
Quarzstein ist in Schweizer Küchen beliebt: robust, fugenlos und in vielen Farben erhältlich. Wer eine Quarzstein-Arbeitsplatte reinigen will, braucht dafür kaum Spezialprodukte – aber etwas Wissen über das Material. Denn auch wenn die Oberfläche als pflegeleicht gilt, können Hitze, Scheuermittel und scharfe Reiniger bleibende Spuren hinterlassen.
Mit der richtigen Routine bleibt die Küchenabdeckung über Jahre schön. Fünf Schritte zeigen, wie Sie die Platte täglich pflegen, Flecken von Kaffee, Kurkuma oder Rotwein lösen und Kalk rund ums Spülbecken entfernen.
Was Quarzstein ausmacht – und wo er empfindlich ist
Quarzstein, auch Quarzkomposit genannt, besteht zum grössten Teil aus zerkleinertem Quarz, der mit Kunstharz und Farbpigmenten zu Platten gepresst wird. Die Oberfläche ist dicht und kaum porös. Deshalb ziehen Flüssigkeiten nicht so schnell ein wie bei manchen Natursteinen, und eine regelmässige Imprägnierung ist meist nicht nötig. Wie Sie Granit pflegen, lesen Sie im Ratgeber Granitspüle reinigen.
Die Schwachstelle ist das Harz. Es verträgt grosse Hitze schlecht und kann von aggressiven Chemikalien angegriffen werden. Matte oder strukturierte Oberflächen zeigen zudem Fingerabdrücke, Fett und graue Abriebspuren von Metalltöpfen deutlicher als polierte.
| Verschmutzung | Sofort | Wenn eingetrocknet |
|---|---|---|
| Kaffee, Tee, Rotwein | Mit feuchtem Tuch aufnehmen, trocken wischen | Warme Spülmittellösung kurz einwirken lassen, weich abwischen |
| Kurkuma, Curry, Randen | Sofort abwischen, Tuch gut auswaschen | Mehrmals mit Spülmittellösung behandeln, Herstellerreiniger verwenden |
| Fett und Öl | Mit Küchenpapier aufnehmen, dann Spülmittel | Warme Spülmittellösung, mit weichem Schwamm |
| Kalkränder am Spülbecken | Nach Gebrauch trocken wischen | Nur mit vom Hersteller erlaubtem Kalkentferner, kurz |
| Graue Striche von Töpfen | – | Mit Herstellerreiniger nach Anleitung |
1. Die Quarzstein-Arbeitsplatte täglich reinigen
Nach dem Kochen und Essen reicht ein einfaches Vorgehen:
- Krümel und grobe Reste mit einem Tuch oder einem weichen Handbesen entfernen.
- Die Platte mit warmem Wasser und wenigen Tropfen Spülmittel abwischen.
- Mit klarem Wasser nachwischen, damit keine Schlieren bleiben.
- Mit einem trockenen Mikrofasertuch nachpolieren.
Aus Hygienegründen lohnt sich die Routine gerade bei der Zubereitung von Lebensmitteln. Das BLV rät, Arbeitsflächen und Utensilien nach jedem Arbeitsschritt mit heissem Wasser und Spülmittel zu reinigen, damit sich Keime von rohem Fleisch oder Geflügel nicht auf andere Lebensmittel übertragen. Waschen Sie Lappen und Tücher regelmässig heiss, sonst verteilen Sie Keime statt sie zu entfernen.
2. Die richtigen Mittel für die Arbeitsplatte wählen
Für Quarzstein braucht es keine Batterie an Spezialreinigern. Die Stiftung für Konsumentenschutz empfiehlt ohnehin, statt vieler Einzelprodukte auf wenige einfache Mittel und das passende Putzzeug zu setzen. Für die Arbeitsplatte heisst das: mildes Spülmittel, weiche Tücher, ein weicher Schwamm und bei Bedarf ein vom Hersteller empfohlener Pflegereiniger.
Nicht jedes Hausmittel passt aber zu jeder Oberfläche. Essig und Zitronensäure sind Säuren. Viele Hersteller raten, sie auf Quarzstein nur verdünnt, kurz oder gar nicht einzusetzen. Soda und stark alkalische Reiniger wie Backofen- oder Abflussreiniger gehören nicht auf die Platte. Lesen Sie die Pflegeanleitung, bevor Sie etwas Neues ausprobieren.
