Schimmel, Lüften & Gerüche

Natürlicher Raumduft: 5 Ideen statt Duftspray und Räucherstäbchen

Frische Luft riecht besser als jedes Duftspray. So bringen Sie mit Lüften, Sauberkeit, Zitrusschalen und Kräutern einen angenehmen Duft in die Wohnung – ohne dicke Luft.

Veröffentlicht am · 6 Min. Lesezeit· von Redaktion Priority Clean
Heller Wohnraum mit Sofa und weissen Vorhängen – frische Luft als natürlicher Raumduft
📷 Nathan Fertig · CC0 1.0

Ein Sprühstoss aus der Dose, eine Duftkerze auf dem Salontisch, abends ein Räucherstäbchen – so soll die Wohnung gut riechen. Ein angenehmer Raumduft entsteht aber zuerst durch frische Luft und saubere Räume. Parfümierte Produkte überdecken Gerüche nur und bringen zusätzliche Stoffe in die Innenraumluft.

Im Frühling, wenn die Fenster wieder länger offen bleiben, ist der ideale Moment für einen Neustart. Fünf Ideen zeigen, wie Sie Ihre Wohnung natürlich frisch halten – mit Dingen, die Sie meist schon zu Hause haben.

Warum künstlicher Raumduft die Luft belastet

Duftsprays, Stecker-Verdunster und parfümierte Reinigungsmittel geben flüchtige organische Verbindungen (VOC) an die Raumluft ab. Wird etwas verbrannt, kommen Feinstaub, Russ, Kohlenmonoxid und Formaldehyd dazu. Das Bundesamt für Gesundheit hält fest, dass die Belastung von Duftkerzen über Öllampen bis zu Räucherstäbchen zunimmt – und dass ein zu langer Docht mehr Russ erzeugt. Duftstoffe können zudem Asthmaanfälle auslösen und Kontaktallergien verursachen.

Das heisst nicht, dass Sie nie mehr eine Kerze anzünden dürfen. Das BAG rät aber, solche Produkte nur sparsam und kurz zu verwenden und danach gründlich zu lüften, spätestens vor dem Schlafengehen. In Haushalten mit Menschen, die an Asthma leiden, verzichten Sie besser ganz auf Sprays und Räucherstäbchen.

DuftquelleWas sie an die Raumluft abgibtEinschätzung
Frische Luft durch LüftenSauerstoff, Feuchtigkeit wird abgeführtBeste Wahl
Zitrusschalen, Kräuter, GewürzeWenig, nur natürliche DuftstoffeDezent und unproblematisch
Duftspray, Stecker-VerdunsterFlüchtige organische VerbindungenNur selten und kurz
DuftkerzeVOC, Feinstaub, RussSparsam, danach lüften
RäucherstäbchenAm meisten Rauch und FeinstaubMöglichst verzichten

1. Richtig lüften: der beste Raumduft

Nichts macht eine Wohnung so zuverlässig frisch wie ein paar Minuten Durchzug. Öffnen Sie die Fenster ganz statt sie gekippt zu lassen und lüften Sie wenn möglich quer durch die Wohnung. Das BAG empfiehlt, in der Heizperiode mindestens fünf Minuten mit weit geöffneten Fenstern zu lüften. Im Sommer lüften Sie am besten früh am Morgen und spät am Abend, wenn die Luft kühler ist.

An heissen Sommertagen mit hoher Ozonbelastung rät das BAG, ganz auf Duftprodukte zu verzichten. Wie oft und wie lange Sie je nach Jahreszeit lüften, zeigt der Ratgeber richtig lüften im Winter. Wer es genau wissen will, misst mit einem CO2-Gerät, wann die Luft verbraucht ist – mehr dazu unter CO2 in der Wohnung.

2. Gerüche an der Quelle beseitigen

Riecht es in einem Raum trotz Lüften unangenehm, hat das fast immer eine Ursache: ein voller Kehrichtsack, ein Abfluss, verschwitzte Textilien, ein feuchter Putzlappen oder Essensreste im Kühlschrank. Überdecken Sie solche Gerüche nicht mit Duft, sondern suchen Sie die Quelle. Das BAG weist darauf hin, dass ein muffiger Geruch auch auf Feuchtigkeit, Schimmel oder Lösungsmittel hinweisen kann.

Für eine gute Wohnhygiene braucht es keine Spezialprodukte. Laut BAG ist es wichtiger, regelmässig Staub zu entfernen, Flächen feucht abzuwischen und Essensreste rasch wegzuputzen, als besonders starke Reiniger zu verwenden. Flüssige Produkte belasten die Atemwege weniger als Sprays.

Raumduft ohne Chemie: wöchentliche Geruchsquellen

Hartnäckigen Gerüchen geht der Ratgeber Geruch in der Wohnung entfernen Schritt für Schritt auf den Grund.

