
Draussen liegt Matsch, auf dem Vorplatz wurde gesalzen, und jede Person, die heimkommt, trägt ein bisschen Winter ins Haus. Nach ein paar Tagen sind die Stufen grau, der Eingang ist voller Splitt, und auf glatten Steinplatten wird es bei Nässe richtig rutschig. Das Treppenhaus im Winter braucht deshalb mehr Aufmerksamkeit als im Rest des Jahres.
Für Verwaltungen, Eigentümerinnen, Stockwerkeigentümergemeinschaften und Hauswarte geht es dabei um zwei Dinge: einen gepflegten Eindruck und die Sicherheit aller Bewohnerinnen, Besucher und Lieferdienste. Diese fünf Massnahmen haben sich in Mehrfamilienhäusern bewährt.
Warum das Treppenhaus im Winter so anfällig ist
Schnee und Regen an Schuhen, Kinderwagen und Velos bringen Wasser ins Haus. Dazu kommen Streusalz und Splitt von Trottoirs und Hauszugängen. Diese Mischung hat mehrere Folgen:
- Glatte Oberflächen wie Plättli, Naturstein und versiegelte Böden werden bei Nässe rutschig.
- Splitt wirkt wie Schleifpapier und zerkratzt empfindliche Beläge.
- Salz hinterlässt weisse Ränder und kann Stein und Holz angreifen.
- Feuchtigkeit in Matten und Ecken führt zu muffigem Geruch.
Die Suva nennt in ihrer Checkliste Reinigung und Unterhalt von Gebäuden rutschige Böden und die Nassreinigung ausdrücklich als Themen der Arbeitssicherheit. Was für Reinigungsteams gilt, betrifft im Alltag auch alle, die das Treppenhaus benutzen.
1. Schmutzschleuse im Eingang einrichten
Die wirksamste Massnahme beginnt vor der Haustür. Eine gute Schmutzschleuse besteht aus mehreren Zonen:
| Zone | Aufgabe | Beispiel |
|---|---|---|
| Aussen | Grober Schmutz, Schnee, Splitt | Robuste Gitter- oder Rippenmatte |
| Windfang oder direkt hinter der Tür | Feuchtigkeit und feiner Schmutz | Saugfähige Textilmatte |
| Innen | Restfeuchte | Weitere Textilmatte vor Treppe oder Lift |
Je länger die Laufstrecke über Matten, desto mehr bleibt dort hängen. Achten Sie auf rutschfeste Unterseiten und flach aufliegende Kanten, damit niemand stolpert. Matten, die mit Wasser vollgesogen sind, wirken nicht mehr – sie müssen regelmässig ausgeklopft, abgesaugt und bei Bedarf getrocknet oder ausgetauscht werden.
Viele dieser Grundsätze gelten schon im Herbst gegen Laub. Tipps dazu finden Sie in Hauseingang und Treppenhaus im Herbst.
2. Treppenhaus im Winter häufiger reinigen
Ein Reinigungsrhythmus, der im Sommer reicht, ist im Winter oft zu knapp. Sinnvoll ist eine Anpassung nach Zonen:
- Eingangsbereich und Matten: Bei nassem Wetter mehrmals pro Woche saugen und feucht aufnehmen.
- Unterste Stockwerke: Dort landet der meiste Schmutz – häufiger reinigen als die oberen Etagen.
- Lift: Bodenbelag und Türschienen von Splitt befreien, damit die Türen sauber schliessen.
- Obere Stockwerke: Im gewohnten Rhythmus.
Wer im Haus für die Reinigung zuständig ist, regeln Mietvertrag, Hausordnung oder das Reglement der Stockwerkeigentümer. Die allgemeinen Grundsätze erklärt unser Ratgeber Treppenhausreinigung: Wer ist zuständig?.
3. Rutschgefahr beim Reinigen vermeiden
Gerade die Reinigung selbst kann im Winter zur Stolperfalle werden, wenn nasse Stufen auf nasse Schuhe treffen.
- Nebelfeucht statt nass wischen: So wenig Wasser wie möglich, gut ausgewrungener Mopp.
