Hausmittel & Putzroutinen

Magen-Darm-Grippe: Wohnung richtig reinigen, damit sich niemand ansteckt

Noroviren sind hartnäckig und sehr ansteckend. Mit Handschuhen, gezielter Reinigung von WC und Türgriffen und heisser Wäsche schützen Sie die übrigen Mitbewohner.

Veröffentlicht am · 6 Min. Lesezeit· von Redaktion Priority Clean
Hand wischt das Lavabo mit einem Desinfektionstuch neben dem Seifenspender
📷 rawpixel (creator not credited) · CC0 1.0

Erst erwischt es ein Kind, zwei Tage später liegen die Eltern flach: Magen-Darm-Viren machen in einer Familie schnell die Runde, besonders im Winter, wenn das Norovirus Hochsaison hat. Wer bei Magen-Darm die Wohnung reinigen muss, sollte deshalb nicht einfach mehr putzen, sondern gezielter – dort, wo die Erreger tatsächlich weitergegeben werden.

Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie Erbrochenes sicher entfernen, Bad und WC täglich reinigen, Kontaktflächen erwischen, die Wäsche richtig waschen und Javelwasser korrekt verdünnen. Medizinische Fragen, etwa bei Kleinkindern, älteren Menschen oder starkem Flüssigkeitsverlust, klären Sie bitte mit Ihrer Hausarztpraxis.

Warum Sie bei Magen-Darm die Wohnung gründlich reinigen sollten

Hinter einer Magen-Darm-Grippe stecken meist Viren, im Winter besonders oft das Norovirus. Mit der echten Grippe (Influenza) hat sie nichts zu tun. Das Bundesamt für Gesundheit beschreibt das Norovirus als sehr ansteckend: Es wird über die Hände, über verunreinigte Gegenstände wie Türgriffe, über Tröpfchen beim Erbrechen und über Lebensmittel übertragen. Auf Oberflächen bleibt es mehr als zwölf Tage infektiös, eine Impfung gibt es nicht.

Für die Reinigung heisst das: Die Wohnung muss nicht steril werden, aber einige Stellen sind entscheidend.

OrtWarum wichtigWährend der Krankheit
WC, Spülknopf, LavaboKontakt mit Stuhl und Erbrochenemtäglich, nach einem Missgeschick sofort
Türgriffe, Lichtschalterwerden von allen berührttäglich
Wasserhahn, Seifenspendernach jedem WC-Gang angefassttäglich
Handy, Fernbedienung, Tabletwandern von Hand zu Handtäglich abwischen
Kühlschrankgriff, Küchenfrontengemeinsam genutzttäglich
Bettwäsche, Handtücher, Pyjamasdirekter Körperkontakthäufig wechseln, bei 60 °C waschen

1. Vorbereiten: Handschuhe, Material und klare Regeln

  • Einweghandschuhe bereitlegen, dazu Küchenpapier, Abfallsäcke und Putztücher, die Sie nach Gebrauch heiss waschen oder entsorgen.
  • Für das Bad einen eigenen Eimer und eigene Tücher verwenden.
  • Gibt es ein zweites WC, benutzt es nur die erkrankte Person. Sonst wird das WC nach jeder Benutzung gereinigt.
  • Jede Person bekommt ein eigenes Handtuch, am Lavabo liegen am besten Papiertücher.
  • Erkrankte sollen keine Mahlzeiten zubereiten – auch das empfiehlt das BAG.
  • Wenn möglich, übernimmt eine gesunde Person das Putzen.

2. Erbrochenes und Durchfall sofort entfernen

Bei einem Missgeschick am WC-Rand, auf dem Boden oder im Bett gehen Sie so vor:

  1. Fenster öffnen, andere Personen und Haustiere fernhalten, Handschuhe anziehen.
  2. Grobe Reste mit Küchenpapier oder einer Karte von aussen nach innen aufnehmen, nicht verreiben.
  3. Alles sofort in einen Abfallsack geben, verschliessen und in den Kehricht bringen.
  4. Die Stelle mit Wasser und Reinigungsmittel reinigen und danach desinfizieren, wie in Schritt 4 beschrieben.
  5. Handschuhe ausziehen, entsorgen und die Hände gründlich mit Seife waschen.

Frische Reste nicht mit dem Staubsauger aufnehmen, denn der Luftstrom kann Partikel aufwirbeln. Wie Sie Teppich, Sofa und Matratze behandeln, erklärt der Ratgeber Erbrochenes entfernen.

3. Bad, WC und Kontaktflächen täglich reinigen

Solange jemand krank ist, gehören Bad und WC einmal täglich auf den Putzplan – und zusätzlich immer dann, wenn etwas danebengegangen ist.

  • WC: Vor dem Spülen den Deckel schliessen. Brille, Deckel, Rand, Spülknopf und Boden rund um die Schüssel mit eigenen Tüchern reinigen. Wie Sie Scharniere und Ränder erwischen, zeigt der Ratgeber WC-Sitz reinigen.
  • Lavabo und Armaturen: Wasserhahn, Seifenspender, Ablage und Plättli rund ums Lavabo abwischen.
  • Kontaktflächen: Türgriffe, Lichtschalter, Treppengeländer, Kühlschrankgriff, Handy und Fernbedienung. Elektronik nur mit einem feuchten, nicht nassen Tuch.