3. Zitrusschalen und Gewürze

Orangen-, Zitronen- und Mandarinenschalen duften frisch und fallen im Haushalt ohnehin an. Legen Sie getrocknete Schalen in eine offene Schale oder in ein Stoffsäckli. Wer es intensiver mag, gibt Schalen mit einer Zimtstange und ein paar Nelken in einen Topf Wasser und lässt ihn auf kleiner Stufe leicht köcheln. Bleiben Sie dabei in der Nähe, füllen Sie Wasser nach und schalten Sie den Herd aus, wenn Sie die Küche verlassen.

Auch eine offene Dose mit gemahlenem Kaffee oder ein Schälchen Natron im Schuhschrank nimmt Gerüche etwas auf. Wunder dürfen Sie nicht erwarten – es sind Ergänzungen zum Lüften, kein Ersatz.

4. Kräuter und Pflanzen

Frische Kräuter auf dem Fenstersims wie Basilikum, Minze, Rosmarin oder Zitronenmelisse duften, sobald Sie ein Blatt berühren. Lavendel- oder Arvensäckli im Kleiderschrank bringen einen dezenten Duft in Wäsche und Schlafzimmer. Auch ein Strauss Flieder oder Pfingstrosen verbreitet im Frühling einen natürlichen Duft.

Achten Sie bei Haustieren darauf, welche Pflanzen Sie aufstellen: Einige Zimmer- und Schnittpflanzen sind für Katzen oder Hunde giftig. Fragen Sie im Zweifel in der Tierarztpraxis nach. Wechseln Sie das Wasser von Schnittblumen regelmässig – abgestandenes Blumenwasser riecht bald selbst unangenehm.

5. Ätherische Öle mit Mass

Ein paar Tropfen ätherisches Öl auf einem Duftstein aus Ton oder in einem Diffuser verbreiten Duft ohne Flamme. Weniger ist hier mehr: Das BAG rät, Duftstoffe nur kurz einzusetzen und danach zu lüften. Auch natürliche Öle können Allergien auslösen, und manche Menschen reagieren auf starke Düfte mit Kopfweh. Stellen Sie Diffuser nicht ins Schlafzimmer und nicht in die Nähe von Babys.

Bei Haustieren ist ebenfalls Vorsicht geboten: Einige ätherische Öle gelten für Katzen als problematisch. Lassen Sie sich im Zweifel von der Tierarztpraxis beraten.

Häufige Fehler beim Raumduft

  • Gerüche überdecken: Ein Duftspray über dem vollen Mülleimer macht die Luft nicht sauberer, sondern nur belasteter.
  • Kerzen im geschlossenen Raum: Nach dem Abend mit Duftkerzen gehört gründliches Lüften dazu, spätestens vor dem Schlafen.
  • Räucherstäbchen in kleinen Räumen: Sie erzeugen am meisten Rauch – besonders ungünstig im Schlafzimmer oder bei Asthma.
  • Zu viel Öl im Diffuser: Ein paar Tropfen genügen; ein aufdringlicher Duft ist kein Zeichen von Sauberkeit.
  • Dauerbetrieb von Stecker-Verdunstern: Sie geben rund um die Uhr Duftstoffe ab, auch wenn niemand im Raum ist.

Häufige Fragen

Sind Duftkerzen schädlich?

Beim Abbrennen setzen Duftkerzen Feinstaub, Russ und flüchtige organische Verbindungen frei. Gelegentlich und kurz verwendet ist das für gesunde Menschen meist unproblematisch, wenn Sie danach gründlich lüften. Kürzen Sie den Docht, damit die Kerze weniger russt, und verzichten Sie bei Asthma darauf.

Wie mache ich Raumduft selber?

Am einfachsten mit getrockneten Zitrusschalen in einer Schale, Lavendelsäckli oder einem Topf Wasser mit Orangenschalen, Zimt und Nelken, der auf kleiner Stufe köchelt. Frische Kräuter auf dem Fenstersims duften ebenfalls. Die Basis bleibt aber regelmässiges Lüften.

Sind Räucherstäbchen gesundheitsschädlich?

Räucherstäbchen erzeugen laut BAG mehr Rauch und Feinstaub als Duftkerzen oder Öllampen. Wer sie trotzdem verwendet, tut das selten, in einem gut belüfteten Raum und lüftet danach gründlich. Für Kinder- und Schlafzimmer sind sie ungeeignet.

Was hilft, wenn es trotz Lüften schlecht riecht?

Dann steckt meist eine Quelle dahinter: Abfluss, Kehricht, Textilien, Feuchtigkeit oder Schimmel. Suchen Sie gezielt danach, statt Duft einzusetzen. Riecht es muffig und finden Sie feuchte Stellen, informieren Sie als Mieterin oder Mieter die Verwaltung.

Übersicht: Natürlicher Raumduft: 5 Ideen statt Duftspray und Räucherstäbchen
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Priority Clean
Redaktion Priority CleanUnser Reinigungsteam aus Alberswil LU teilt hier Erfahrungen aus Umzugs-, Haushalts-, Büro- und Fensterreinigungen in der ganzen Zentral- und Nordwestschweiz.