
  3. Ein trockenes Blatt Küchenpapier unter die Verbindungen halten: Jeder Tropfen wird sofort sichtbar.
  4. Tropft es, die betroffene Mutter leicht nachziehen oder die Dichtung neu einsetzen.
  5. Am nächsten Tag noch einmal kontrollieren, dann den Unterschrank einräumen.

Läuft das Wasser danach immer noch schlecht ab, sitzt die Verstopfung tiefer in der Leitung. Was dann hilft, zeigt der Ratgeber Abfluss verstopft.

Siphon reinigen: das Wichtigste auf einen Blick

Die häufigsten Fehler

  • Zur Rohrzange greifen: Kunststoffmuttern brechen oder das Gewinde leidet.
  • Zu fest anziehen: Gequetschte Dichtungen tropfen erst recht.
  • Dichtung vergessen oder verkehrt einsetzen: Der Siphon ist danach undicht.
  • Erst Rohrreiniger, dann Siphon öffnen: Es besteht Verätzungsgefahr.
  • Schmutzwasser in den Strassenablauf leeren: Es gelangt ungeklärt in Bäche und Flüsse.

Riecht es trotz sauberem Siphon weiter, finden Sie im Ratgeber Abfluss stinkt die übrigen Ursachen.

Häufige Fragen

Wie oft sollte man den Siphon reinigen?

Spätestens, wenn das Wasser langsamer abläuft oder es aus dem Becken riecht. Bei viel genutzten Küchenspülen und Familienbädern lohnt sich ein Blick alle paar Monate. Selten genutzte Becken brauchen vor allem regelmässig Wasser, damit der Siphon nicht austrocknet.

Kann man einen Siphon ohne Werkzeug abschrauben?

Ja, die meisten Siphons aus Kunststoff haben Überwurfmuttern, die sich von Hand lösen lassen. Nur verchromte Metallsiphons brauchen manchmal vorsichtig eingesetztes Werkzeug.

Warum tropft der Siphon nach dem Reinigen?

Meist sitzt eine Dichtung schief, fehlt oder ist beschädigt, oder eine Mutter wurde verkantet angezogen. Verbindung öffnen, Dichtung gerade einsetzen und handfest anziehen; spröde Dichtungen ersetzen.

Hilft Natron mit Essig statt Abschrauben?

Natron und Essig lösen leichte Beläge, gegen Haarknäuel oder festes Fett helfen sie kaum. Läuft das Wasser deutlich langsamer ab, ist die mechanische Reinigung des Siphons wirksamer.

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Redaktion Priority CleanUnser Reinigungsteam aus Alberswil LU teilt hier Erfahrungen aus Umzugs-, Haushalts-, Büro- und Fensterreinigungen in der ganzen Zentral- und Nordwestschweiz.