Arbeiten Sie immer von sauber nach schmutzig: vom Lavabo über die Armaturen zum WC, das WC zuletzt. So tragen Sie die Viren nicht in die übrige Wohnung.

4. Javelwasser richtig verdünnen und sicher einsetzen

Nach dem Reinigen empfiehlt das BAG, Gegenstände und Flächen, die mit Stuhl oder Erbrochenem in Kontakt kamen, zu desinfizieren – zum Beispiel mit Javelwasser, verdünnt auf 0,1 Prozent. Als Beispiel nennt das BAG 2½ dl Haushalts-Javelwasser mit 2,5 Prozent Wirkstoff auf 6 Liter Wasser. Prüfen Sie die Konzentration auf der Etikette: Ist sie höher, braucht es entsprechend weniger, im Zweifel gilt die Gebrauchsanweisung.

  • Erst reinigen, dann desinfizieren: Auf verschmutzten Flächen wirkt Javel kaum.
  • Frisch ansetzen: die Lösung täglich neu mischen, in einem beschrifteten Eimer.
  • Geeignete Flächen: WC-Keramik, Plättli, Kunststoff und andere helle, harte Oberflächen. Javel bleicht Textilien, Holz und farbige Flächen; Metallteile wischen Sie danach mit klarem Wasser nach.
  • Alternativen: Für empfindliche Flächen lassen Sie sich in Apotheke oder Drogerie ein Produkt empfehlen, das laut Packung gegen Noroviren wirkt.

Welche weiteren Kombinationen gefährlich sind, lesen Sie im Ratgeber Putzmittel mischen.

5. Wäsche, Putztücher und Abfall richtig behandeln

  • Wäsche der Erkrankten: Bettwäsche, Handtücher, Pyjamas und Kleidung separat sammeln, nicht ausschütteln und bei mindestens 60 °C mit Vollwaschmittel waschen, sofern das Pflegeetikett das erlaubt. Grobe Verschmutzungen vorher mit Küchenpapier entfernen, danach im Tumbler oder an der Leine vollständig trocknen.
  • Waschküche im Mehrfamilienhaus: Wäsche in einem geschlossenen Sack hinuntertragen, nach dem Einfüllen Hände waschen und Türgriff und Tasten der Maschine abwischen.
  • Putztücher und Mikrofaser: nach dem Einsatz im Bad heiss waschen oder Einwegtücher verwenden.
  • Abfall: Handschuhe, Küchenpapier und Windeln in einem verschlossenen Sack in den Kehricht.

Führen Sie die tägliche Reinigung noch einige Tage weiter, nachdem die Beschwerden abgeklungen sind, und schliessen Sie mit einer gründlichen Reinigung von Bad, Küche und Kontaktflächen ab.

Magen-Darm: täglicher Putzplan

Häufige Fehler

  • Desinfizieren statt reinigen: Ohne vorherige Reinigung wirkt kein Desinfektionsmittel zuverlässig.
  • Handgel statt Seife: Das BAG betont gründliches Händewaschen mit Seife. Verlassen Sie sich nicht allein auf Handdesinfektion.
  • Ein Lappen für alles: Er trägt die Viren vom WC in die Küche.
  • Javel pur oder gemischt: Zu starke Lösungen schaden Material und Atemwegen.
  • Zu früh aufhören: Wer nach dem ersten guten Tag nicht mehr putzt, riskiert die nächste Runde.

Häufige Fragen

Wie lange ist das Norovirus auf Oberflächen ansteckend?

Laut BAG mehr als zwölf Tage. Reinigen Sie Kontaktflächen deshalb während der Krankheit täglich und planen Sie am Ende eine gründliche Schlussreinigung ein.

Muss ich bei Magen-Darm die ganze Wohnung desinfizieren?

Nein. Wichtig sind Flächen, die mit Stuhl oder Erbrochenem in Kontakt kamen, dazu Bad, WC und häufig berührte Stellen. Diese zuerst reinigen und dann desinfizieren. Im Rest der Wohnung genügt die normale Reinigung.

Bei wie viel Grad soll ich die Wäsche waschen?

Bettwäsche, Handtücher und Kleidung der Erkrankten waschen Sie bei mindestens 60 °C mit Vollwaschmittel, sofern das Pflegeetikett es erlaubt. Empfindliches waschen Sie so heiss wie erlaubt und lassen es gründlich trocknen.

Wie verdünne ich Javelwasser richtig?

Das BAG nennt als Beispiel 2½ dl Haushalts-Javelwasser mit 2,5 % Wirkstoff auf 6 Liter Wasser, das ergibt etwa 0,1 %. Kontrollieren Sie die Konzentration auf der Etikette, tragen Sie Handschuhe und mischen Sie Javel nie mit anderen Reinigern.

Übersicht: Magen-Darm-Grippe: Wohnung richtig reinigen, damit sich niemand ansteckt
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Redaktion Priority CleanUnser Reinigungsteam aus Alberswil LU teilt hier Erfahrungen aus Umzugs-, Haushalts-, Büro- und Fensterreinigungen in der ganzen Zentral- und Nordwestschweiz.