
In vielen neueren Wohnungen, besonders in Minergie-Bauten, läuft sie Tag und Nacht leise im Hintergrund: die Komfortlüftung. Sie holt frische Luft herein, führt feuchte und verbrauchte Luft aus Bad und Küche ab und filtert dabei Staub und Pollen. Wer bei der Komfortlüftung Filter wechseln lässt oder selbst wechselt, sorgt dafür, dass das auch so bleibt.
Verstopfte Filter und verstaubte Ventile machen sich schleichend bemerkbar: Die Luft wirkt abgestanden, das Gerät wird lauter, im Bad beschlägt der Spiegel länger. Mitte Winter, wenn die Anlage auf Hochtouren läuft, ist ein guter Zeitpunkt für einen Check. So gehen Sie vor – und das klären Sie als Mieterin oder Mieter vorher mit der Verwaltung.
Warum Filter und Ventile Pflege brauchen
Eine Komfortlüftung, auch kontrollierte Wohnungslüftung genannt, bläst gefilterte Aussenluft in Wohn- und Schlafzimmer und saugt die Luft in Bad, WC und Küche wieder ab. Minergie Schweiz fasst zusammen: Die Komfortlüftung versorgt die Wohnung mit Frischluft, führt Feuchtigkeit ab, schützt vor Schimmel, und ihre Filter halten Pollen und Staub zurück.
Mit der Zeit setzen sich die Filter zu. Das Gerät muss stärker arbeiten, fördert weniger Luft und wird oft lauter. Auch an den Ventilen sammelt sich Staub, in der Nähe der Küche zusätzlich ein feiner Fettfilm. Die Folgen: weniger frische Luft, länger feuchte Räume und graue Ränder an der Decke rund um die Ventile.
| Anzeichen | Mögliche Ursache |
|---|---|
| Anzeige «Filter» am Bedienteil leuchtet | Wechselintervall erreicht |
| Gerät lauter als sonst | Filter verstopft, mehr Widerstand |
| Luft wirkt stickig, Spiegel beschlägt länger | Weniger Luftmenge, Filter oder Abluftventile verschmutzt |
| Graue Ränder um Ventile an der Decke | Staub an den Ventilen, Reinigung fällig |
1. Zuständigkeit mit der Verwaltung klären
Bevor Sie etwas öffnen, klären Sie, wer für die Anlage verantwortlich ist. Es gibt zwei typische Situationen:
- Eigenes Gerät in der Wohnung, oft im Reduit, im Badezimmerschrank oder in der Decke des Korridors: Hier wechseln Mieterinnen und Mieter die Filter häufig selbst – aber nur, wenn das so vereinbart ist.
- Zentrale Anlage für das ganze Haus: Die Filter sitzen im Technikraum. Dann sind Hauswart oder Wartungsfirma zuständig, und Sie melden Auffälligkeiten nur.
Laut Minergie ist der Filterwechsel nach einer Einführung einfach selbst zu erledigen oder wird vom Hauswart oder Installateur übernommen. Fragen Sie die Verwaltung, wer die Ersatzfilter besorgt und bezahlt, ob die Kosten über die Nebenkosten laufen und ob es eine Anleitung gibt. Bei Unsicherheit gilt: lieber einmal nachfragen als falsche Filter einsetzen.
2. Filter wechseln: Schritt für Schritt
Halten Sie sich an die Bedienungsanleitung des Geräts. Der Ablauf ist meist ähnlich:
- Gerät gemäss Anleitung ausschalten oder in den Filterwechsel-Modus stellen.
- Die Abdeckung des Filterfachs öffnen, meist mit Klemmen oder Schrauben.
- Die alten Filter herausziehen und die Einbaurichtung merken – ein Pfeil auf dem Rahmen zeigt die Luftrichtung.
- Das Filterfach mit einem feuchten Tuch auswischen, lose Staubflocken mit dem Staubsauger entfernen.
- Neue Filter in derselben Richtung einsetzen, Deckel schliessen und das Gerät einschalten.
- Die Filteranzeige gemäss Anleitung zurücksetzen und das Datum notieren.
Zuluft- und Abluftfilter sind oft unterschiedlich: Die Zuluft wird meist feiner gefiltert. Kaufen Sie genau den Typ, der auf dem alten Filter oder in der Anleitung steht.
