
Die Maschine hat doch jeden Tag Wasser und Reinigungsmittel – wieso sollte man sie putzen? Diese Frage hören wir oft. Doch Speisereste, Fett und Kalk sammeln sich an Stellen, die das Spülwasser nicht erreicht: im Sieb, in den Düsen der Sprüharme und in der Türdichtung. Die Folgen sind ein muffiger Geruch beim Öffnen, ein grauer Film auf Gläsern und Geschirr, das nicht mehr richtig sauber wird. Geschirrspüler reinigen dauert nur rund eine halbe Stunde und ist alle paar Wochen sinnvoll.
Wir zeigen die fünf Schritte in der Reihenfolge, in der wir sie auch bei Grundreinigungen in Küchen anwenden.
Warum ein Geschirrspüler zu riechen beginnt
Im Innern eines Geschirrspülers ist es warm und feucht, und nach jedem Gang bleiben kleine Speisereste zurück. Besonders bei Eco-Programmen mit tieferen Temperaturen können sich Fett und Rückstände mit der Zeit ablagern. Das ist kein Grund, auf sparsame Programme zu verzichten: EnergieSchweiz empfiehlt Eco- und Niedertemperaturprogramme ausdrücklich. Es heisst nur, dass die Maschine ab und zu eine Pflege braucht.
Ein zweiter Faktor ist Kalk. In Regionen mit hartem Wasser setzen sich Ablagerungen an Heizelement, Wänden und Düsen fest, wenn die Enthärtung nicht richtig eingestellt ist.
1. Sieb und Filter ausspülen
Das Sieb am Boden des Geräts fängt Speisereste auf. Ist es verstopft, riecht es und das Wasser läuft schlecht ab.
- Den unteren Geschirrkorb herausziehen.
- Das Sieb laut Anleitung herausdrehen, meist mit einer Vierteldrehung gegen den Uhrzeigersinn.
- Grobe Reste in den Abfall geben, dann Grob- und Feinsieb unter warmem Wasser ausspülen.
- Fettige Stellen mit einer Spülbürste und etwas Spülmittel reinigen.
- Die Öffnung im Maschinenboden mit einem feuchten Tuch auswischen – vorsichtig, es können Glassplitter darin liegen.
- Sieb wieder einsetzen und fest einrasten lassen.
2. Sprüharme und Düsen freimachen
Wenn Geschirr oben oder unten nicht sauber wird, sind oft die kleinen Düsen der Sprüharme verstopft – durch Kalk, Zitronenkerne oder Etikettenreste.
- Die Sprüharme lassen sich bei vielen Modellen abziehen oder abschrauben (Bedienungsanleitung beachten).
- Unter fliessendem Wasser ausspülen und schütteln, um lose Partikel zu entfernen.
- Verstopfte Düsen mit einem Zahnstocher vorsichtig freistochern, nicht mit Metall.
- Bei Kalk die Arme kurz in eine milde Zitronensäure-Lösung legen, danach gut spülen.
- Prüfen, ob sich die Arme nach dem Einsetzen frei drehen lassen.
3. Türdichtung, Türkante und Besteckkorb
Ein oft übersehener Bereich: Die Dichtung und die untere Türkante liegen ausserhalb des Sprühbereichs. Hier sammeln sich Fett, Krümel und schwarze Beläge.
- Die Gummidichtung mit einem Tuch und warmem Spülwasser abwischen, in den Falten mit einer weichen Zahnbürste.
- Die untere Kante der Tür und den Bereich darunter reinigen – hier tropft beim Öffnen Wasser ab.
- Besteckkorb und Körbe auf festsitzende Reste prüfen.
- Die Klappe des Reinigerfachs abwischen, damit sie sich zuverlässig öffnet.
Dichtungen sind empfindlich. Verwenden Sie keine scheuernden Mittel und keine konzentrierten Säuren.
4. Geschirrspüler reinigen mit einem Leerlauf
Nach der mechanischen Reinigung folgt ein Reinigungsgang ohne Geschirr. Er löst Fett und leichte Kalkablagerungen im Innenraum und in den Leitungen.
- Die Maschine leer lassen.
