Umzug & Wohnungsabgabe

Mietvertrag prüfen: 5 Punkte vor der Unterschrift

Die Zusage für die Wohnung ist da, jetzt liegt der Vertrag auf dem Tisch. Diese fünf Punkte sollten Sie kontrollieren, bevor Sie unterschreiben und die Kaution überweisen.

Veröffentlicht am · 6 Min. Lesezeit· von Redaktion Priority Clean
Hand unterschreibt ein Vertragsdokument mit einem schwarzen Füllfederhalter
📷 rawpixel (creator not credited) · CC0 1.0

Endlich ist die Zusage für die neue Wohnung da, und schon liegt der Vertrag auf dem Tisch – oft mit der Bitte, ihn rasch unterschrieben zurückzuschicken. Nehmen Sie sich trotzdem Zeit: Wer den Mietvertrag prüfen will, bevor er unterschreibt, sollte vor allem fünf Punkte kennen. Denn mit der Unterschrift gilt, was darin steht.

Dieser Ratgeber zeigt, worauf Sie bei Mietzins, Nebenkosten, Kaution, Kündigung, Hausordnung und Wohnungszustand achten. Er gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechtsberatung – bei Unklarheiten helfen der Mieterinnen- und Mieterverband oder die Schlichtungsbehörde.

Warum Sie den Mietvertrag vor der Unterschrift prüfen sollten

Ein Mietvertrag besteht in der Schweiz meist aus mehreren Teilen. Laut der Broschüre Wohnen in der Schweiz des Bundesamts für Wohnungswesen gehören in der Regel allgemeine Bestimmungen und die Hausordnung dazu. Genau dort stehen oft die Regeln, die im Alltag zählen: Reinigung, Waschküche, Haustiere, Unterhalt.

Mit der Unterschrift sind Sie an den Vertrag gebunden. Was Sie vorher klären, müssen Sie später nicht mühsam nachverhandeln. Fragen Sie deshalb nach, wenn etwas unklar ist, und lassen Sie sich Zusagen der Verwaltung – etwa zu einer Reparatur vor dem Einzug – schriftlich bestätigen.

1. Mietzins und Nebenkosten

Schauen Sie genau hin, wie sich der Betrag zusammensetzt, den Sie jeden Monat überweisen:

PunktWorauf achten
NettomietzinsStimmt er mit dem Inserat überein? Sind Parkplatz oder Bastelraum separat aufgeführt?
NebenkostenWelche Posten sind einzeln genannt, etwa Heizung, Warmwasser oder Hauswartung?
Akonto oder PauschaleBei Akontozahlungen erhalten Sie eine Abrechnung, laut BWO mindestens einmal jährlich im Detail.
ZahlungsterminBis wann ist der Mietzins jeweils zu überweisen?

Eine Pauschale wird nicht abgerechnet: Nachzahlungen gibt es dann keine, Rückzahlungen aber auch nicht. Bei Akontozahlungen kann die Abrechnung dagegen eine Nachzahlung bringen. Rechnen Sie deshalb Nettomietzins und Nebenkosten zusammen und prüfen Sie, ob der Betrag mit etwas Reserve in Ihr Budget passt.

2. Mietzinsdepot und Sicherheiten

Die meisten Vermieter verlangen eine Sicherheit. Die Regeln dafür stehen in Art. 257e OR:

  • Bei Wohnungen beträgt die Sicherheit höchstens drei Monatszinse.
  • Eine Kaution in Geld wird bei einer Bank auf einem Sparkonto oder Depot auf den Namen der Mieterin oder des Mieters hinterlegt.
  • Die Bank gibt das Geld nur mit Zustimmung beider Parteien oder gestützt auf einen rechtskräftigen Zahlungsbefehl oder ein rechtskräftiges Urteil heraus.

Statt eines Depots akzeptieren manche Verwaltungen eine Mietkautionsversicherung. Welche Vor- und Nachteile das hat, zeigt der Ratgeber Mietkautionsversicherung oder Sperrkonto.

3. Dauer, Kündigungsfrist und Termine

Im Vertrag stehen der Mietbeginn, allenfalls eine feste Mindestdauer sowie Kündigungsfrist und Kündigungstermine. Prüfen Sie:

  1. Mietbeginn: Ab wann läuft der Mietzins, und wann erhalten Sie die Schlüssel?
  2. Mindestdauer: Gibt es eine feste Dauer, vor deren Ablauf Sie nicht ordentlich kündigen können?
  3. Frist und Termine: Mit welcher Frist und auf welche Termine können Sie kündigen?
  4. Form: Wie muss eine Kündigung erfolgen, zum Beispiel per eingeschriebenem Brief?

Diese Angaben entscheiden, wie flexibel Sie beim nächsten Zügeln sind. Wie Fristen und Termine funktionieren, erklärt der Ratgeber Kündigungstermine der Wohnung.