- Abschnittsweise arbeiten: Immer nur eine Treppenseite oder ein Podest, damit ein trockener Weg bleibt.
- Warnschild aufstellen: Nasse Bereiche kennzeichnen.
- Zeitpunkt wählen: Nicht zu Stosszeiten reinigen, wenn viele Bewohner kommen und gehen.
- Geeignete Reinigungsmittel: Richtig dosiert, damit kein schmieriger Film zurückbleibt.
- Geschlossene, rutschfeste Schuhe tragen – das empfiehlt die BFU auch fürs Putzen zu Hause.
4. Streusalz-Rückstände richtig entfernen
Weisse Salzränder sehen nicht nur unschön aus. Auf Dauer machen sie Böden stumpf und greifen empfindliche Materialien an.
- Splitt und losen Schmutz zuerst trocken entfernen.
- Mit lauwarmem Wasser und einem für den Boden geeigneten Reiniger feucht wischen.
- Bei hartnäckigen Salzrändern das Wasser öfter wechseln.
- Mit klarem Wasser nachwischen, damit kein Film bleibt.
- Naturstein wie Marmor oder Kalkstein nur mit pH-neutralen Mitteln behandeln – keine Säure.
Salz und Nässe hinterlassen auch an Schuhen und Teppichen in den Wohnungen Spuren. Tipps dazu gibt unser Ratgeber Salzränder von Schuhen entfernen.
5. Beleuchtung und freie Wege
Im Winter wird es früh dunkel. Ein schlecht beleuchtetes, nasses Treppenhaus ist besonders unfallträchtig.
Im Winter stehen gerne Schlitten, nasse Stiefel und Schneeschaufeln vor den Wohnungstüren. Die BFB weist darauf hin, dass Treppenhäuser und Korridore als Fluchtwege frei bleiben müssen und dort keine brennbaren Materialien gelagert werden sollen. Freie Wege erleichtern zudem die Reinigung erheblich.
In Liegenschaften mit Stockwerkeigentum lohnt es sich, diese Punkte ins Pflichtenheft der Hauswartung aufzunehmen. Mehr dazu in Reinigung und Hauswartung im Stockwerkeigentum.
Häufige Fehler im Winter
- Zu kleine Fussmatten: Der Schmutz landet trotzdem auf der Treppe.
- Nasse Matten liegen lassen: Sie geben Wasser ab, statt es aufzunehmen.
- Mit viel Wasser putzen: Die Stufen bleiben lange nass und rutschig.
- Splitt nass verteilen: Kratzer im Boden sind die Folge.
- Defekte Lampen nicht ersetzen: Dunkle Stufen erhöhen das Unfallrisiko.
- Treppenhaus als Abstellraum: Stolperfallen und blockierte Fluchtwege.
Häufige Fragen
Wie oft sollte das Treppenhaus im Winter gereinigt werden?
Das hängt von Grösse, Anzahl Wohnungen und Wetter ab. Der Eingangsbereich braucht bei nassem Wetter oft mehrere Reinigungen pro Woche, die oberen Stockwerke kommen meist mit dem gewohnten Rhythmus aus.
Was hilft gegen Rutschgefahr im Treppenhaus?
Grosse, rutschfeste Schmutzfangmatten, nebelfeuchtes Wischen in Abschnitten, das Kennzeichnen nasser Bereiche, gute Beleuchtung und freie Treppen ohne abgestellte Gegenstände.
Wie entfernt man Streusalz vom Treppenhausboden?
Zuerst Splitt und Schmutz trocken entfernen, dann mit lauwarmem Wasser und einem geeigneten Reiniger feucht wischen und mit klarem Wasser nachwischen. Auf Naturstein nur pH-neutrale Mittel verwenden.
Dürfen Schuhe und Schlitten im Treppenhaus stehen?
Das regeln Hausordnung und Reglement. Aus Sicht des Brandschutzes müssen Treppenhäuser als Fluchtwege frei bleiben, und dort sollen keine brennbaren Materialien gelagert werden.
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