- Einen Maschinenpfleger aus dem Handel gemäss Anleitung einsetzen – oder, wenn der Hersteller es zulässt, eine kleine Menge Zitronensäure in den Innenraum geben.
- Das heisseste Programm wählen, das Ihr Gerät anbietet.
- Nach dem Programm die Tür offen lassen, damit der Innenraum trocknen kann.
5. Salz, Klarspüler und Wasserhärte richtig einstellen
Viele Kalkprobleme entstehen nicht durch fehlende Reinigung, sondern durch eine falsche Einstellung. Moderne Geschirrspüler enthärten das Wasser mit Regeneriersalz. Damit das funktioniert, muss die Wasserhärte im Gerät korrekt eingestellt sein.
| Einstellung | Wozu sie dient | Worauf achten |
|---|---|---|
| Wasserhärte | Steuert, wie stark enthärtet wird | Auf den Wert Ihres Wohnorts einstellen |
| Regeneriersalz | Enthärtet das Wasser | Nachfüllen, wenn die Anzeige leuchtet |
| Klarspüler | Verhindert Tropfenflecken | Dosierung bei Schlieren reduzieren |
| Multi-Tabs | Enthalten oft Salz- und Klarspülfunktion | Bei hartem Wasser trotzdem Salz verwenden |
Die Wasserhärte wird in der Schweiz in französischen Härtegraden (°fH) angegeben. Was die Werte bedeuten, erklärt das Kantonale Labor Zürich; den Wert für Ihren Ort erfahren Sie bei der Gemeinde oder Ihrem Wasserversorger.
Bleiben die Gläser trotz allem trüb, kann auch Glaskorrosion die Ursache sein. Den Unterschied erklären wir im Artikel Trübe Gläser aus der Spülmaschine.
Häufige Fehler bei der Pflege der Spülmaschine
- Nie ins Sieb schauen: Die häufigste Ursache für Geruch und schlechten Abfluss.
- Tür sofort schliessen: Feuchtigkeit bleibt im Gerät und fördert muffigen Geruch.
- Geschirr stark vorspülen, aber Reste im Sieb lassen: Grobe Reste abstreifen reicht, das Sieb muss trotzdem sauber sein.
- Kein Salz bei hartem Wasser: Kalk lagert sich an Heizstab und Gläsern ab.
- Scheuermittel an der Dichtung: Beschädigte Dichtungen können zu Wasseraustritt führen.
Riecht es in der Küche auch aus dem Spülbecken, liegt die Ursache vielleicht im Siphon – dazu mehr im Beitrag Abfluss stinkt. Die Waschmaschine braucht übrigens ganz ähnliche Pflege: Waschmaschine reinigen.
Häufige Fragen
Wie oft sollte man den Geschirrspüler reinigen?
Das Sieb am besten wöchentlich kurz kontrollieren und ausspülen. Eine gründliche Reinigung mit Sprüharmen, Dichtung und Leerlauf ist je nach Nutzung etwa alle ein bis zwei Monate sinnvoll.
Warum stinkt mein Geschirrspüler?
Meist sind Speisereste im Sieb, Fett an der Dichtung oder Feuchtigkeit bei geschlossener Tür die Ursache. Reinigen Sie Sieb und Dichtung, machen Sie einen heissen Leerlauf und lassen Sie die Tür nach dem Spülen einen Spalt offen.
Kann ich den Geschirrspüler mit Essig reinigen?
Das ist umstritten. Säuren können Dichtungen und Metallteile angreifen, deshalb raten manche Hersteller davon ab. Lesen Sie die Bedienungsanleitung oder verwenden Sie einen Maschinenpfleger aus dem Handel.
Brauche ich Salz, wenn ich Multi-Tabs verwende?
Bei weichem Wasser reichen Multi-Tabs oft aus. Bei mittelhartem bis hartem Wasser empfehlen viele Hersteller trotzdem Regeneriersalz, damit sich kein Kalk ablagert. Stellen Sie die Wasserhärte im Gerät passend ein.
Danke für Ihr Feedback! Teilen Sie den Artikel gerne weiter.
Danke! Was hat Ihnen gefehlt? Schreiben Sie uns kurz – wir verbessern den Artikel. WhatsApp