4. Hausordnung und Pflichten im Haus

Die Hausordnung regelt das Zusammenleben: Ruhezeiten, Waschküche, Treppenhaus, Veloraum, Haustiere. Laut Mieterinnen- und Mieterverband ist sie für Sie aber nur verbindlich, wenn sie Bestandteil des Mietvertrags ist. Lassen Sie sich die Hausordnung deshalb vor der Unterschrift geben und lesen Sie sie ganz.

Achten Sie besonders auf Reinigungspflichten. Das Treppenhaus reinigen Mieterinnen und Mieter laut Mieterverband nur, wenn der Mietvertrag das vorsieht – sonst sorgt die Vermieterseite für einen angemessen sauberen Zustand. Mehr dazu im Ratgeber Treppenhaus reinigen als Mieter.

Die BWO-Broschüre nennt weitere typische Regeln: Nachtruhe meist von 22 bis 7 Uhr, Mittagsruhe von 12 bis 13 Uhr, Rücksicht an Sonn- und Feiertagen sowie gemeinsame Räume wie Eingang, Treppenhaus und Waschküche frei und sauber halten. Zudem erledigen und bezahlen Mieterinnen und Mieter einfache Reparaturen und Reinigungen selbst, etwa beim Filter des Dampfabzugs, beim Backblech oder beim Duschschlauch.

5. Zustand der Wohnung und Übergabeprotokoll

Laut BWO haben Sie Anspruch darauf, eine saubere und gebrauchstaugliche Wohnung zu beziehen. Mängel werden bei der Übergabe gemeinsam in einem Protokoll festgehalten, auch kleine Schäden. So bereiten Sie sich vor:

  • Besichtigen Sie die Wohnung vor der Unterschrift bei Tageslicht und schauen Sie sich Küchengeräte, Bad, Fenster und Storen genau an.
  • Fragen Sie, welche Arbeiten vor Ihrem Einzug noch erledigt werden, und lassen Sie es sich schriftlich bestätigen.
  • Notieren Sie bei der Übergabe jeden Kratzer, Fleck und Defekt und machen Sie Fotos.

Was nicht im Protokoll steht, lässt sich beim Auszug schwerer belegen. Wie Sie eine vollständige Liste erstellen, zeigt der Ratgeber Mängelliste für die neue Wohnung.

Mietvertrag prüfen: vor der Unterschrift

Die häufigsten Fehler

  • Unter Zeitdruck unterschreiben: Nehmen Sie sich die Zeit, auch die Beilagen zu lesen.
  • Allgemeine Bestimmungen überspringen: Dort stehen oft die wichtigsten Pflichten.
  • Mündlichen Zusagen vertrauen: Was nicht schriftlich festgehalten ist, lässt sich später kaum beweisen.
  • Das Depot aufs Privatkonto zahlen: Eine Kaution in Geld gehört auf ein Konto auf Ihren Namen.

Häufige Fragen

Was sollte ich im Mietvertrag prüfen?

Vor allem Mietzins und Nebenkosten, die Höhe des Mietzinsdepots, Mindestdauer, Kündigungsfrist und Kündigungstermine, die Hausordnung mit allfälligen Reinigungspflichten sowie den Zustand der Wohnung. Lesen Sie auch die allgemeinen Bestimmungen, die oft zum Vertrag gehören.

Wie hoch darf das Mietzinsdepot sein?

Bei Wohnungen höchstens drei Monatszinse (Art. 257e OR). Eine Kaution in Geld wird bei einer Bank auf ein Konto oder Depot auf Ihren Namen einbezahlt.

Gilt die Hausordnung automatisch?

Nein. Laut Mieterinnen- und Mieterverband ist die Hausordnung nur verbindlich, wenn sie Bestandteil des Mietvertrags ist. Lassen Sie sie sich vor der Unterschrift aushändigen.

Wo kann ich einen Mietvertrag prüfen lassen?

Beratung bieten zum Beispiel der Mieterinnen- und Mieterverband oder die Schlichtungsbehörde für Mietsachen in Ihrem Kanton. Nehmen Sie den Vertrag mit allen Beilagen mit.

Übersicht: Mietvertrag prüfen: 5 Punkte vor der Unterschrift
Auf einen Blick · Grafik öffnen & speichern
War dieser Artikel hilfreich?

Danke für Ihr Feedback! Teilen Sie den Artikel gerne weiter.

Danke! Was hat Ihnen gefehlt? Schreiben Sie uns kurz – wir verbessern den Artikel. WhatsApp

Artikel teilen
WhatsApp Facebook LinkedIn X Telegram Pinterest E-Mail
Priority Clean
Redaktion Priority CleanUnser Reinigungsteam aus Alberswil LU teilt hier Erfahrungen aus Umzugs-, Haushalts-, Büro- und Fensterreinigungen in der ganzen Zentral- und Nordwestschweiz.