3. Zu- und Abluftventile reinigen
Die runden Tellerventile an Decke oder Wand lassen sich meist durch Drehen oder Ziehen abnehmen. Wichtig: Ihre Öffnung wurde bei der Inbetriebnahme genau eingestellt, damit jeder Raum die richtige Luftmenge bekommt.
- Position markieren: Vor dem Abnehmen mit einem Bleistiftstrich an Ventil und Decke markieren, wie es sass.
- Innere Scheibe nicht verdrehen: Die Einstellung darf sich nicht verändern.
- Abwaschen: Mit warmem Wasser und etwas Abwaschmittel reinigen, bei Fett aus der Küche kurz einweichen. Nicht in die Abwaschmaschine, ausser der Hersteller erlaubt es.
- Trocknen und zurück an denselben Ort: Ventile nie zwischen den Räumen vertauschen.
Die Ventile sitzen oft an der Decke. Die BFU rät beim Putzen zu einer stabilen Bockleiter mit Haltebügel statt Stühlen oder Kisten.
4. Richtig lüften trotz Komfortlüftung
Eine Komfortlüftung ersetzt das Fensterlüften weitgehend, verbietet es aber nicht. Laut Minergie dürfen Sie Fenster öffnen, besser aber kurz stosslüften als Fenster dauernd gekippt lassen. Das Bundesamt für Gesundheit empfiehlt, Fenster ganz zu öffnen, wenn möglich querzulüften und in der Heizperiode mindestens fünf Minuten zu lüften.
Die Komfortlüftung bringt im Winter trockene Aussenluft in die Wohnung. Fühlt sich die Luft sehr trocken an, lohnt sich ein Blick in den Ratgeber trockene Luft in der Wohnung. Stellen Sie die Lüftungsstufe dabei nicht selbst dauerhaft auf null, ausser das Gerät sieht dies vor und die Verwaltung ist einverstanden – sonst steigt die Feuchtigkeit in Bad und Schlafzimmer.
5. Wartung durch Fachleute einplanen
Nicht alles gehört in Laienhand. Minergie empfiehlt, die Anlage alle drei bis fünf Jahre von einer Fachperson prüfen und die Zu- und Abluftkanäle etwa alle sechs Jahre kontrollieren und bei Bedarf reinigen zu lassen. Als Mieterin oder Mieter veranlassen Sie das nicht selbst, sondern melden der Verwaltung, wenn:
- das Gerät ungewöhnliche Geräusche macht oder Fehlermeldungen zeigt,
- trotz neuer Filter kaum Luft aus den Ventilen kommt,
- es aus den Ventilen muffig riecht oder Kondenswasser tropft.
Den Umluft-Dampfabzug in der Küche behandeln Sie separat. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Dampfabzug-Filter reinigen.
Die häufigsten Fehler bei der Komfortlüftung
- Filter aussaugen oder auswaschen: Sie sind für den einmaligen Gebrauch gedacht.
- Ventile verdrehen oder vertauschen: Die Luftmengen stimmen danach nicht mehr.
- Anlage ausschalten, «weil sie Strom braucht»: Dann fehlt der Luftaustausch, und die Feuchtigkeit steigt.
- Falscher Filtertyp: Ein zu grober Filter lässt Pollen durch, ein zu dichter bremst die Luft.
- Nichts melden: Schäden an einer Mietwohnungs-Anlage gehören zur Verwaltung, nicht in Eigenregie.
Häufige Fragen
Wie oft muss man die Filter einer Komfortlüftung wechseln?
Minergie nennt zwei- bis dreimal pro Jahr. Massgebend sind die Angaben des Herstellers und die Filteranzeige am Gerät. In staubiger Lage oder während der Pollensaison kann ein früherer Wechsel sinnvoll sein.
Kann ich Lüftungsfilter reinigen und wiederverwenden?
Nein. Die Filter sind Einwegprodukte und dürfen weder ausgesaugt noch ausgewaschen werden. Ersetzen Sie sie durch den passenden Typ.
Wer bezahlt die Filter in einer Mietwohnung?
Das ist unterschiedlich geregelt: Manchmal liefert die Verwaltung die Filter, manchmal laufen sie über die Nebenkosten, manchmal kaufen Mieter sie selbst. Klären Sie das mit der Verwaltung und schauen Sie in den Mietvertrag.
Darf ich in einer Minergie-Wohnung die Fenster öffnen?
Ja. Kurzes Stosslüften ist erlaubt und sinnvoll, zum Beispiel nach dem Kochen. Dauernd gekippte Fenster sollten Sie aber vermeiden.
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