3. Flecken gezielt entfernen
Die meisten Flecken auf Quarzstein sind Rückstände auf der Oberfläche und keine echten Verfärbungen. Gehen Sie vom Mildesten zum Stärkeren vor:
- Warme Spülmittellösung einwirken lassen: Ein feuchtes, warmes Tuch einige Minuten auf den Fleck legen, dann mit einem weichen Schwamm abwischen.
- Mehrmals wiederholen statt fester zu reiben – vor allem bei Kurkuma, Curry oder Randen.
- Eingetrocknete Reste wie Teig oder Kerzenwachs vorsichtig mit einem Kunststoffschaber lösen, nie mit einem Messer oder Metallschaber.
- Hartnäckige Flecken: Hier hilft ein Pflegereiniger, den der Hersteller Ihrer Platte ausdrücklich empfiehlt.
4. Kalk rund ums Spülbecken
Wo Wasser spritzt und verdunstet, bleiben Kalkränder zurück – besonders bei hartem Wasser. Am einfachsten verhindern Sie sie, indem Sie die Fläche rund um Spülbecken und Armatur nach dem Abwaschen trocken wischen.
Haben sich bereits Kalkränder gebildet, lösen Sie leichte Beläge zuerst mit warmer Spülmittellösung. Erst wenn das nicht reicht, verwenden Sie einen milden Kalkentferner, den der Hersteller für Quarzstein zulässt. Tragen Sie ihn auf ein Tuch auf, lassen Sie ihn nur kurz wirken und spülen Sie gründlich mit klarem Wasser nach. Mehr zum Thema finden Sie unter Armaturen entkalken.
5. Die Oberfläche langfristig schützen
- Untersetzer für Heisses: Pfannen direkt vom Herd, Backbleche oder heisse Töpfe gehören auf einen Untersetzer oder ein Holzbrett. Grosse Hitze kann das Harz verfärben oder Spannungsrisse verursachen.
- Keine Geräte mit Hitzeabstrahlung direkt auf der Platte: Stellen Sie Friteuse, Raclette oder Tischgrill auf eine hitzebeständige Unterlage.
- Nicht auf der Platte stehen oder sich daraufsetzen: Besonders an Kanten und Ausschnitten können punktuelle Lasten zu Rissen führen.
- Kanten schonen: Harte Schläge mit Töpfen oder Gläsern können Kanten absplittern lassen.
Wer eine Holzplatte oder eine Kombination hat, findet die passende Pflege unter Holzarbeitsplatte ölen.
Die häufigsten Fehler
- Scheuermilch gegen Flecken: Sie raut die Oberfläche auf – besonders auf polierten Platten entstehen matte Stellen.
- Die heisse Pfanne «nur kurz» abstellen: Schon wenige Sekunden können Verfärbungen verursachen.
- Backofenreiniger auf der Platte: Stark alkalische Mittel können das Harz angreifen.
- Schwämme mit Scheuerseite: Die grüne oder graue Seite ist für Töpfe gedacht, nicht für die Arbeitsplatte.
Häufige Fragen
Womit reinige ich eine Quarzstein-Arbeitsplatte am besten?
Mit warmem Wasser, ein paar Tropfen Spülmittel und einem weichen Tuch. Danach mit klarem Wasser nachwischen und trocken polieren. Spezielle Reiniger verwenden Sie nur, wenn der Hersteller sie empfiehlt.
Darf ich Essig auf Quarzstein verwenden?
Viele Hersteller raten, saure Mittel wie Essig oder Zitronensäure nur verdünnt und kurz oder gar nicht einzusetzen. Prüfen Sie die Pflegeanleitung Ihrer Platte. Gegen leichte Kalkränder hilft oft schon warme Spülmittellösung.
Muss man Quarzstein imprägnieren?
In der Regel nicht, da die Oberfläche kaum porös ist. Das unterscheidet Quarzstein von vielen Natursteinen wie Granit oder Marmor. Massgebend sind die Angaben des Herstellers.
Kann ich eine heisse Pfanne auf Quarzstein abstellen?
Besser nicht. Das Harz im Quarzstein verträgt grosse Hitze schlecht und kann sich verfärben oder reissen. Stellen Sie heisse Pfannen und Töpfe immer auf einen Untersetzer oder ein Holzbrett.
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